Weihnachtsrums

Also, um ehrlich zu sein: es gibt gar keinen richtigen genähten Weihnachtsrums. Also, Rumse gibt es schon, nur leider habe ich keine Bilder davon. In den letzten Wochen habe ich mir zwar zwei Shirts und ein Weihnachtskleid (oder Nachthemd? Es ist noch nicht ganz raus…) genäht, aber ich hatte einfach keine Zeit das zu knipsen und keine Lust, mir deswegen Stress zu machen.
Warum auch? Es ist schliesslich Weihnachten. Weihnachten soll eine Zeit der Ruhe sein, der Besinnung. Das habe ich ganz gut geschafft in diesem Jahr.
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Den Weihnachtsbaum habe ich schon vor anderthalb Wochen aufgestellt und geschmückt, die Fenster entsprechend gestaltet, und wir genießen jeden Abend (und Morgen) den weihnachtlichen Lichterglanz.
Das ist auch ein Rums, finde ich. Es sich schön machen, ohne Anspruch auf Perfektion. Einfach ein warmes, einladendes Zuhause haben, in das alle gerne zurückkehren, in dem sich die ganze Familie wohl fühlt, auf den Urlaub freuen, das alltägliche Leben genießen und an einander Freude haben kann.

Das gibt uns auch die Möglichkeit, ohne Neid oder Mißgunst an die zu denken die es nicht so gut haben wie wir und für sie etwas zu tun. (Im Gegensatz zu denen, die sich unzufrieden, unterprivilegiert und unterrepräsentiert fühlen in diesem Staat und sich gerade daranmachen unsere Grundwerte ins Wanken zu bringen. Wenn sie nur die Weihnachtslieder verstehen würden, die sie da singen…)

Die Flüchtlinge, gegen die anderswo so bösartig gehetzt wird, sie sind inzwischen auch bei uns angekommen. Am Dorfrand, in einem ehemaligen Sporthotel (hey! Dort habe ich übrigens per-sön-lich! mal Felix Magath ein Blümchen überreichen dürfen, als er mit dem HSV just an seinem Geburtstag in der Erbismühle abstieg. Also, aus dem Bus ausstieg, nicht abstieg. Ich hatte keine Ahnung von Fußball, wer dieser Typ war wußte ich erst recht nicht, aber egal, es war ein Hauch von weiter Welt!) leben inzwischen um die 100 Flüchtlinge aus dem Irak, Syrien, Afghanistan und Pakistan, darunter einige Familien mit Kindern. Am vergangenen Montag gab es einen Begegnungskaffee im Gemeindehaus und etliche der Menschen waren der Einladung gefolgt und nach einer längeren Aufwärmphase trauten sich auch die Kinder, etwas zu malen oder zu basteln.
Das unfrisierte links bin übrigens ich.
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Ich stelle fest, dass ich nach wie vor nicht zu unkomplizierten Plaudereien mit völlig fremden Menschen geeignet bin. Wenn ich einen Auftrag habe, kann ich den ausführen (Setz dich hin und bastel was mit den Kindern. Jawohl! Wird sofort erledigt!) aber Small Talk, einfach so unterhalten, kennenlernen? Oh neinneinnein, das kann ich überhaupt nicht leiden. Das könnte ich gerne, das bin ich aber einfach nicht, ich steh lieber hinten. Aber gut, muss ja auch nicht. Das kann nicht jede so nonchalant wuppen wie Sarah, unsere Rums-Muddi, deren Post ich heute sehr eindrucksvoll fand.
Jeder, wie er kann und soviel er mag, nichwohr? So wie ich das sehe, sind wir hier mit den Flüchtlingen ohnehin auch erst am Anfang- wer weiß was sich da noch entwickelt?
(Feix Magath war mütterlicherseits übrigens auch ein Flüchtlingskind…)

Eine sehr tolle Gelegenheit zum Helfen bieten auch die „Alles für Selbermacher“ und Susanne von „Hamburger Liebe“ seit ein paar Tagen. Man kann bei den Selbermachern wunderschönen Stoff in drei Farben kaufen. Der gesamte Verkaufserlös geht an eine von drei verschiedenen Organisationen die man beim Kauf als Spendenempfänger angeben kann. Genial! Ich habe sofort zwei Meter bestellt (und gestern schon erhalten, dabei hätte es ja noch Zeit gehabt) und Juniors Weihnachtsshirt genäht:
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Wer genau hinschaut (und die miese Fotoqualität ignoriert) erkennt den Schriftzug zwischen den Vögeln: Love is all you need.

Die Lösung für alle Probleme dieser Welt:
Love is all you need.
(Ein bißchen Bildung dazu kann aber auch nicht schaden, dann sollte es bald klappen mit dem Weltfrieden.)

Ein fröhliches, glückliches Weihnachtsfest wünsche ich euch allen! Macht es euch schön, genießt das Zusammensein mit euren Lieben, esst, lacht, spielt, lest, liebt, lebt und denkt daran: die nächsten drei Tage könnt ihr keine Lebensmittel einkaufen. Panik!!!

3 Gedanken zu „Weihnachtsrums

  1. Pingback: Love is all you need |

  2. Bin gerade nicht viel online, Weihnachten geht vor.
    Aber soviel Zeit muss sein :
    Ich wünsche dir wunderschöne Weihnachten mit deiner Familie !!
    Ganz liebe Grüße
    Bärbel

  3. Dir und deiner Familie besinnliche Tage. Feiert schön, was auch immer ihr feiert (oder auch nicht feiert, da bin ich ganz offen).

    Ich habe damals in Handarbeit (das mussten wir im halbjährlichen Wechsel mit Technik machen) Kreuzstich gelernt. Ich habe ganze drei Stiche im Halbjahr geschafft. Dafür habe ich mir mit der Nähmaschine den Zeigefingernagel durchbohrt. Ich habe zwar eine Makramee-Eule fabriziert, die sah dann aber eher wie irgendwas plattgefahrenes auf der A2 aus. Ich konnte häkeln, aber nur eine Reihe. Topflappen? Klar, ich häkle dir eine 3 Meter lange Wurst, die rolle ich dann zur Schnecke und nähe sie zusammen: Topflappen fertig. Gut, ich kann Knöpfe annähen (aber ich bin auch gut im Knöpfe verlieren) also mit andren Worten: im Bereich Handarbeit besteht bei mir Förderbedarf. Eine liebe Bekannte aus unserem Dorf (http://steffisnaehstuebchen.blogspot.de/) hat da mehr drauf.

    Lange Rede kurzer Sinn: Klär mich bitte auf, was ist ein RUMS?

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