Mein Muttertag

begann mit dem Zusammenlegen einer Wanne Wäsche und anschliessendem Frühstückstischdecken, während Mann und Sohn auf der Couch rumlungerten und in ihre technischen Devices starrten. Waaahhh!
Nun, man muss fairerweise dazu sagen, dass an den restlichen Sonntagen im Jahr mein Mann den Frühstückstisch deckt, weil seine Frau so früh morgens üblicherweise unmöglich die nötige Hand-Auge-Koordination aufbringt, um die Marmelade unfallfrei zu Tisch zu bringen. Das geht erst nach der ersten Tasse Kaffee (den natürlich auch mein Mann kocht). Wieso ich das Tischdecken ausgerechnet am Muttertag geschafft habe- keine Ahnung.
Was will ich damit sagen?
Ach, geht mir doch fort mit eurem Muttertagskram. Bei uns ist das ganze Jahr Muttertag! Und Vatertag und Kindertag sowieso. Wir tun uns ständig gegenseitig und selbst etwas Gutes, behandeln uns respektvoll, kuscheln andauernd und haben uns lieb, was soll man denn da noch am Muttertag draufsetzen?
Das arme Kind hat schon Tage vorher voll den Stress, weils nicht weiß, was es zum Muttertag schenken soll, eigentlich ständig besseres zu tun hat (spielen!) und diese verdammte Schule nicht im Kunstunterricht für ein Muttertagsgeschenk sorgt (ich hatte mich schon auf einen liebevoll gestalteten Tontopf mit eingepflanzter Feuerbohne gefreut. Pustekuchen. Den wollten sie für ihre Klassendeko. Dabei habe ich einen extra schönen rausgesucht, hmpf.)
Aber da sich ausgerechnet am Tag vorher meine vorletzte Lieblingsgarnele plötzlich in Fischfutter verwandelte (ohne besonderen Grund, möchte ich betonen. Die Biester sind vielleicht empfindlich! Von fünf putzigen rotweiß gestreiften Garnelen die ich zum Geburtstag bekam, haben sich schon Anfang des Jahres drei entleibt (oder entmaterialisiert, gefunden haben wir jedenfalls kein Krümelchen mehr von ihnen), die beiden anderen waren eigentlich ganz fidel, bis Samstag halt. Sollndas? Die waren teuer!
Da war ich echt traurig, denn a) war die wirklich hübsch und b) ist die letzte Garnele jetzt sozusagen der „Last Man Standing“ (bis auf die fünf vier Amanos), das kann ja nun auch keinen Spaß machen so ganz ohne Kumpels und c) sollen die Tiere sich gefälligst bei uns wohlfühlen und nicht ständig wegsterben. Undankbares Volk.) hatte das Kind dann zum Glück noch eine Geschenkidee und malte eilig eine Karte mit einer Garnele drauf. Ich darf mir also von seinem Taschengeld eine kaufen, welche sind noch gleich die teuersten? *muuhaha*
Gut, möglicherweise hat sich das arme Tier nur entleibt um dem Kind einen Fingerzeig zu geben. Dann hätte sie es gut gemeint, aber mächtig übertrieben. Wie dem auch sei, man merkt was ich sagen will?
Muttertag ist voll fürn Arsch, vor allem für Garnelen.
Jetzt darf hier niemand erwähnen, dass am Donnerstag Vatertag ist, sonst kriegt das Kind wieder die Krise. Wie um Himmels willen soll der aber auch verstehen, das man am Muttertag gefälligst dem Mütterlein was zu schenken hat weil man sonst stante pede in die Hölle kommt (in der man ständig und immerzu Muttertagsgeschenke basteln muss ohne Schere und ohne Tesafilm und vor allem ohne eine gute Idee! Oh, was für Schmerzen das sind *aarrghh*), man aber zum Vatertag wiederum nix schenkt weil eben. Nix weil. Weils halt so ist.
Kapiert kein Mensch.
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Ein Gedanke zu „Mein Muttertag

  1. Ich amüsiere mich gerade wieder sehr über deinen Beitrag. Obwohl, das mit den Garnelen ( wusste bis dato nicht, daß man die außer zu essen auch als Haustiere halten kann ) ist schon verdächtig. Hat euer Nachbar neulich mal gegrillt unter dem Motto „mediterran“?
    Na ja nichts für ungut, Muttertag sollte jeden Tag sein und wie ich heute mal wieder bei FB gelesen habe, wirbt man im Fernsehen mit Blümchen zum Muttertag und Eifons zum Vatertag. Das sagt doch mal wieder alles, oder?
    So, nun bin ich weg.
    Ich lese hier IMMER, aber hab NIE Zeit zu kommentieren. Asche auf mein Haupt.
    LG Bine

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