Schnarch des Monats: Die Wahl der Qual

In zwei Wochen ist mal wieder Bundestagswahl, dürfte ja inzwischen jeder mitgekriegt haben, und ich stelle fest, es ist mir noch nie so schwer gefallen mich zu entscheiden.
Ich schwanke zwischen Entsetzen, Ungläubigkeit und Ach-leckt-mich-doch-alle-mal-am-Arsch hin und her und weiß es wieder nicht: wen soll ich wählen?
Ich weiß nicht, wer sich die Wahlplakate dieses Mal ausgedacht hat, aber diejenigen müssen einen ziemlich üblen Humor haben oder sie leben schlicht nicht im gleichen Deutschland wie ich.

Was für einen hanebüchenen Kalenderspruchmist unsere Kanzlerin von den Megaplakatwänden herab verzapft, sorry, mir wird schlecht. Also wirklich, Leute. „Das große Ganze beginnt mit einem Ohr für die kleinen Dinge“ *säusel*- mal ganz abgesehen von dem gruseligen Spot mit dem armen Baby im Mutterleib (ich konnte den Spot nur ohne Ton sehen, ehrlich, die Untertitel waren schlimm genug! Wer hat eigentlich das Baby gefragt von wegen Recht am eigenen Bild? Wo sind Peta, wenn man sie mal braucht?) ich weiß nicht ob ich kotzen oder mich fremdschämen soll für so einen Krampf.
Vielleicht ist es schon jemandem aufgefallen: wer mir bei Facebook mit zuvielen süßlichen Kalendersinnsprüchen kommt wird rigoros geblockt. Also, liebe Kanzlerin: du bist hiermit offiziell entfreundet, geh weg, such dir eine Datsche in der Uckermark und tapezier meinetwegen dort die Wände mit Sinnsprüchen aus der Hölle, mir egal, aber geh einfach weg. Ksch!

Leider gibt es aber in diesem Wahlkrampf niemanden, der sich wirklich ernsthaft um die Nachfolge im Kanzleramt bemüht. Ach, doch, da war ja jemand, dieser Herr Schmidt von der Hamburg-Mannh von der SPD. SPD, SPD, wer waren die noch gleich…grübel…. achja! Nach einem Blick auf die Wahlplakate weiß ichs wieder: Das ist diese total unangepasste, innovative und unbequeme Partei, die der CDU schon seit Jahren auf den Füßen steht und sie zu all diesen segensreichen Entscheidungen zwingt, die es ohne die gute SPD niemals gäbe. Equal Pay, Bildung für alle, Gerechtigkeit undsoweiter, hach. Martin, Martin, Martin! Ach, Verzeihung, da ist mir wohl ein kleiner Tagtraum dazwischengerutscht, muuharharhar. „Unsere Familienpolitik ist genauso: laut und fordernd.“ Da kann ich noch nicht mal mehr lachen, da bleibts mir echt im Hals stecken. Die SPD? Fordernd? Das ist so abwegig, da fühl ich mich ja fast beleidigt dass die denken ich würde das schlucken. Halten die mich für doof?

Aber gut, wieso nicht, die FDP hält mich ja auch für doof. Die denken offensichtlich, dass ich einen Parfümverkäufermodeldarsteller wähle, weil er so hip und gleichzeitig tiefphilosophisch ist, dass ich darüber vergesse, dass die FDP als traditionell wirtschaftsorientierte Partei einen Dreck für Familien- und Sozialpolitik gibt. „Schulranzen verändern die Welt, nicht Aktenkoffer.“ Joah- aber nur wenns die schweinsledernen Ränzelchen sind, die vor der Privatschule aus dem Porsche Cayenne gezerrt werden, oder was?

Und, ach Gott, die Grünen. Ja, da war mal was. Diese Wachsstiftkratzbilder kennt jeder, oder? Wenn man da mit einem Kratzer an der schwarzen Oberfläche kratzt, erscheinen untendrunter die Farben die da vorher waren. Bei manchen eben grün….

Mit anderen Worten: das gleiche halbherzige Wahlkampfgelaber wie seit vielen Jahren, dieses Jahr vielleicht noch ein bißchen müder, gelangweilter und lustloser als sonst.
Was für ein Glück, dass hier in Deutschland eine gute Bildung vorherrscht, alle zufrieden sind und fest auf demokratischem Boden stehen. Nicht auszudenken, wenn es hier solche Tendenzen wie in den USA gäbe. Marodierend durch die Straßen ziehende Nazigruppen, Politiker, die offen rechtsextreme Positionen vertreten und/oder verharmlosen und genügend Wähler die das ganze auch noch demokratisch legitimieren.

Puh, da kann man wirklich froh sein, dass wir so starke Parteien und Politiker haben, die sich einem Rechtsruck in Deutschland entschieden und kompromisslos entgegenstellen und die gleichzeitig seit Jahren mit einer klugen Familien- und Bildungspolitik dafür sorgen, dass es allen Bevölkerungsschichten gut genug geht, dass niemand einen Sündenbock für sein eigenes Elend suchen muss….

 

Briefe aus der Heimat- einmal Vergangenheit und zurück

Seit ich mich erinnern kann, stand im Schlafzimmer meiner Großeltern, ganz oben auf dem Regal hinter dem Vorhang, ein weinrotes, scheinbar selbstgemachtes Kästchen mit einem nicht ganz genau passenden Deckel. In dem Kästchen befand sich ein Packen vergilbter Briefe, teils in unleserlicher Schrift. Alle wussten: das sind die Briefe die Opa aus der Gefangenschaft an Oma geschrieben hatte, als sie noch beide sehr jung gewesen waren, in einer Zeit, die zumindest mir nur in Sepia bekannt ist.

Ich durfte als Kind zwar stets in Omas Nachttischschubladen wühlen und ihren sehr spärlich vorhandenen Schmuck (Rosenkränze gab es mehr) anschauen und bewundern, ihre Schals und Tücher hervorzerren, an ihnen riechen und sie mir umbinden, die Kistchen mit Bildern von fremden Menschen durchsuchen und sogar kopfüber in den Kleiderschrank tauchen auf der (vergeblichen) Suche nach Geheimnissen- nur an die mysteriösen Briefe in dem Kästchen durfte ich nicht.
Immer hiess es: das könnt ihr alles lesen, wenn wir mal nicht mehr sind.

An einem Weihnachten vor einigen Jahren, Opa war schon ein paar Jahre tot, fragte eins der Enkelkinder die Oma mehr im Spaß, ob wir denn nicht endlich mal die Briefe lesen dürften? Die Oma winkte erst ab, sagte etwas ähnliches wie: „Jo, Kenner- ess dot dann su interessant?“ verschwand dann kurz und stellte plötzlich das Kästchen mitten auf den Sofatisch. Nach kurzem Schock (wie jetzt?) und Zögern öffneten wir das Kästchen und ein, zwei oder drei Briefe wurden herausgenommen und stockend vorgelesen. Ich kann mich nicht mehr erinnern was vorgelesen wurde (es war auch unerheblich, denn die bloße Tatsache, DASS wir darin lesen durften!), aber allen, groß und klein, standen die Tränen in den Augen. Nach kurzer Zeit tauchte Oma wieder auf, meinte: “Jetz ess et gut, den Rest kunnt ihr lese wenn ich nimmer sinn“ und brachte das Kästchen wieder weg. Danach kam es nicht wieder zum Vorschein.

2012 starb meine Oma, aber das Tabu auf dem Kästchen wirkte noch lange nach. Zwar nahmen wir in der Zeit nach ihrem Tod bei dem ein oder anderen Familientreffen auch mal das Kästchen heraus und lasen den ein oder anderen Brief, aber stets mit größter Vorsicht, und es war allen klar, damit muss was passieren, sonst sind die fast achtzig Jahre alten Briefe unwiederbringlich dahin. Trotzdem dauerte es bis letztes Jahr, bis schließlich ich mir einen Ruck gab und mich traute das Kästchen mit nach Hause zu nehmen, in der Absicht alle Briefe einzuscannen und digital für die Familie zur Verfügung zu stellen. Auch hier stand es noch einige Monate mahnend herum bis ich es schaffte mich dem Inhalt zu stellen.

Ich entschuldigte mich innerlich bei Oma und Opa für das Eindringen in ihre sorgsam gehütete Privatsphäre und begann nach Datum zu sortieren und zu lesen.

Insgesamt befinden sich ungefähr hundertzwanzig Briefe aus den Jahren zwischen 1940 und 1946 in dem Kästchen. Dazwischen auch zwei von Oma an Opa und das ein oder andere nicht zuzuordnende Bruchstück, aber der überwiegende Teil sind Briefe, die Opa aus dem Krieg und später aus der Gefangenschaft an seine „herzallerliebste Mia“ geschrieben hatte.

Allein diese Formulierung macht mir eine Gänsehaut. Man muss dazu wissen: Ich empfand meinen Großvater immer als einen distanzierten, gefühlsarmen Menschen. Ich kann mich nicht erinnern, jemals ein liebevolles Wort von ihm gehört zu haben, umarmt werden wollte er auch nicht und im direkten Kontakt war er eher einsilbig. Aus erwachsener Sicht betrachtet erinnere ich, dass er auch humorvoll, großzügig, vielseitig interessiert und oft gut gelaunt gewesen sein muss, aber als Kind schien er mir eher abweisend, ich hatte immer ein wenig Angst vor ihm und traute mich nicht allzuviel in seiner Gegenwart.
Alleine also die von ihm handgeschriebenen Zeilen zu lesen, die so liebevoll und sehnsüchtig formuliert sind, wie ich es ihm niemals zugetraut hätte, war nicht ohne Weinen möglich. Inzwischen habe ich alle Briefe mehrfach gelesen und kenne die meisten davon fast auswendig. Trotzdem muss ich beim Lesen immer noch heulen.

Zeitgleich begann mein jüngster Onkel anhand von Büchern, Bildern und Notizen aus dem Nachlass der Großeltern die Geschichte seines Vaters zu recherchieren. Angefangen von den sehr spärlichen Informationen über seine Kinder- und Schulzeit über die Berufswahl, die Musterung und die sich anschließende Zeit beim „Barras“, die Zeit an der Front in Afrika bis hin zur Gefangennahme und die Jahre in kanadischer Kriegsgefangenschaft trug er alles zusammen, was zu finden war.

Als wir schließlich entdeckten, dass wir im Prinzip beide die gleiche „Mission“ hatten- die Briefe und das Leben des „Bappe“ nicht vergessen zu lassen- entschieden wir uns, daraus ein gemeinsames Buch zu machen.

Es hat lange gedauert und die meiste freie Zeit und Hirnkapazität im letzten Jahr gebunden, aber inzwischen ist das Buch fertig. Die Beschäftigung mit den Briefen hat mir zwei Menschen nähergebracht, die enorm viel Einfluss auf meine Entwicklung hatten, die ich manches Mal laut verflucht, viel zu oft nicht verstanden, aber dennoch innig geliebt habe. Ich fühle mich auch der Person näher, der ich morgens im Halbschlaf die Zähne putze: wer bin ich, und warum bin ich, wie ich bin? Was hat mich geprägt?
Ich weiß jetzt zum Beispiel, warum geradezu zwangsweise jeder aus der Familie sofort die Landkarte oder Google Maps zückt, wenn sich jemand anderes aus Gründen irgendwo auf der Welt aufhält. Wo ist das, welche Stadt ist in der Nähe, wie kommt man am besten dorthin, wie sieht die Landschaft dort aus etc. Wir können ein Familientreffen durchaus mit einem stundenlangen Kartenstudium beginnen und debattieren, welches denn nun der günstigste Anfahrtsweg und wo die schönste Sehenswürdigkeit auf dem Weg gewesen sei. (Kein Witz: wir haben letzte Woche La Palma für die nächsten Osterferien gebucht. Ich war noch nie da, aber abends konnte ich die Landkarte von La Palma und die zehn wichtigsten anzusteuernden Punkte auswendig. Auswendig!)

Das scheint nicht verwunderlich, wenn ich mir vorstelle, wie die kaum zwanzigjährige Mia ihre freie Zeit vermutlich mit dem Studieren von Landkarten verbrachte, um ihrem Bernhard wenigstens mit dem Finger auf der Landkarte nahe sein zu können. Diese Vermutung liegt nahe, denn bis ins hohe Alter hatte sie immer eine Karte oder einen riesengroßen Atlas griffbereit um nachzuverfolgen, wo sich wer gerade aufhielt.

In Zeiten von Email, WhatsApp und Videochat können wir nicht mal mehr ansatzweise nachvollziehen, wie es sein muss, monatelang Briefe ins Unbekannte zu schreiben, ohne zu wissen, ob der Adressat noch lebt, oder die Adressatin sich vielleicht einer neuen Liebe zugewandt hat?
Wieviel Vertrauen da zwischen zwei Menschen existieren muss, dass man das aushalten kann. Das ist vielleicht meine schönste und wichtigste Erkenntnis aus der Beschäftigung mit den Briefen: Das unsere ganze Familie auf einem großen Vertrauen aufgebaut wurde.

Mein Lieblingsspruch des Tages

ist: Aus Scheiße Gold machen.
In den letzten Tagen gab es in meiner Facebook-Timeline bisweilen gehässige Kommentare über eine Youtuberin namens Bibis Beautyhütte oder so, die wohl ein gar schröckliches Lied aufgenommen hat. Da mich Youtuber (und innen) per se erstmal gar nicht interessieren (ich bin zu alt für jeden Scheiß) und ich schon gar nicht irgendwelche seltsame Musik hören möchte, die einzig zu dem Zweck erfunden und aufgenommen wird, Minderjährigen, die noch nicht den letzten Cent für irgendwelchen Beautyscheißdreck ausgegeben haben, denselben aus der löchrigen Tasche zu ziehen, UND weil es wirklich besseres mit meiner Lebenszeit anzustellen gibt, als denselben Youtuberinnen einen Klick zu schenken, habe ich das Liedchen ignoriert und mir gar nicht erst angehört.

Bis ich das Video von den Männerstimmen der Lübecker Knabenkantorei zugeschickt bekam.
(Danach wollte ich doch wenigstens einmal das Original anhören, zum vergleichen, nichwohr. Meine Ohren verweigerten mir nach den ersten drei mit piepsiggequälter Stimme vorgetragenen Wörtern den Dienst- die Ohrläppchen verknoteten sich, schlüpften in die Gehörgänge und drohten dumpf, mich zu erwürgen wenn ich das nicht so.fort.aus.mache!
Boah, ich bin jetzt noch schockiert von dem Gewimmer. Der Sängerin, nicht der Ohren.)

Seitdem wiederhole ich immer und immer wieder völlig verzückt: Man KANN aus Scheiße Gold machen, und zwar richtig gutes.
Wieso bin ich nicht auf die Idee gekommen? Ach so, weil ich kein gut ausgebildeter Männerchor bin. Ich kann nicht mal singen.
Bühne frei:

Übrigens: einer ist mit mir verwandt *stolz*. Es gibt also doch ordentliches Genmaterial in der Familie…

Nicht-Fasching und Zufälle

Man kann so ein Faschingswochende durchaus also auch ohne maskierte Fröhlichkeit verbringen. Man braucht sich in der Woche vorher nur so einen derart heftigen grippalen Infekt zu holen, dass einem das ganz Bohei komplett wurscht ist und man sich freut, dass man überhaupt mal wieder ein paar Schritte laufen kann ohne sich gleich wieder setzen zu müssen.

Erstaunlicherweise war das Ausflugsziel für einen sonnigundfastwarmen Sonntagnachmittag wie heute wie leergefegt- gut, die ganzen Frankfurter Wochenendausflügler besetzten wahrscheinlich heute ausnahmsweise mal sämtliche Faschingszüge im Rhein-Main-Gebiet statt wie sonst üblich alle schönen Flecken im Taunus. Als Taunusbewohner nimmt man sich ja sowieso am besten an einem kalten und regnerischen Tag Urlaub, wenn man mal was von seiner Umgebung haben will ohne auf Schritt und Tritt über unerzogene Frankfurter zu stolpern *schnaub*, aber das nur nebenbei.

Irgendwo in diesem Brettergewirr schaffen sich grad Mann und Kind auf der Suche nach guter Aussicht nach oben (ersterer mit Höhenangst, chapeau! Aber er übt schon mal für die Highline 179, die er dieses Jahr bezwingen ausprobieren will (ich schwöre, ich kauere mich wimmernd auf den ersten Metern zusammen *bibber* und er ziehts durch…?), aber ich war froh dass ich die 500 Meter vom Parkplatz bis dorthin überhaupt ohne Kollaps geschafft habe.

Da siehste guck- fehlt eindeutig der Grünfilter, wa? Meine Güte, da krieg ich wirklich große Sehnsucht nach dem Frühling…

Erinnert sich noch jemand an das Bild? Hab ich letztes Jahr in der Faschingszeit gemacht und dann hier und auf Facebook eingestellt und vergessen.
Vor ein paar Tagen liket ein Facebookfreund die Seite einer Whiskydestille (die ich vorher nicht kannte) ganz in der Nähe, bzw einen Post derselben und da grinst mich doch mein eigener Faschingskreppel an!
Definitv mein Kreppel, mein Gebißabdruck, unverkennbar, versehen mit einem lustigen Spruch. Cool, dachte ich. Woher zum Teufel haben die den, dachte ich.
Eine erste Recherche ergab, dass das Bild aus einem Grafiktool stammen soll, welches genau, weiß ich noch nicht, ich hoffe, dass ich diese Info noch schnellstmöglich kriege.
Jedenfalls schon mal interessant, welche Wege die Bilder so nehmen….
Würde ich als Fotograf meine Brötchen verdienen, sähe ich das möglicherweise nicht so entspannt.
Und zeitgleich fragt mich per Mail eine Lehrerin einer weiterführenden Schule an, ob sie Teile aus meinem Post über die Elmex-Zahnpastatube für ein Arbeitsblatt für ihre Klasse verwenden darf- Hallo? Wer hat denn da im Universum sein Fernrohr auf mich gerichtet? Psch- weg. Geh weg da, weitergehn, hier gibts nix Interessantes zu sehen! Ts.

Natürlich haben wir gleich mal in der Whiskydestille ein Probepäckchen bestellt um die Qualität zu überprüfen…
Und die Lehrerin darf selbstverständlich Material aus meinem Post verwenden. Je nachdem, wie alt die Kids sind, kann sie ja die Flüche drin lassen…. *muuuharharhar*

In diesem Sinne: Helau! Fresse.

Made in China

Es ist nicht zu fassen, aber heute muss ich mal ein gutes Wort einlegen für „Made in China“. Ich meine, demnächst bekommen wir eh nix mehr aus den USA geliefert, da ja dieser durchgeknallte Familienunternehmer mit Strafzöllen wedelt und die Europäer dann zurück strafverzollen müssen und so weiter, elendes Hickhack, man kennt das. Wer weiß ob wir uns in Zukunft überhaupt noch was Amerikanisches leisten können (hoffentlich wird als erstes dieses fade Fakeessen aus den Plastikkneipen unbezahlbar *höhö* und danach diese moralinsauren Amifilme, örks), da muss man sich ja jetzt schon mal nach neuen Geschäftspartnern umgucken, ich hab also testweise schon mal angefangen und was in China bestellt.
Also, eigentlich hab ichs in Hamburg bestellt, was das jetzt mit China genau zu tun hat hat sich mir nicht erschlossen, aber egal. Innendrin stand jedenfalls Made in China und ehrlicherweise war ich mir der Verwerflichkeit meines Tuns wohl bewusst, schliesslich versuche ich sonst möglichst regionale Produkte wegen Nachhaltigkeit, Bio, etc zu kaufen, aber das hier war halt familienfriedenstechnisch nicht anders zu handeln, außerdem hatte ich keine Lust, das Teil selber zu nähen.
Also bestellte ich für Junior einen Schulumhang der Hogwarts- Schule für Zauberei und Hexerei, und zwar um genau zu sein, einen von Ravenclaw.
Als Faschingskostüm getarnt, aber eigentlich braucht er es für seine zweite Identität als Nachwuchszauberer, die er erfolglos vor uns zu verheimlichen sucht. Ein Zauberkessel und der zu Weihnachten geschonken gekrochene Zauberstab (Original Ronald Weasleys Zauberstab, Danke Elbenwald!) sollten das Outfit vervollständigen.
Blöderweise kam ein Zauberumhang aus dem Haus Slytherin bei uns an. SLYTHERIN!
Eingeweihte wissen um den schockierenden Hintergrund dieses Frevels.
Junior schwankte zwischen Ärgern/Zurückschicken und Hinnehmen/Auftragen und da er leider mein rebellisches Temperament nicht geerbt hat, dafür meine Ungeduld, entschied er sich das fehlgeleitete Ding zu behalten. (Er redete sich ein, dass ja unmöglich JEDER aus dem Hause Slytherin böse sein könne, also verkörpere er nun halt den gutartigen Teil der Slytherin-Schüler. Ha! kann ich da nur sagen. Ha! Du Irrgläubiger!)
Diese Entscheidung konnte ich als liebendes Mutterherz natürlich unmöglich so hinnehmen- sein gesamtes Taschengeld hatte er in diesen Herzenswunsch Zauberumhang gesteckt. Und dann SLYTHERIN! Also nee.
Da die Vermutung, es könne an Sprachschwierigkeiten zwischen mir und dem chinesischen Versender gelegen haben (vielleicht kann er sein eigenes Shopsystem nicht lesen? Und mein Kantonesisch ist, nun ja, etwas eingerostet.) nicht von der Hand zu weisen war, beschloss ich, das Ganze nochmal von vorn anzufangen. Mit einem anderen Versender.
Also nahm ich MEIN Taschengeld und einen auf den ersten Blick unverdächtigen Karnevalsshop Tralala aus diesmal, glaube ich, Dutenhofen. Düsseldorf. Oder doch Diemelshausen? Egal und bestellte erneut. Einen Hogwarts-Schulumhang in Kinder M, Ausführung Ravenclaw bitte, Danke.
Was dann (natürlich aus chinesischer Produktion in irgendeiner ZhinghangpauEiwegStadt und der Karnevalsshop war erstaunlicherweis auch plötzlich fest in chinesischer Hand), außer dem bestellten Umhang in der richtigen Ausführung und richtigen Größe kam (ohne genau in der Beschreibung gestanden zu haben) führte dazu, dass ich um ein Haar mein Kind zur Adoption freigegeben hätte, nur damit ich das Zeug selbst behalten kann. Um ein Haar! Zum Glück passt mir der Umhang nicht.

Außer einer passenden Ravenclaw- Schulkrawatte war da noch ein Brief mit echt (aussehend)em Siegel an:
Mr Harry Potter
The Cupboard under the Stairs
4, Privet Drive
Little Whinging
Surrey

Darin befand sich die Bestätigung der Aufnahme an der Hogwarts Schule für Hexerei und Zauberei zum nächsten Schuljahr, die Liste der mitzubringenden Dinge UND das Bahnticket für den Hogwartsexpress auf Gleis 9dreiviertel…

Aaaaaahhhh, wie geil ist das denn? Ein Traum ist wahr geworden! Ich! Ich! darf nach Hogwarts und Zaubern lernen, endlich,  juhuuuuu!!!

*hust* An dieser Stelle meines innerlichen Totalausrasters nahm mich Junior begeistert und mit feuchten Augen in den Arm und bedankte sich für diese tolle Überraschung, JETZT wäre er endlich richtig und komplett ausgestattet für die Zauberschule und ich wäre überhaupt die beste Mama der Welt.
Und *wusch*, den im Kinderzimmer verschwindenden Kostbarkeiten hinterhertrauernd verdünnisierte sich mein Traum von Hogwarts, Hexenkarriere und dem Orden des großen Merlin wie eine Handvoll zischender Zauberdrops.
„Beste Mama der Welt“ ist ja auch ganz nett.
Finite incantatem.
Das Kind ist jedenfalls glücklich und übt fleißig…

Willkommen im digitalen Zeitalter

Blutspende beim DRK. Gespräch am Aufnahmetisch. Vor etwas mehr als zwei Jahren.
„Wäre es in Ordnung, wenn wir Ihnen unsere Blutspendeeinladungen in Zukunft per E-Mail zukommen lassen? Sie wissen ja, die Papierverschwendung, für die Umwelt wäre das doch gut und es müssen nicht mehr extra Bäume für uns umgeholzt werden, haha, dann bitte hier ankreuzen und Mailadresse eintragen“
Super Idee!  Schliesslich liegen die kommenden Termine immer schon bei der Blutspende aus, ich brauche gar keine Einladung. Also angekreuzt: in Zukunft ausschliesslich per Mail einladen, keine Bäume mehr für mich umholzen, bittedanke.

Zur nächsten Blutspende: Einladung per Post, drei Tage später eine Erinnerung, weil: sie mit ihrer seltenen Blutgruppe, jede Spende rettet Leben, besonders wichtig, jaja, ist ja schon gut.
Zusätzlich ein Brief: „Wären sie damit einverstanden, in Zukunft … Einladungen … Blutspende … Mail …, wissen ja, Papier, Bäume tot, Umwelt undsoweiter blabla. Bitte hier ausfüllen, unterschreiben und an uns zurücksenden“
Hmpf. Hatte ich doch schonmal. Na gut, ausgefüllt, unterschrieben, abgeschickt.

Zwischendurch den Blutspendeort gewechselt. Keine Zeit gehabt zum Blutspendetermin hier zu gehen, also eine Woche später zur Blutspende drei Käffer weiter. Man will ja ein guter Mensch sein, Selbstlosigkeit, Leben retten, Karmapunkte sammeln und der ganze Quatsch, außerdem brauch ich die Süßigkeitentüte. *Mööpmööpmööp!* Schwerer Ausnahmefehler.
Zum nächsten Blutspendeturnus kommen zwei Einladungen. Eine für diesen, eine Woche später für jenen Ort. Per Postauto. Zusätzlich noch vor jedem Termin eine zwei Extraeinladungen: sie mit ihrer seltenen Blutgruppe, denken sie dran, unbedingt spenden, Leben retten, Karmapunkte, Süßigkeiten, der ganze Quatsch halt. Auch per Postauto, versteht sich.

Blutspende beim DRK. Gespräch am Aufnahmetisch. Vor anderthalb Jahren.
„Entschuldigen Sie, ich hatte bereits vor längerem in ihrem Fragebogen angekreuzt dass ich meine Einladungen bitte nur noch per Mail bekommen möchte- und dasselbe später übrigens nochmal per Briefpost, nun kamen schon wieder Einladungen per Post, wissen sie vielleicht….äh, wohl eher nein.“ Das Gegenüber guckt irritiert, stammelt etwas, nein, schon okay, vergesst es. Ich probiers per Internet.
Unter www.blutspendedienst.com gibt es einen Button „Einladung per Mail oder Post?“ Man ahnt was kommt: Erlaubnis erteilt, Mailadresse angegeben, alles ausgefüllt (wegen Selbstlosigkeit, Leben retten, Karma und dem ganzen Rotz. Süßigkeiten!).
Drei Monate später, zum nächsten Blutspendeturnus: vier Einladungen. Per Postauto. Auf Papier.
Nochmal Internet, Erlaubnis erteilt, andere Mailadresse angegeben, alles ausgefüllt (wegen Selbstlosigkeit, Leben retten, Karma und dem ganzen Rotz. *grrna*).

2015 vergeht mit je vier mal zwei Einladungen für zwei Blutspendestandorte, macht sechzehn Briefe. Auf der Gegenseite mehrere lahme Versuche, doch noch in den Mailverteiler zu kommen.
2016 vergeht mit je vier mal zwei Einladungen für zwei Blutspendestandorte, macht wieder sechzehn Briefe die vom Briefkasten auf direktem Weg in die Altpapiertonne wandern. Auf der Gegenseite leises Weinen bei dem Gedanken an so viele tote Bäume. Resignation macht sich breit.
Der Treppenwitz dabei: In jeder! verdammten! Einladung! dieses Kästchen:

Buuhuhuhuuu…*heulendzusammenbrech*

Mal im Ernst: ich war jetzt schon länger nicht mehr bei der Blutspende, weil die Termine in den letzten Monaten echt blöd lagen. Entweder war ich nicht da oder krank. Nun könnte ich ja leicht noch einen dritten Ort ansteuern der vielleicht einen besseren Termin anbietet, wegen Selbstlosigkeit, Leben retten, Karma und Süßigkeiten- wißt ihr Bescheid.
Aber bin ich wahnsinnig? Vierundzwanzig Briefe pro Jahr! Meine Altpapiertonne krieg ich auch anders voll… (Mit Werbeblättchen zum Beispiel)

Jahresrückblickende Weihnachtsgedanken. Edition feierlich.

Der allgegenwärtigen Meckerei über das fast vergangene 2016 einen Kontrapunkt setzend möchte ich hier mal in aller Deutlichkeit sagen: 2016 war ein tolles Jahr!

Ja, gut, global und politisch gesehen war es eher eins der schaurigsten überhaupt in meiner Erinnerung. Man möchte sich garnicht nochmal in Erinnerung rufen, was dieses Jahr alles schief gelaufen ist, aber wenn man es dann doch tut, stellt man fest, dass die Dinge garnicht erst in diesem Jahr schiefgelaufen sind. Wir haben nur den Schlag jetzt erst gehört. (Und werden im September 2017 noch einmal betreten um uns blicken, wenn uns der nächste Schlag trifft.) Genug der Kassandrarufe, am End murkst mich noch einer ab, ich sags ja nur damit ich nachher sagen kann: ich habs ja gesagt.

Aber so privat, das heisst: Familie, Arbeit, Schule, Freunde, das winzigkleine Dorf in dem wir leben- das alles war in diesem Jahr sozusagen ein stetig sprudelnder Quell der Freude. Okay- gelogen. Nicht ganz. Aber mal ehrlich, wie toll muss das Leben sein, wenn das Schlimmste worüber man sich aufregen kann, ein falsch ausgefüllter Mitgliedsantrag oder eine schlecht laufende Schulbusverbindung ist?

Junior hat meinen Vorsatz vom Anfang des Jahres (alle Harry Potter Bände nochmal lesen) leicht abgewandelt umgesetzt und seit Anfang Oktober bis gestern Mittag alle sechs Bände in Hörbuchversion durchgehört. ALLE sechs Bände! Das sind 121 CDs!
(Mit den Filmen hinken wir etwas hinterher, die sind ja in ihrer Darstellung doch etwas gruseliger, abgesehen davon bin ich der Meinung, dass man erst die Bücher kennen sollte, bevor es an die Filme geht, das sieht Junior zum Glück auch so.)

An der hohen Frequenz der Blogbeiträge *hüstel* merkt man deutlich: Zeit war Mangelware in 2016 und zwar mit steigender Tendenz. Obwohl beide Jobs zusammen eigentlich nicht mehr als 25 Stunden wöchentlich ergeben, bleibt doch insgesamt wenig Zeit für solche Dinge wie Blogschreiben über. Die ständig wechselnden Einsatzorte und Zeiten kosten zusätzlich Zeit und so blieb in diesem Jahr einiges auf der Strecke. Genäht habe ich insgesamt zwar viel, aber recht selten gerumst, ganz zu schweigen von Made4Boys, wo ich auch kaum Gast war dieses Jahr.
Am meisten gelitten unter dem Zeitmangel hat allerdings unser Haushalt. Ich hatte ehrlich keine Ahnung, dass soviele Wollmäuse bei uns wohnen. Ganze Großfamilien haben es sich im Laufe der manchmal Wochen Tage ohne Staubsauger in der Wohnung gemütlich gemacht, kamen gemächlich unter dem Sofa oder den Schränken hervorgekrochen, feierten in den Ecken Straßenpartys und lebten in friedlicher Eintracht mit ihren Geschwistern im Geiste, den Staubwolken und blinden Fensterscheiben.
Falls uns jemand besuchen (und die Wohnung besichtigen) möchte, sollte er es demzufolge also heute tun, denn heute ist der Tag an dem das Bad glänzt, der Boden frei ist und die Sonne (falls vorhanden) es tatsächlich durchs Fenster auch hereinschafft. Sogar Juniors Zimmer ist aufgeräumt und teilweise gesaugt. (Wir hatten lediglich zu bedenken gegeben, dass das Christkind möglicherweise von einem Irrtum ausgeht wenn es ein Zimmer voller unaufgeräumter Spielzeugberge sieht, denn dort kann doch unmöglich jemand wohnen, der NOCH MEHR Spielzeug braucht?)

Leider hat es auch selten zu größeren Kochaktionen gereicht, trotzdem war ich täglicher Gast bei meinen Lieblings-Kochblogs Wesfood und Glatzkoch. Zugegeben, es ist mir schleierhaft wie man neben der ganzen Kocherei und Bloggerei auch noch einfach so vor sich hin leben kann, aber gut. Nicht jeder braucht so viel Schlaf wie ich…

Die Kategorie „Nerv des Monats“ wird hoffentlich demnächst auch wieder etwas belebt. Kaum erfunden dieses Jahr, kam sie auch schon wieder zu kurz. Hier eher weniger aus Zeitgründen denn aus Gründen des Entsetzens darüber, wieviel Dummheit, Borniertheit, Arroganz, ach einfach: Schlechtigkeit es eigentlich auf der Welt geben kann. Jedesmal wenn mir etwas auffiel, über das ich mich mal hätte so richtig aufregen können, wurde ich so entsetzlich müde bei dem Gedanken an die unendlichen Möglichkeiten der menschlichen Durchgedrehtheit, dass       ich       einfach        *gääähn*
Für das nächste Jahr bin ich guter Hoffnung dass ich mich an all das Elend gewöhnen kann, es wird ja vermutlich nicht besser werden, und dann kann ich mir auch wieder einen einzelnen Nerv herauspicken. Pragmatismus ist das Gebot der Stunde.

Richtig stolz bin ich auf meine beiden Buchbesprechungen in diesem Jahr. Erst im März Schlaf gut, Baby und dann im Oktober Das gewünschteste Wunschkind. Wenn wir alle unseren Kindern mit mehr Liebe, Wertschätzung und Respekt begegnen würden, hätte die Gesellschaft ab der nächsten Generation nicht mehr unter emotionalen und sozialen Krüppeln wie Petry, Trump und Konsorten zu leiden.

Das Erziehungs-ABC hat 2016 auch nur zwei weitere Buchstaben bekommen: L und W, auch hier gilt die Maxime des weißen Kaninchens: Keine Zeit, keine Zeit! Auch das wird hoffentlich im nächsten Jahr besser…

Die beiden Tage vor Heiligabend Urlaub zu nehmen, war jedenfalls ein sehr, sehr schlauer Schachzug, denn so entspannt und stressfrei sind wir noch nie zum 24.12 gekommen. Jeden Tag ein bißchen was gemacht (und den Baum selbstverständlich schon letzte Woche geschmückt) und es war noch genügend Zeit zum Couchgammeln und Weihnachtsgeschichte glotzen über. Es geht fast nicht schöner.

Euch allen ein friedliches, glückliches und fröhliches Weihnachtsfest!

Jetzt geht das weiter hier

Das schönste am Urlaub ist Zeit haben.
Im Gegensatz dazu waren die letzten Wochen etwas arg angefüllt mit vielen vielen Terminen- schöne und weniger schöne, in der Arbeit und der Freizeit.
Da war der Projektcircus La Luna in der Schule,Zirkus3 Zirkus2 Zirkus1

die EM (die mich echt viel Schlaf gekostet hat)
EM
der Festzug im Nachbarort,
Festzug Riedelbach
die wieder sehr gelungene und amüsante Hofoper
Collage Hofoper
das Kümmern um Harry während das eigentliche Frauchen zu den Proben musste
Collage Harry
um nur einige wenige zu nennen.
Da blieb nur wenig Zeit über, und die habe ich vernünftigerweise dafür verwendet, mir fast die komplette Sommergarderobe neu zu nähen. *höhö* Okay, der Kurze (sagte ich kurz? Wir haben grad zwei paar neue Schuhe in 38 (achtunddreissig!!!) für ihn kaufen müssen *schrei*) hat auch ein paar neue Shirts gekriegt. Natürlich nicht geknipst. Aber für mich waren diesmal vier MaKiras, drei Ebbys, drei Eddas und sogar fünf Sannas. (Für die uneingeweihten: Blusen, Shirts, Shirts und Jerseyhosen.) drin. Dumdideldum….
Da war dann nicht mehr viel Zeit bzw Konzentration zum Schreiben.
Collage Hosen
Obwohl es ganz sicher genug Themen gibt.
Der Zustand der Welt im allgemeinen (gab es in 2016 eigentlich schon mal gute Nachrichten?) oder im speziellen (Trump. IS. Der Milchpreis. Ja, sind denn alle bekloppt geworden?).
Immer wenn ich anfange, über eine Sache nachzudenken, mich aufzuregen um das dann in Schriftform zu bringen, denke ich mir, ach, was solls. Lass mal Pokemon jagen gehen.
Und schon ist alles wieder gut.
Traumato, wo versteckst du dich, du Scheißvieh?!

 

Gibts Wichtigeres als Nähen?

Natürlich gibt es das:
Harry Potter Fotor
Ein unfassbar winziges Kerlchen, kann noch nicht mal richtig bellen, aber wickelt die ganze Familie um den Finger. Mühelos.
Das Welpenschulbuch sagt: Den Welpen während der Mahlzeiten ignorieren, auch wenn er noch so süß fiept und spielen will, also alle so: *ignorierignorierverdammtistdersüßignorierignorier* So schnell hatten wir noch nie fertig gegessen…

Ausgerechnet heute, als Harry Potter (ernsthaft. Als er geboren wurde, hatte er eine Zickzackblesse über den Augen, die ist zwar inzwischen ausgefranst, aber der Name ist geblieben.) bei uns (also bei meiner Mutter) einzog, hatte ich Schultütennähkurs, hmpf. Der war aber auch sehr schön, kreativ und kurzweilig. Die Damen haben sehr schöne Schultüten für den werten Nachwuchs gezaubert:
Schultueten Fotor
Wir fassen zusammen: Nähen ist nicht das Wichtigste auf der Welt. Aber ein sehr sehr tolles Hobby. ? Und jetzt wird mit dem Hund gespielt.

Ostern in Bildern

Die „Passion Christi“ nach Johannes von Johann Sebaldrian Bach. (Fotoaufnahmen von der Knabenkantorei Lübeck und des Ensembles Musica Baltica waren leider nicht gestattet.)
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Soll ja keiner behaupten, ich könnte keine Kultur. Pff.
Mit der Story an sich kann ich ja jetzt nicht soooo viel anfangen (ich muss mich vorsichtig ausdrücken…), aber die Umsetzung der Geschichte (die ja nun jeder, der zumindest mal körperlich in einem Religionsunterricht anwesend war, kennen sollte) war schon wirklich sehr beeindruckend.
Ok, bei der letzten Sopranarie dachte ich mir „sing schneller“ (welcher Film?), aber alles andere war klasse. Der einzige Wermutstropfen: Nach dem Schlussakkord wünschten sich die Sänger und Musiker laut Booklet eine „Zeit der Stille“- ok, kann ich verstehen, Jesus am Kreuz, tot und all das Elend, ich bin ja jetzt auch nicht aus Stein, wer will da schon gleich losklatschen, aber dann. Dann wäre ich gerne so ein bißchen eskaliert- so in Form von etwas fürnehmen Händchenaneinanderpatschen, wie sich das halt in einer ehrwürdigen Hansestadt
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so gehört, (ich hätte auch gewisslich nicht „Zugabe“ gebrüllt- daheim warteten schliesslich sehnsüchtig und traurig die alleingelassenen Kinderchen auf ihre aushäusigen Eltern und Großeltern….
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aber nein, dann kam: Nix.
Die Sängerknaben marschierten ab, die Musiker packten ihr Geraffel zusammen und es klatschte: keiner. Schliesslich war ja Jesus grad über den Jordan gehopst. Ich vermute, die olle Schabracke neben meinem Mann hätte einen Mord begangen wenn wir geklatscht hätten. Und nicht nur einen.
Nee, ehrlich, manchmal bin ich doch lieber ein Prolet, der seinen Befindlichkeiten Ausdruck verleihen kann, wie es ihm grad beliebt. Jehova, Jehova! (Welcher Film?)
Das Osterfeuer
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bot zum Glück Anlaß für großzügige Versorgung mit alkoholischen Getränken,
dieses Jahr sogar mit Slühei Flünei Glühwein.
Zum Glück wurden die Eier am nächsten Morgen nicht im Schnee gesucht, sondern
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im vorsichtig knospenden Frühling. Wenn auch etwas verregnet, hmpf.
Bei diesem kaputten Osterei hatten wir vergessen, den Kran dazu zu bestellen. Anfängerfehler…
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Auf die Schiffahrt müssen wir wohl auch noch etwas warten…
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dafür trösteten wir uns am nächsten Tag bei schönstem Wetter mit dem Meer
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und ich mich zusätzlich noch mit der Entdeckung des ersten Spiegels, der mich in meiner GEFÜHLTEN Kleidergröße zeigt:
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Yesss!
Ein Hauch von Mordor schlich sich ein: Barad-Dur im Tag-Gewand. Das lidlose Auge– uhh.
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Am Abend eine Runde Gruppenmassage zur Auflockerung vor der nächsten Runde „Werwolf„. Ein seltsames Spiel, dessen Regeln sich mir noch nicht vollständig erschlossen, aber ich bin ja schliesslich schon über 45 und im Denken etwas ver lang  sahhmt.
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