Mein Lieblingsspruch des Tages

ist: Aus Scheiße Gold machen.
In den letzten Tagen gab es in meiner Facebook-Timeline bisweilen gehässige Kommentare über eine Youtuberin namens Bibis Beautyhütte oder so, die wohl ein gar schröckliches Lied aufgenommen hat. Da mich Youtuber (und innen) per se erstmal gar nicht interessieren (ich bin zu alt für jeden Scheiß) und ich schon gar nicht irgendwelche seltsame Musik hören möchte, die einzig zu dem Zweck erfunden und aufgenommen wird, Minderjährigen, die noch nicht den letzten Cent für irgendwelchen Beautyscheißdreck ausgegeben haben, denselben aus der löchrigen Tasche zu ziehen, UND weil es wirklich besseres mit meiner Lebenszeit anzustellen gibt, als denselben Youtuberinnen einen Klick zu schenken, habe ich das Liedchen ignoriert und mir gar nicht erst angehört.

Bis ich das Video von den Männerstimmen der Lübecker Knabenkantorei zugeschickt bekam.
(Danach wollte ich doch wenigstens einmal das Original anhören, zum vergleichen, nichwohr. Meine Ohren verweigerten mir nach den ersten drei mit piepsiggequälter Stimme vorgetragenen Wörtern den Dienst- die Ohrläppchen verknoteten sich, schlüpften in die Gehörgänge und drohten dumpf, mich zu erwürgen wenn ich das nicht so.fort.aus.mache!
Boah, ich bin jetzt noch schockiert von dem Gewimmer. Der Sängerin, nicht der Ohren.)

Seitdem wiederhole ich immer und immer wieder völlig verzückt: Man KANN aus Scheiße Gold machen, und zwar richtig gutes.
Wieso bin ich nicht auf die Idee gekommen? Ach so, weil ich kein gut ausgebildeter Männerchor bin. Ich kann nicht mal singen.
Bühne frei:

Übrigens: einer ist mit mir verwandt *stolz*. Es gibt also doch ordentliches Genmaterial in der Familie…

Kreativer Output

Um endlich mal wieder mitzurumsen, jetzt noch die letzten genähten Sachen alle auf einmal. Nein, Moment, nur alle geknipsten Sachen auf einmal. Selbstverständlich habe ich in den letzten Monaten wesentlich mehr genäht, aber zum Knipsen komme ich nie *schluchz*.
Aus dem Oberteil der Delicia von Erbsünde und der Frau Edda von Hedi näht habe ich mir dieses Shirt-Schnittmuster zusammengefrickelt:

(Man beachte den Fünfziger-Jahre-Charme der Pfälzer Ferienwohnung hinter mir. Das ertrag ich freiwillig auch immer nur eine einzige Nacht…)

Aber auch eine Delicia mit langen Armen kann man noch gut brauchen:
(Zeitlich ähnlich gelagerte Location, diesmal aber unser Sportheim. Aber immerhin Bambus!)

Eine modifizierte Milly von Pattydoo: mit offenem Reißverschluß, innen eingearbeiteter Zusatztasche, Schlüsselhaken und Kunstlederboden. Ursprünglich als Rums auf die Welt gekommen, aber inzwischen steht sie (gebraucht) zum Verkauf, ich werde einfach nicht warm mit diesen Schultertaschen. Ich habe keine Schultern und ständig rutscht die Tasche runter *nerv*.

Als Ersatz dafür einen Rucksack (Delari-Bag) in derselben Farbkombi genäht.

Rucksäcke sollen ja besser für den Rücken sein. Dieser hier war es auch, zudem finde ich das Schnittmuster sehr praktisch, weil man mit dem Karabinerhaken den Reißverschluß vor unbefugtem Öffnen sichern kann (wenn man das Teil auf dem Rücken trägt). Allerdings war mir die Originalgröße einen Tick zu klein und ich habe das Ganze nochmal auf 110 % vergößert, diesen Rucksack zu der Tasche zum Verkaufen gehängt und mir einen größeren genäht:

Der hier ist wesentlich weicher, weil das schwarze Kunstleder nicht so steif ist wie das graue- beides hat seinen Reiz, aber mit diesem hier bin ich sehr zufrieden, weil er schön leicht ist, groß genug und weil ich endlich daran gedacht habe, innen mit hellem Stoff zu füttern. Man sieht gleich viel besser, was drin ist…

Der eigentliche, aber schon sehr alte Rums ist aber diese Griselda: Mein erster Geldbeutel mit einer Außenseite aus Leder:

Blöderweise passt das Design nun nicht mehr gut zum neuen Rucksack, aber leider habe ich kein dunkles Leder (Ecopell) mehr. Trotzdem mag ich den Geldbeutel sehr, weil er sich so schön anfühlt und (Achtung: alle Veganer die Ohrenschützer aufsetzen!), so gut nach Leder riecht…:-)

Guten Abend, gut Nacht… Teil 2

Zum Thema Matratzenkauf hatte ich ja vor kurzem (April 2016 *hust*) einen Mehrteiler versprochen, nunja. Zum Glück ist es nur eine Doppelfolge geworden, aber der Reihe nach.
Nachdem der Entschluss feststand, eine Matratze kaufen zu wollen, kamen pünktlich auch in verschiedenen Blogs Matratzentestberichte rein, wenn ich mich recht erinnere, waren es Ringelmiez, Das Nuf und noch einzwei weitere. Alle testeten die „Eve“ Matratze aus England und überschlugen sich schier vor Begeisterung.
Es erschien uns ganz schön gewagt, einfach so eine Matratze im Internet zu kaufen. Ich meine, 100 Tage Rückgaberecht hin oder her- wenn die Matratze zu weich ist, dann weiß ich das sofort- da brauch ich keine 100 Tage. Und dann habe ich hier bis zur Abholung eine Riesenmatratze von 160×200 rumstehen, in einer Wohnung, in der kein Fleckchen gerader Wand mehr übrig ist um mal eben ein paar Tage lang so ein Monster dagegen zu lehnen.
Abgesehen davon hiess es, sie stinkt arg und überhaupt: war ja ne Engländerin und wir wollten lieber regional kaufen.
Scheinbar animiert von dem Erfolg von Eve oder aus wasweißichdenn für einem Grund poppten dann jedesmal wenn sich einer ins Internet wagte, Werbebildchen auf für tolle neue innovative Matratzen mit menschlichen Namen und jede einzelne reklamierte den Anspruch für sich, von total hippen jungen Leuten voller Sorge um den deutschen Nachtschlaf völlig neu entworfen worden zu sein. Emma, Casper, Bruno, danach gabs scheinbar keine Namen mehr, Smood, Muun undsoweiter. Die Internetseiten sehen exakt gleich aus, tun aber so, als wären sie DAS einzige innovative Original, über soviel Fantasielosigkeit und Desinteresse bin ich echt entsetzt- lernt ihr Hipstervögel in den Werbeagenturen nix mehr?  Ja, danke, veralbern kann ich mich selber.
Auch die (laut Stiftung Warentest) allerbeste Matratze in den Tests hielt leider nichts von Kommunikation, aber sowas von überhaupt gar nichts dass ich immer noch beleidigt bin *schnaub* und fiel somit durch.
Immer noch keine Matratze.
Dann nahm der Senior des Hauses die Sache in die Hand, recherchierte einen halben Tag lang intensivst im Internet um dann zu verkünden, dass wir bei diesem verwirrenden Angebot auf jeden Fall in ein ordentliches Matratzenhaus gehen müßten um eine anständige Matratze zu bekommen. Nachdem ich ihm Recht gegeben und wir einen Termin für den Matratzeneinkauf festgelegt hatten, nickte er zufrieden und bestellte die Eve im Internet.
Und nach drei Tagen war sie dann auch schon da.
Inzwischen wird sie in Deutschland hergestellt (eine Sächsin, soviel ich weiß), sie stinkt nicht mehr (weil der englische Flammschutz fehlt) und kommt eng zusammengerollt in einer schicken Kiste (die immer noch in Juniors Zimmer als Zweitwohnung für ihn steht).
Das Unboxing macht Spaß und ist sehr erstaunlich:

Aus so einem kleinen Teil soll eine 160 x 200 große Matratze werden?

Einmal auseinanderklappen, ausrollen…

…in Position bringen und die letzten Verpackungsreste entfernen…

…das Innenleben betrachten…

…begrüßen…

… und gleich mal draufwerfen.
Das Innenleben der Kiste lohnt auch einen Blick. Da wurde ausser launigen Sprüchen auch gleich noch ein Kind mitgeliefert…

Die Matratze fühlt sich erstmal seltsam an. Beim Draufsitzen sinkt man ein gutes Stück ein und fragt sich, wie zur Hölle man JEMALS darauf schlafen können soll? Aber das ist wohl die berühmte Punktelastizität. Im Liegen nämlich passt sich die Matratze überall perfekt an, egal wie man sich dreht und wendet. Sie ist nicht zu weich und nicht zu hart und bildet keine Kuhle, in die man immer wieder reinrollt. Wenn der Mitschläfer sich dreht, spürt man das auf der eigenen Seite kaum und lustigerweise kann ich das ab und zu mal aufkommende leise Schnarchen neben mir mit dieser Matratze wesentlich besser ignorieren. Ich vermute, es liegt an der Beschaffenheit der Eve. Die vorige Matratze hat mit ihrem Taschenfederkern den Schall wesentlich besser direkt in mein Ohr übertragen und das Schaumzeug, aus dem Eve besteht, schluckt den Schall eher und trägt so offensichtlich noch besser zu einem guten Nachtschlaf bei.
(Wer genauer wissen will aus welchem Zeug Eve besteht, informiert sich am besten selbst auf der Homepage, dann muss ich das nicht alles rekapitulieren.)
Eve ist übrigens schon vor sechs Wochen bei uns eingezogen und es gibt bisher nix zu meckern. Keins von unseren schweren Körperchen hat bisher eine auch nur ansatzweise wahrnehmbare Kuhle in der Matratze hinterlassen.
Jetzt fehlen uns also nur noch richtig gute Kissen. Leider werden das wohl nicht die von Eve sein, denn sie haben ein etwas seltsames Maß (42 x 66- wer stellt solche Bezüge her??? Gut, ich kann ja nähen, aber das ist ja dann auch nicht der Sinn der Sache: einmal Bettwäsche kaufen ohne Kopfkissenbezug, bitte. Dafuq?) aber blöder finde ich es, dass man das Innenkissen nicht waschen kann, sondern nur den Bezug. Und da beide, Herrchen und Frauchen, leider am Kopf nachts sehr stark schwitzen (und alle so: Iiiiihhhh!!), könnte das auf die Dauer eine etwas fiese Angelegenheit werden und dafür sind mir 75,- Euro für ein Kissen dann doch etwas viel *hintenüberkipp*.

Übrigens können wir jetzt endlich auch mal wieder morgens länger im Bett liegen ohne Rückenschmerzen. Also, wenn wir denn mal Urlaub haben.
Nur mein Farbkonzept, das haben sie mir mal wieder schön durcheinandergebracht. Gelb. Gelb! Wer kommt denn auf so eine Idee?

Osterurlaub, Wanderausgabe

Ostersonntag und der Urlaub ist schon wieder rum, genau wie die Ferien. Deprimierend eigentlich. Frohe Ostern übrigens.
Zum Glück haben wir Schokozeug und Kleinigkeiten bereits heute nacht vom Osterhasen in der Wohnung verstecken lassen, draußen wäre das bei 4 Grad und Hagelschauer nicht ganz so schön gewesen.
Da bin ich doch sehr froh über unser Pensum, das wir in der einen Urlaubswoche geschafft haben. Alle Wandervögel in Familien- und Bekanntenkreis halten jetzt bitteschön ihre Lästermäuler im Zaum, denn in der einen Urlaubswoche bin ich bei vier Gelegenheiten ungefähr 20 Kilometer gelaufen. Also gewandert, insgesamt. Das ist total viel für meine Verhältnisse und wenn man bedenkt, dass ich überhaupt kein Wanderoutfit besitze und mit Turnschuhen und Jeans losgehen muss! Andere Leute kaufen erstmal für hunderte von Euronen beim Jockel Wolfshaut ein, bei mir geht das ohne, also bitte: Applaus.
Am letzten, frühlingswarmen Wochenende waren wir in der Pfalz:

Erst waren wir in der Straußenfarm bei Herxheim. Die Tiere leben dort familienweise in großen Gehegen und das ganze Gelände ist sehr schön angelegt. Wenn man zu den etwas abgelegeneren Gehegen spaziert, kann man aber auf dem Weg dorthin auch ein paar sehr seltene Exemplare der Gattung „Camperus Unterhemdensis“ bewundern, mit sehr viel Glück auch die ein oder andere Spülschüsselschnepfe oder einen Campingstuhlschiebler. In dieser Jahreszeit sind die meisten ihrer beweglichen Behausungen noch leer, aber ein paar ganz Unentwegte wollen offenbar unbedingt schon zu Ostern in einem vollausgestatteten Nest verbringen und polieren eifrig die Vorzeltstangen. Leider darf man die extrem scheuen Tierchen nicht fotografieren, weil sie dann unter Umständen vor Schreck lauthals meckernd und aufgeplustert tot von der Hollywoodschaukel fallen, daher streifen wir nur schweigend vorbei, hier und da ins Vorgärtchen blinzelnd.
Wo war ich? Achja, wandern. Wir wanderten dann auch noch mit dem Sessellift hoch zur Riedburg und liefen, dieser netten Aufforderung zuerst Folge leistend (Pommes zählen auch) dann runter:

Vom Heimathafen aus in einer Viertelstunde Autofahrt aus erreichbar liegt bekanntlich Hessens fast höchster Berg, der Feldberg. Hier findet man den einzigen im Hochtaunus gelegenen Steig, nämlich den Zacken-Beilstein-Steig:

Eine Wanderung von gut zwei Stunden (für mich zweieinhalb) führt auf winzigen, steilen Pfaden rund um und auf den Zacken, ein Felsmassiv mit einer wunderbaren Aussicht auf den Taunus. Wie man auf den Bildern deutlich sieht, konnte ich die Knipse nur an den harmlosen Stellen einsetzen, sonst *kreisch* und *stürz*.
Nachdem ich das überlebt hatte, wollte ich noch etwas mehr Abenteuer und wir suchten ein paar Tage später einen „Lost Place“ auf, von denen der interessanteste im Taunus recht gut zu erreichen ist. Vom Wanderparkplatz Hegewiese unterhalb des Sandplackens geht es ca 2,5 km sanft bergab, an einem kleinen Wasserlauf entlang, bis man, im Wald verborgen, auf die Überreste des Jagdhauses Villa Opel stößt. Wenn man weiß, wo es ist, haha! Im Sommer hat man hier wahrscheinlich kaum eine Chance durch den Bewuchs zu kommen, aber jetzt, am Frühlingsanfang, ging das noch recht gut. Wir ignorierten das Schild, auf dem „B trt n v rb t n“ oder sowas ähnliches stand, immer in Begleitung eines kleinen Wiedehopfes, der neben uns herhüpfte und ständig krähte „AberMamaaufdemSchilddastanddochBeträhtenvärbohten, dadarfmandochnichtreinhalloMamahalloPapa,wiesowiesokrähkräh“ bis uns die im Dunst hinter Bäumen auftauchende Villa den Atem nahm.
Boah, ja gut, ganz so dramatisch isses nicht, aber war schon interessant:

Vom Haupthaus steht nur noch der Turm, der Rest ist eingestürzt (und keiner räumts weg). Unterhalb des Hauses befindet sich noch ein Schwimmteich, der von dem kleinen Wasserlauf gespeist wird und mit ganz klarem Wasser (aber ungefähr anderthalb Metern Schlamm) glänzt.
Die Villa Opel wurde von Fritz Opel, dem Sohn des alten Adam Opel (Gott hab ihn selig und Danke für die Autos) als Jagddomizil errichten lassen und wurde wohl bis zu ihrer Beschlagnahmung durch die amerikanischen Allierten 1946 auch genutzt. Bis 1950 unterhielten die Amerikaner dort eine Außenstelle von Camp King in Oberursel (und vermutlich viele geheime Agententätigkeiten), seitdem verfällt das Anwesen und man kann quasi zusehen, wie schnell sich die Natur ein bebautes Gebiet wieder zurückerobert….
Mehr von der Villa Opel in heutigem Zustand kann man übrigens in diesem Video sehen. Das Video scheint ziemlich aktuell zu sein und eins ist sicher: ICH wäre da nicht reingegangen *grusel*. Ich hatte eher das Bedürfnis, in der Nähe der Ruine bloß nicht zu laut zu sprechen oder gar zu husten, damit nicht auch noch der Rest in sich zusammenstürzt und andere Leute gehen REIN. Aber jeder wie er mag und Danke für das Video.

Dass der Wasserlauf übrigens Aubach heisst, wie jener Bach, an dem ich quasi aufgewachsen bin, hat universell gesehen, sicher auch irgendeine tiefere Bedeutung, sie erschliesst sich mir jedoch nicht.

Nach den ganzen Wanderungen und dem ständigen Hoch und Runter war ich dann ungefähr so platt wie der hier, ich kann nur nicht so süß gucken…

Den Zacken-Beilstein-Steig und die Wanderung zur Opel Villa habe ich übrigens auf der Facebook-Seite von „Taunusreich“ entdeckt. Bianca ist Wanderführerin und bietet Touren verschiedener Schwierigkeitsgrade um den Feldberg herum an nach dem Motto: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nahe?“
Leider haben wir es bisher terminlich noch nicht geschafft, an einer geführten Tour teilzunehmen (ich fürchte, ich muss dafür vorher auch noch etwas trainieren *schluck*), das steht aber noch auf dem Plan. Und überhaupt müssen wir ja jetzt auch wieder arbeiten und können uns erst wieder in den Sommerferien bewegen… *pfeif*

Ups- schon fast Ostern…

… und schon fast richtig Frühling.
Dabei habe ich doch erst letzte Woche für Junior noch zwei Langarmshirts genäht, weil er langsam wirklich aus allem rauswächst. Ab morgen sind Kurzarmshirts dran, merke ich- sonst wird es eng.
Ganz ehrlich: zum Glück ist mir Hosen nähen zu anstrengend und aufwendig, die werden gekauft. Ich käme ja zu überhaupt nix mehr, wenn ich die auch noch nähen müßte.
Zum Glück läßt er sich noch gerne benähen, aber so langsam ändert sich sein Geschmack. Süße Tiergestalten sind nicht mehr so gefragt, obwohl er sie nach wie vor auch noch sehr mag („Mama, süß müssen die Tiere schon noch sein, aber auch stark!“ Wie gut, dass es Pokemon gibt…) aber der knuddelige Roboter Roberto und sein frecher Hund auf der „Steamy“ Serie von Bienvenido Colorido mussten sein. Leider dauerte die Auslieferung von Swafing nach der Hausmesse ein wenig (weil so viele den Stoff haben wollten…. so was aber auch😜), so dass das Kind um ein Haar NICHTS mehr anzuziehen gehabt hätte, aber es ging grad noch gut. Puh.

Rechts sind die Rückansichten. Ich mags ja, wenn im Nacken noch irgendwas sitzt, anfangs habe ich das nur gemacht, damit Junior wußte wie herum er das Shirt anziehen muss. Inzwischen kriegt er das auch ohne Hinweis hin. 😊 Die Glühbirne auf dem blauen Shirt ist übrigens ein Freebie von Nell, ihr bekommt es bei der Zaubermasche. Dort habe ich auch die Plotterdatei gekauft (die mich vollkommen verwirrt hat, so dass ich mich irgendwann völlig in die falsche Datei verbissen hatte, statt einfach die richtige aufzumachen. Das kennt hoffentlich jeder- in eine Sackgasse rennen, dort versuchen, die nicht vorhandene Tür einzutreten, in rasende Wut ausbrechen und fast einen Herzinfarkt kriegen, statt einfach umzudrehen und den Schildern auf den richtigen Weg zu folgen. Sagt, dass ihr das kennt. Los, sagt es!!
Völlig verzweifelt habe ich dann bei Nell angefragt, ob sie mir helfen kann, weil ich zu verdammt dämlich bin die Dateien richtig zu verwenden, und sie hat mich mit einer Engelsgeduld und lieben Worten genommen, umgedreht und auf den richtigen Weg geschickt- Danke dafür, du Liebe!! )
(Das Geburtstagsshirt zum 9. Geburtstag für meinen Neffen wurde aus denselben Stoffen bestellt, da muss ich wohl ein bißchen puzzeln. Oder nachbestellen…)
Der große Neffe hatte sich auch ein Geburtstagsshirt gewünscht, dann aber ewig nix von sich hören lassen wegen der Ausgestaltung. Für 13-jährige näh ich nur noch nach genauen Anweisungen, deshalb habe ich ihm gedroht, wenn er jetzt nicht gleich Bescheid sagt kriegt er von mir ein pinkes Shirt mit einem regenbogenpupsenden Einhorn drauf, das fand er so klasse, dass er das hier bestellt hat:

In Pink hätte ichs jetzt auch schön gefunden… aber gut.
Das „Team Einhorn“ ist ein Freebie von Kaianja. Das kam mir wie gerufen- ein Einhorn sollte es schon sein, aber nicht zu kitschig. Perfekt, oder?
So, wehe, wenn das jemand vorher schon zeigt, der Knilch hat erst morgen Geburtstag…

Alle Stoffe sind aus dem Nähhimmel, bis auf die Steamy Serie, die kommt vom hüpfenden Komma, die Schnittmuster für Juniors Shirts sind Henric und Neo von Kibadoo in 158/164, für den großen Neffen musste ich Mister (!) Raglan in S (!!) von Mialuna nehmen. Hallo? Männer S! Puh!
Für Junior war das wohl auch das letzte Mal ein Kinderschnitt, wenn ich mir den so anschau… (Neo fällt übrigens ganz schön eng aus- da hab ich die Weite einfach nach Henric genommen, weil Junior enge Klamotten überhaupt nicht mag. Das kommt direkt nach Löchern in der Hose. Ich sag nur „Lumpen, Mama!“)
So, und jetzt ab damit zu Made4Boys– da habe ich ja ewig nichts mehr verlinkt, aber ich hatte es Sabine versprochen, auch wenn es etwas gedauert hat *pfeif*…

Das gibts nur aufm Dorf

Bild könnte enthalten: eine oder mehrere Personen und Personen, die stehen
Hallo, auf der Fastnachtssitzung in Rod an der Weil im Felsenkeller am 25.02.2017 haben wir auf der Bühne bei einem Auftritt den selbstgebauten Blaulichthelm der Feuerwehr Rod an der Weil getragen. Dieser wurde uns später in der Umkleide entwendet. Da der Helm einen Großen ideellen Wert hat, zumal das Blaulicht noch von einem unseren alten Fahrzeuge ist, wäre es schön, wenn der, der ihn mitgenommen hat ihn wieder bei uns an der Feuerwehr vor die Tür legt, oder uns sonst irgendwie zukommen lässt.
Baut euch doch einfach selbst einen.
In der Umkleide waren den ganzen Abend nur Akteure. Ich finde es extrem unkammeradschaftlich, dass man dort sein Zeug nicht mehr liegen lassen kann. Echt schade. Wir werden die Auftritte in der Umgebung in den kommenden Jahren beobachten und unseren Helm ggf. wieder erkennen.

Ein paar Tage später:

Update 1.3.2017: HELM WIEDER DA!!!
Im Namen der Roder Wehr und der Faschingsabteilung möchte ich mich ganz Herzlich dafür bedanken, das unserem Aufruf folge geleistet wurde. Der Helm wurde heute Morgen vorm Tor der Gemeinde gefunden, zusammen mit einer Kiste Bier und einer Flasche Schnaps. Wir nehmen das als Entschuldigung an. Danke für die Einsicht.

Das Dorf. Da kann man durchaus auch mal Scheiß bauen und wieder in Ordnung bringen.

Wär das schön, wenn eines (nahen) Morgens vorm Lincoln Memorial ein 40-Tonner Budweiser (oder noch besser: Sam Adams) zusammen mit einem Exemplar der amerikanischen Verfassung steht.
Okay, Donald, Entschuldigung angenommen.

Nicht-Fasching und Zufälle

Man kann so ein Faschingswochende durchaus also auch ohne maskierte Fröhlichkeit verbringen. Man braucht sich in der Woche vorher nur so einen derart heftigen grippalen Infekt zu holen, dass einem das ganz Bohei komplett wurscht ist und man sich freut, dass man überhaupt mal wieder ein paar Schritte laufen kann ohne sich gleich wieder setzen zu müssen.

Erstaunlicherweise war das Ausflugsziel für einen sonnigundfastwarmen Sonntagnachmittag wie heute wie leergefegt- gut, die ganzen Frankfurter Wochenendausflügler besetzten wahrscheinlich heute ausnahmsweise mal sämtliche Faschingszüge im Rhein-Main-Gebiet statt wie sonst üblich alle schönen Flecken im Taunus. Als Taunusbewohner nimmt man sich ja sowieso am besten an einem kalten und regnerischen Tag Urlaub, wenn man mal was von seiner Umgebung haben will ohne auf Schritt und Tritt über unerzogene Frankfurter zu stolpern *schnaub*, aber das nur nebenbei.

Irgendwo in diesem Brettergewirr schaffen sich grad Mann und Kind auf der Suche nach guter Aussicht nach oben (ersterer mit Höhenangst, chapeau! Aber er übt schon mal für die Highline 179, die er dieses Jahr bezwingen ausprobieren will (ich schwöre, ich kauere mich wimmernd auf den ersten Metern zusammen *bibber* und er ziehts durch…😰), aber ich war froh dass ich die 500 Meter vom Parkplatz bis dorthin überhaupt ohne Kollaps geschafft habe.

Da siehste guck- fehlt eindeutig der Grünfilter, wa? Meine Güte, da krieg ich wirklich große Sehnsucht nach dem Frühling…

Erinnert sich noch jemand an das Bild? Hab ich letztes Jahr in der Faschingszeit gemacht und dann hier und auf Facebook eingestellt und vergessen.
Vor ein paar Tagen liket ein Facebookfreund die Seite einer Whiskydestille (die ich vorher nicht kannte) ganz in der Nähe, bzw einen Post derselben und da grinst mich doch mein eigener Faschingskreppel an!
Definitv mein Kreppel, mein Gebißabdruck, unverkennbar, versehen mit einem lustigen Spruch. Cool, dachte ich. Woher zum Teufel haben die den, dachte ich.
Eine erste Recherche ergab, dass das Bild aus einem Grafiktool stammen soll, welches genau, weiß ich noch nicht, ich hoffe, dass ich diese Info noch schnellstmöglich kriege.
Jedenfalls schon mal interessant, welche Wege die Bilder so nehmen….
Würde ich als Fotograf meine Brötchen verdienen, sähe ich das möglicherweise nicht so entspannt.
Und zeitgleich fragt mich per Mail eine Lehrerin einer weiterführenden Schule an, ob sie Teile aus meinem Post über die Elmex-Zahnpastatube für ein Arbeitsblatt für ihre Klasse verwenden darf- Hallo? Wer hat denn da im Universum sein Fernrohr auf mich gerichtet? Psch- weg. Geh weg da, weitergehn, hier gibts nix Interessantes zu sehen! Ts.

Natürlich haben wir gleich mal in der Whiskydestille ein Probepäckchen bestellt um die Qualität zu überprüfen…
Und die Lehrerin darf selbstverständlich Material aus meinem Post verwenden. Je nachdem, wie alt die Kids sind, kann sie ja die Flüche drin lassen…. *muuuharharhar*

In diesem Sinne: Helau! Fresse.

Kürbiskerne

Kürbiskerne sollen ja helfen, wenn man nachts Pipi muss, also, ich meine, wenn man im Alter keine Nacht mehr durchschlafen kann, weil man eben mindestens einmal auf den Klo muss. So wie ich halt. Aber ich mag keine Kürbiskerne und geht mir fort mit Granufink, also: ich stehe jede Nacht einmal undsoweiter, wisst ihr Bescheid.
Problem 1: ich schlafe dabei mindestens noch halb, die Beine-Gehirn Koordination ist also maximal unausgeglichen, um es vorsichtig zu formulieren.
Problem 2: unsere Fußböden sind kalt. Bei-Berührung-schlagartig-aufwach-kalt. Das will keiner und ich am allerwenigsten.
Dagegen hilft also nur was an die Füße. Vorm Pullern auch noch Socken anzuzuppeln verbietet sich von selbst, da kann ich auch gleich das Licht anmachen und Kaffee kochen.
Bislang hatte ich die perfekte Lösung: meine passgenau vorm Bett platzierten, 10 Jahre alten Tchibo-Puschen: reinschlüppen, losschlurfen. Die Puschen haben zwei entscheidende Vorteile, ich kann zum einen einfach ohne Einsatz anderer Körperteile in sie reinschlupfen und zum anderen: keinerlei unfallverursachendehütende Antirutschbeschichtung, Latexsohlen oder wasweißich für einen Mist unter den Sohlen- die sorgen nämlich nur dafür dass die Fußsohlen im Halbschlaf am Laminat kleben bleiben während der Rest des mächtigen Körperchens in nächtlicher Trance schon halb auf dem Weg ins Bad unfreiwilligen Bodenkontakt bekommt. Aua.
Blöderweise sind meine Pipi-Schluffen nach den besagten zehn Jahren inzwischen stellenweise komplett auseinandergefallen, Ersatz musste also her. Der schlaue Leser merkt auf: Ich wäre nicht bei Rums, wenn ich in irgendeinem Laden fündig geworden wäre. Kann man mir mal verraten, warum die bequemsten Hausschlappen, egal ob Filz, Walk, Froschf…leder oder sonstwas, immer, IMMER Latexsohlen oder sowas untendrunter haben? Vollkommen unnötig, sowas. Meine einzige Hoffnung war eine Schloßbesichtigung, so eine mit diesen wunderbaren Filzpantoffeln, mit denen wir im pubertären Flegelalter lieber übers mittelalterliche Parkett wettrutschten, statt dem verhärmten Schloßführer zu horchen. Aber, was soll ich sagen- die passen inzwischen ärgerlicherweise echt gut auf ihre Puschen auf…
Näh ich sie halt selber:

Schnittmuster: selbst zusammengefrickelt
Wollfilz: aus dem Nähhimmel
Ankerstoff: dito
Baumwolle mit Sternen: ebenso

Was soll ich sagen… seitdem schlurfe ich des Nachts wieder im Halbschlaf Richtung Klo und zurück ohne ein einziges Mal zu stolpern und die Kürbiskerne können andere Leute futtern.

3 Jacken, ein Rums

Puh, war das eine schwere Geburt.
Ende November hatte ich mir einen der offensichtlich total angesagten Stoffe von Albstoffe und Hamburger Liebe bestellt. Ich dachte, es sei eine gute Idee, mir für Weihnachten eine  neue Strickjacke zu nähen. Ha!
„Total angesagt“ war vermutlich die Untertreibung des Jahrhunderts, die Lieferschwierigkeiten liessen einen ungefähren Eindruck der Zustände in der früheren Täterää zu; einen Trabi hätte ich damals vermutlich schneller bekommen. Aber egal, es ging mir ja um den Stoff, nicht um die Schnelligkeit und so dachte ich, schneiderst dir halt eine Strickjacke für Silvester. Für Mitte Januar. Na gut, dann halt für den 50. Geburtstag Ende Januar. Anfang Februar war der Stoff dann endlich da.
Die Warterei hatte den Vorteil, dass ich mir genau überlegen konnte, welches Schnittmuster ich nehme UND dass ich mir eine Probejacke nähen konnte um zu sehen ob das passt- schliesslich kosten die Albstoffe-Schätzchen ein paar Eurofuffzich mehr als übliche Stoffe, da will ich nix mißlungenes im Schrank hängen haben.
Probejacke Numero uno war die Chilljacke von Leni Pepunkt. Ein wirklich schöner chilliger Schnitt, aber wegen des fehlenden Kragens/Beleg/wasauchimmerumnHalshalt nix für den guten KnitKnit von Albstoffe und leider auch nix für den Glamoursweat, der ist nämlich innendrin ein winziges bißchen kratzig und daher zu unmütlich für die Couch. Trotzdem eine schöne Jacke:

Als nächste Probejacke fiel mir die brandneue Ana von Bienvenido colorido in die Hände und dazu ein ganz weicher Double-Face-Sweat aus dem Nähhimmel, die Jacke (ohne Kapuze, mit gedoppeltem Beleg und Taschen) ist herrlich weich und mütlich geworden, prima für die nicht mehr ganz so kalten Tage nur mit TShirt drunter:

Bingo, das war genau das richtige Schnittmuster.
Füchse haben längst erkannt was da auf dem unterem Bild noch zu sehen ist: ein großes Dreieckstuch aus den coolen Dreiecken „One Direction“ ebenfalls von Hamburger Liebe und Albstoffe. Auf Facebook kursierte das Video von Goldlockengina, in welchem sie erklärt wie man aus einem Meter Stoff ohne Verschnitt ein Dreieckstuch mit zwei schönen Seiten näht. Da musste ich doch nachprüfen obs ging und es gang. 😂 Danke Gina, fürs Erklären!
Wo war ich? Ach ja, Ana. Ich muss sagen, dass mir der Name für die Jacke nicht so gut gefällt, der macht bei mir schlechtes Karma. Im Kinderheim hatte ich vor vielen Jahren ein extrem magersüchtiges Mädchen in der Gruppe und was ich da erlebt habe an selbstzerstörerischem Verhalten hat mich wirklich ratlos (und komplett überfordert) zurückgelassen. Eindeutig nicht meine Profession. Ana wie Anorexia war die Abkürzung für ihre Krankenhaus-Mädchengang mit dem zweifelhaften Schönheitsideal- mit Haut überzogene Skelette wie das Model aus der Benettonwerbung galten ihnen als fett und ich frage mich heute ernsthaft, wie man ein (übrigens sehr liebenswertes) Kind mit einer so enormen psychischen Erkrankung in eine Wohngruppe ohne entsprechend ausgebildetes Personal stopfen konnte. Aber gut.

Ich stehe nun nicht im Verdacht, demnächst einer Anorexia anheimzufallen, daher habe ich mir munter eine 48 zurecht geschnippelt und mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden (mit den Bildern nicht):

Diesmal Ana mit Beleg, Taschen und Kapuze. Die Kapuze ist wirklich riesig, die würde ich beim nächsten Mal etwas kleiner schnippeln. Wenn ich sie auf den Kopf setze sieht man bis zum Kinn nix mehr von mir, aber wer weiß wofürs gut ist…
Ansonsten ist das Schnittmuster einfach zu nähen, gut erklärt und größengerecht- wie man es von Bienvenido Colorido kennt.
Die beiden Stoffe von Albstoffe sind übrigens auch sehr sehr zu empfehlen. Sie fühlen sich weich an, kratzen überhaupt nicht und sind sehr hochwertig verarbeitet. Sie sind ihr Geld auf jeden Fall mehr als wert! Leider habe ich null Idee, was ich außer Jacke und Tuch noch draus nähen könnte- als Pulli kann ich mir die doch recht dicken Stoffe nicht so recht vorstellen.
Für alle die bis hierher durchgehalten haben gibts gäbs als Belohnung noch ein bißchen Hundecontent:

Aber die beste Kamera nützt NIX wenn das Viech nicht stillhält. 😡

Na also, geht doch. 😍
(Da war wahrscheinlich ein Hundekeks im Spiel…)
Im Vordergrund übrigens ein selbstgeflochtenes Hundespielzeug aus Resten von Doublefacejaquard und Paisley von Hamburger Liebe. Der Hund soll ja schliesslich auch ein bißchen stylish daherkommen. Ein Hipster-Dog sozusagen.
Wo war noch gleich die Linkparty für Hundezeug? Nein, Spaß, Rums reicht mir völlig!

Made in China

Es ist nicht zu fassen, aber heute muss ich mal ein gutes Wort einlegen für „Made in China“. Ich meine, demnächst bekommen wir eh nix mehr aus den USA geliefert, da ja dieser durchgeknallte Familienunternehmer mit Strafzöllen wedelt und die Europäer dann zurück strafverzollen müssen und so weiter, elendes Hickhack, man kennt das. Wer weiß ob wir uns in Zukunft überhaupt noch was Amerikanisches leisten können (hoffentlich wird als erstes dieses fade Fakeessen aus den Plastikkneipen unbezahlbar *höhö* und danach diese moralinsauren Amifilme, örks), da muss man sich ja jetzt schon mal nach neuen Geschäftspartnern umgucken, ich hab also testweise schon mal angefangen und was in China bestellt.
Also, eigentlich hab ichs in Hamburg bestellt, was das jetzt mit China genau zu tun hat hat sich mir nicht erschlossen, aber egal. Innendrin stand jedenfalls Made in China und ehrlicherweise war ich mir der Verwerflichkeit meines Tuns wohl bewusst, schliesslich versuche ich sonst möglichst regionale Produkte wegen Nachhaltigkeit, Bio, etc zu kaufen, aber das hier war halt familienfriedenstechnisch nicht anders zu handeln, außerdem hatte ich keine Lust, das Teil selber zu nähen.
Also bestellte ich für Junior einen Schulumhang der Hogwarts- Schule für Zauberei und Hexerei, und zwar um genau zu sein, einen von Ravenclaw.
Als Faschingskostüm getarnt, aber eigentlich braucht er es für seine zweite Identität als Nachwuchszauberer, die er erfolglos vor uns zu verheimlichen sucht. Ein Zauberkessel und der zu Weihnachten geschonken gekrochene Zauberstab (Original Ronald Weasleys Zauberstab, Danke Elbenwald!) sollten das Outfit vervollständigen.
Blöderweise kam ein Zauberumhang aus dem Haus Slytherin bei uns an. SLYTHERIN!
Eingeweihte wissen um den schockierenden Hintergrund dieses Frevels.
Junior schwankte zwischen Ärgern/Zurückschicken und Hinnehmen/Auftragen und da er leider mein rebellisches Temperament nicht geerbt hat, dafür meine Ungeduld, entschied er sich das fehlgeleitete Ding zu behalten. (Er redete sich ein, dass ja unmöglich JEDER aus dem Hause Slytherin böse sein könne, also verkörpere er nun halt den gutartigen Teil der Slytherin-Schüler. Ha! kann ich da nur sagen. Ha! Du Irrgläubiger!)
Diese Entscheidung konnte ich als liebendes Mutterherz natürlich unmöglich so hinnehmen- sein gesamtes Taschengeld hatte er in diesen Herzenswunsch Zauberumhang gesteckt. Und dann SLYTHERIN! Also nee.
Da die Vermutung, es könne an Sprachschwierigkeiten zwischen mir und dem chinesischen Versender gelegen haben (vielleicht kann er sein eigenes Shopsystem nicht lesen? Und mein Kantonesisch ist, nun ja, etwas eingerostet.) nicht von der Hand zu weisen war, beschloss ich, das Ganze nochmal von vorn anzufangen. Mit einem anderen Versender.
Also nahm ich MEIN Taschengeld und einen auf den ersten Blick unverdächtigen Karnevalsshop Tralala aus diesmal, glaube ich, Dutenhofen. Düsseldorf. Oder doch Diemelshausen? Egal und bestellte erneut. Einen Hogwarts-Schulumhang in Kinder M, Ausführung Ravenclaw bitte, Danke.
Was dann (natürlich aus chinesischer Produktion in irgendeiner ZhinghangpauEiwegStadt und der Karnevalsshop war erstaunlicherweis auch plötzlich fest in chinesischer Hand), außer dem bestellten Umhang in der richtigen Ausführung und richtigen Größe kam (ohne genau in der Beschreibung gestanden zu haben) führte dazu, dass ich um ein Haar mein Kind zur Adoption freigegeben hätte, nur damit ich das Zeug selbst behalten kann. Um ein Haar! Zum Glück passt mir der Umhang nicht.

Außer einer passenden Ravenclaw- Schulkrawatte war da noch ein Brief mit echt (aussehend)em Siegel an:
Mr Harry Potter
The Cupboard under the Stairs
4, Privet Drive
Little Whinging
Surrey

Darin befand sich die Bestätigung der Aufnahme an der Hogwarts Schule für Hexerei und Zauberei zum nächsten Schuljahr, die Liste der mitzubringenden Dinge UND das Bahnticket für den Hogwartsexpress auf Gleis 9dreiviertel…

Aaaaaahhhh, wie geil ist das denn? Ein Traum ist wahr geworden! Ich! Ich! darf nach Hogwarts und Zaubern lernen, endlich,  juhuuuuu!!!

*hust* An dieser Stelle meines innerlichen Totalausrasters nahm mich Junior begeistert und mit feuchten Augen in den Arm und bedankte sich für diese tolle Überraschung, JETZT wäre er endlich richtig und komplett ausgestattet für die Zauberschule und ich wäre überhaupt die beste Mama der Welt.
Und *wusch*, den im Kinderzimmer verschwindenden Kostbarkeiten hinterhertrauernd verdünnisierte sich mein Traum von Hogwarts, Hexenkarriere und dem Orden des großen Merlin wie eine Handvoll zischender Zauberdrops.
„Beste Mama der Welt“ ist ja auch ganz nett.
Finite incantatem.
Das Kind ist jedenfalls glücklich und übt fleißig…