Klassenfahrt

Junior ist auf Klassenfahrt- zum zweitenmal. Diesmal drei Übernachtungen und etwas weiter weg (2,5 Stunden Fahrt).
Manchmal kennt man sich als Mutter ja nicht mehr so richtig aus.
Beim letzten Mal hatten wir Tage und Wochen vorher jeden Abend erschwertes Zubettbringen unter dem Motto: Die Klassenfahrt, das große böse Monster. Geduldiges Zureden, Mutmachen, Trösten und stundenlanges Am-Bett-stehen waren gefragt. Gut, ich übertreibe, aber nur ein bißchen.
Am Bus dann kurzes Winken, ein halbherziger Kuss und weg war er, vor lauter Vorfreude fast kopfüber in den Bus purzelnd.
Diesesmal seit Tagen erschwertes Zubettbringen unter dem Motto: IchfreumichsoichfreumichsoICHFREUMICHSOaufdieKlassenfahrt, das wird so toll! Ach, wie toll, dachte ich. Da sieht man ja mal, wie die Kinder sich so zur Selbstständigkeit entwickeln, super!
Heute morgen plötzlich zaghaftere Töne: Mama, mach das Radio bitte aus, das Lied macht mich traurig (Nimm dies, Bieber, du alter Kinderschreck! Ich konnte dich noch nie leiden!) und ein plötzlich um 150% gestiegener Taschentuchverbrauch zum Augentupfen (Gib mir bitte das ganze Päckchen Mama…)
Äh, was? Ich war ein bißchen irritiert, muss ich sagen. Aber seine Klassenlehrerin hat ihn gleich sehr lieb in Empfang genommen, die Freunde ebenso und bisher kam kein Anruf, er wird seine Fassung und seinen Spaß an der Klassenfahrt also wohl wieder gefunden haben.
Dann arbeite ich jetzt mal weiter an meiner Fassung. Himmel, so einen tränenfeuchten Luftkuss aus dem Bus raus muss man als Mutter auch erstmal verarbeiten.

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