Foodcontent

oder auch: endlich mal wieder was zu essen hier.
Bekanntermaßen bin ich ja nicht so der Feinmotoriker, was die Herstellung von Essen angeht, eher so die Frau fürs Grobe. „Alles zusammen in den Topf und los geht das“ gelingt bei mir besser als „68,5 Gramm von diesem und 16 Gramm von jenem genau 14,7 mal um die linke und dreimal um die rechte Achse rühren, danach für zweieinhalb Minuten leicht siedend kochen…hä?“
Ich meine, ich halte mich natürlich an Mengen- und Zutatenangaben im Rezept, also manchmal jedenfalls, und irgendwie kommt immer was essbares dabei raus, aber schön isses in den seltensten Fällen, das muss ich zugeben.
Da kommt mir sowas von Haus aus schon häßliches wie Linsensuppe sehr recht, denn ganz ehrlich: was kann man an Linsensuppe schon noch optisch versauen? Eben.
Als altes Bauernkind bin ich ja das Essen von seltsam aussehendem Zeugs gewöhnt (Erbelskuche, *verdammich,dashatteichdochschonmalverbloggt,ichfindsnichtmehr*, Erbelskließ (die sind grün. Und wie grün die sind.) Jägerkohl *blärch*, diverse Eintöpfe… ok, ich hör auf bevor einem schlecht wird)
Wo war ich? Ach ja, die Linsensuppe. Selbstverständlich habe ich die Linsensuppe schon immer selber gekocht, allerdings unter Zuhilfenahme einer Dose Linsen mit Suppengrün. Ich ging nämlich aufgrund einer Mischung aus Kindheitserinnerungen und Recherchefaulheit davon aus, dass man für Linsensuppe diese getrockneten Linsen ewig (und drei Tage) einweichen muss und da das eine Form von Küchenplanung erfordert die in meinem Hirn nicht angelegt ist (So, wir essen heute Linsensuppe. Wie, die Dinger hätte ich gestern einweichen müssen? Gut, gibt Tiefkühlpizza.) gab es halt nur die Alternative „Linsen und Suppengrün“ aus der Dose. Ist immerhin keine Fertigsuppe, auch wenn ich förmlich spüren kann wie der Glatzkoch sich zu einer Schimpfkanonade über Schimpansenküche aus Dosen aufbläht, ich zieh vorsichtshalber schon mal den Kopf ein…
Nun also.
Da kam mir das Rezept für Linsensuppe vom verehrten Kochlehrer (den ich vor kurzem anlässlich seines 200.000sten Zugriffs interviewen durfte, hat hoffentlich jeder gelesen?) gerade recht, der sich über die unausgesprochene Anweisung „Linsen einweichen!“ einfach so hinwegsetzte. Donnerschlag.
Aber, Freunde, es ist wirklich so: irgendwann in den letzten dreissig zwanzig zehn Jahren seit der letzten Linsensuppe von Oma hat jemand Linsen OHNE EINWEICHEN erfunden.
Einfach 45 min kochen und fertig ist das. Steht sogar auf der Packung.
Wenn man also nach dem Rezept von Wesfood eine Linsensuppe zubereitet und richtige Speck-und Schinkenwürfelchen (vom Metzger umme Ecke zum Beispiel) zum Anbraten verwendet UND die Suppe mit echter selbstgemachter Brühe (oder dem Kraftsaft aus dem letzten Kalieberpaket, ein geiles Zeug für alle die zu faul zum Selberkochen sind) auffüllt UND dann noch anständige Mettwürstchen von einem Metzger, nicht aus dem Supermarkt (in diesem Fall die genialleckeren Mettenden ebenfalls aus der Kalieberlieferung) reinschmeisst, dann, und NUR dann! Kriegt man eine so unfassbar leckere Linsensuppe die leider immer noch häßlich ist, aber einfach saugut schmeckt.
Linsensuppe Collage

Übrigens befand sich in dem Kalieberpaket auch der neueste heiße Scheiß. Also ehrlich, ich bin ja für klare Kategorien: Marmelade ist süß. Alles was nicht süß ist, darf sich nicht Marmelade nennen, das bringt mich durcheinander. Aber die halten sich ja an nix und verkaufen seit neuestem nun auch noch Marmelade. Speckmarmelade.
Ich hätte das ja nicht gekauft bei meiner Phobie vor allem was neu und anders ist. Aber mein Mann rastet bei sowas ja sofort ein, vor allem wenn „Speck“ draufsteht und schwupp, lag so ein Glas im Warenkorb.
Speckmarmelade Collage
Puh, also, was soll ich sagen… Die Meinungen sind geteilt. Mich kannst du jagen mit dem Zeug, was meinen Mann sehr fröhlich stimmt- so hat er das ganze Glas für sich alleine und muss niemandem was abgeben. Er findet die Zutaten (Schweinebauch, Zwiebeln, Knoblauch, Ahornsirup, Whisky, Muscodingsbumszucker und wasweißichnochalles) allesamt sehr fein aufeinander abgestimmt, keiner drängelt sich in den Vordergrund und zusammen ergibt das Ganze eine Geschmacksexplosion im Mund.
Für alle Speck, Bacon und BBQ-Liebhaber also eine unbedingte Empfehlung!
Ich täte es ja nochmal versuchen, wenn kein Speck mehr drin wäre…. bis dahin bleibe ich bei meiner Schinkenwurst, die ist auch für Kinder empfohlen, da sieht man mal wieder was ich für ne Sissi bin. Seufz.

2 Gedanken zu „Foodcontent

  1. Doro, ich krieg mich nicht mehr ein…deine Kochkunst ähhhhh… Schreibkunst ist wirklich einmalig! …ach und die Speckmarmelade habe ich bisher meinem Mann vorenthalten…sonst wäre er ja einer neuen Suchtgefahr ausgesetzt!
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Sandra

  2. Herrlich, Deine Linsenstorry! *lach*
    Ich find Linsensuppe auch superlecker und die kleinen roten sind so gar in 15-20 Minuten gar, kann ich nur empfeheln! 🙂 Die essen hier sogar die Kinder.
    Die Speckmarmelade würde mein Gatte wohl auch nehmen, muss ich wohl auch mal bestellen!

    Lg
    Lilo

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