Auch Buh!

Nachdem heute der letzte Kürbis in der Mülltonne landete, können wir uns nun auf die kommenden Feste einstimmen. Hier werden täglich alle Martinslieder rauf und runter geübt (Mama, sing MIT!) weil „ich im Kindergarten ja nun zu den Großen gehöre und den kleinen Hasenkindern die Martinsgeschichte vorspielen muss und da habe ich zwei Rollen, erst bin ich ein Soldat und dann ein Sänger“. Aha.
Und da es hier in den letzten Tagen für meine Begriffe verdammt zu arschkalt ist (Meine Worte. Ich BRAUCH diesen Stempel! Kommt alles auf den Wunschzettel. Welchen Wunschzettel?) habe ich am Sonntag feierlich den Widerstand gegen die aufkommenden Weihnachtsgefühle aufgegeben:

Mjam. Und die sind sowas von lecker! Das Pfefferkuchen-Rezept habe ich von hier. Also eigentlich den Widerstand schon letzten Montag aufgegeben, denn der Teig sollte eine Woche ziehen stehen.
Ich war etwas skeptisch wegen des Schokopuddingpulvers in dem Teig, aber da das Zeug ja letztendlich auch nur aus Stärke und Kakao und ein bißchen Aromen besteht kann das ja nicht so verkehrt sein. Und siehe oben: Die sind SO saulecker! 🙂
Die werden mindestens so oft gebacken, bis der Rübensirup (Grafschafter Goldsaft) alle ist- den isst hier nämlich sonst keiner. Bei uns hiess das früher Schmunzel. Da gabs noch kein Nutella- zumindest bei uns nicht 🙁 Und keinen Ketchup. Und keine Tütenmilch (ich musste immer die frische von der Kuh trinken und ich hab das euterwarme Zeug GEHASST. Und dann kam da irgendwann (ich war ungefähr zehn und unser Bauernhof noch in den sechziger Jahren steckengeblieben) so eine blond auftoupierte STÄDTERIN durchs Dorf gefahren und hielt an “ Oh, wie nett, ein kleiner Bauernhof, nein, wie entzückend!!! Und die lieben kleinen Kindelein- wie alt bist du denn, mein Bübchen? (Ich bin ein Mädchen dubldKhgrmbl) Oh und ein feines Hundchen haben sie auch (wuffgrrrraffwaffwaffgrrrr), Sagen sie, meine liebe gute Dame (zu meiner Oma in der Kittelschürze und den nach Kuhmist stinkenden Stallstiefeln) dürfte ich sie vielleicht um ein Glas frische Milch bitten, ich würde ja zuuuuuu gerne einmal probieren wie frische Milch von der Kuh schmeckt, heititei und tralala. Alles so schön hier und so heititei und tralala, flöt, zwitscher, tiriliiiiiiii.“ Schüttete die Milch herunter, bedankte sich wortreich: „Oh, so guuut, nein, wie erfrischend, herzlichen Dank, gute Frau, ich gebe ihnen fünf Mark, nein, nicht doch, bitte sehr, stecken sie das den Kinderchen in die Spardose, jaja, herzlichen Dank, alles Guuute ihnen allen, so entzückend alles hier, auf Wiederseheeeen!!!“ Mal ehrlich, ich weiß bis heute nicht, wo die Dame ausgebrochen war, aber garantiert ist sie völlig ermattet auf den Beifahrersitz des dicken Mercedes gesunken der vorm Hof mit laufendem Motor wartete, hat sich ein Tüchlein vor die Nase gehalten und ihrem Gatten zugezischt: „Also ehrlich, Karl Gustav, in diese Gegend mit diesen UNMÖGLICHEN Eingeborenen schleppst du mich nie mehr! Nächstes Mal bestehe ich auf Saint Tropez!!!!“)
Äh, wo war ich? Ach so- der Pfefferkuchenteig ist sehr gut geeignet zum Ausstechen mit den lieben Kindern. Klebt nicht so wie der Mürbeteig und läßt sich gut aufs Blech transportieren.
Und schmeckt total gut, hatte ich aber schon… oder?
Zwitscherzwitschertiriliiiii…

2 Gedanken zu „Auch Buh!

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