Rabenmutter-Contest

And the winner is…..
Tja, wäre mal meine Oma nicht gestorben, und hätte nicht mein Sohn zur gleichen Zeit Geburtstag gehabt und hätte ich nicht den Kopf voll mit anderen Dingen gehabt, dann, ja DANN, und NUR dann:
-wäre mir aufgefallen, dass die seltsame Rötung hinter dem linken Ohr von Sohn Nr. Eins ziemlich genau neun Tage nach dem Zeckenbiß an der gleichen Stelle aufgetreten ist,
-hätte ich nicht gedacht das sei nur eine allergische Reaktion auf irgendeinen Mückenstich (er reagiert NIE allergisch auf Mückenstiche)
-wären wir SOFORT zum Kinderarzt gegangen und hätten Antibiotika gekriegt
-hätte er nicht fast zwei Wochen später ein geschwollenes linkes Auge gekriegt und am Tag danach andere rote Flecken im Gesicht und dazu noch Kopfschmerzen, alles im linken Gesichts- und Kopfbereich und dazu immer noch rote Stellen hinterm Ohr
-hätte er vielleicht nicht weinen müssen vor lauter Kopfschmerzen, die aber glücklicherweise nach Ibuprofen besser werden (wer hats erfunden? Nobelpreis bitte!)
-hätten die Kinderärzte trotzdem gesagt dass er wahrscheinlich eine Borrelioseinfektion hat
-hätte er auf jeden Fall den Antibiotikum-Saft total eklig gefunden und wäre ziemlich verzweifelt bei der Aussicht darauf, das Zeug nun noch 13 Tage lang dreimal am Tag schlucken zu müssen.
Aber: ICH hätte mich auf jeden Fall besser gefühlt und nicht wie eine verdammte Rabenmutter.

In den Tagen davor ist allerlei entstanden. Ich habe es endlich geschafft, die zweite Army Cap zu nähen. Mit ein paar weniger Falten, allerdings demselben Fehler: Schabrackenvlies ist doof und läßt sich nicht gut vernähen. Das nächste Mal versuche ich dran zu denken: OHNE das Vlies, der Schild ist sicher auch mit normalem Vlies stabil.

Meine Tasche für die Geschenke war so leer, da musste Abhilfe her:

Und dann kam auch noch Söhnchen, einen langen Faden hinter sich her ziehend „Mama, mein Shirt löst sich auf!“ Nein, mein Sohn, nicht „dein Shirt“, sondern „deine Shirts“. Beide von Hasi und Mausi im Doppelpack für 7,80 gekauft, beide gleichzeitig den Faden verloren. Beide richtig professionell von Mama genäht *örks*.

Ich sag ja: Jersey!

Da lob ich mir (noch) MEINE Fotobella. Noch bin ich ganz begeistert. Die Anleitung ausgedruckt, Schnittteile ausgedruckt und ausgeschnitten und zwei Stunden Anleitung studiert. Das is schwierig für so Nählegasniker wie mich. Ein bißchen kreatives Mitdenken ist hier gefragt und davon hab ich nicht so viel mitgekriegt. Ich habe original 20 Minuten damit zugebracht, die Anleitung für den Kameraeinsatz zu studieren weil ich ums verplatzen nicht kapieren wollte, wie man ein viereckiges Kästchen mit Bodenplatte aus nur drei Teilen hinkriegt. Ich wollte schon auf der Anleitung rumhüpfen wie Rumpelstilzchen.
Nachdem ich dann mit den ausgeschnittenen Papierteilen lange genug rumhantiert habe, ist aber auch bei mir der Groschen gefallen. Da waren noch so ein paar Fallstricke verborgen und ich bin sicher ich werde noch mehr als einmal blöd aus der Wäsche glotzen bis die Fotobella fertig ist (hats einer gemerkt? Ich hab gesagt, BIS sie fertig ist, nicht FALLS*gnihihi*).Allerdings würde ich jederzeit unterschreiben dass das an MIR liegt und nicht an der Autorin der Anleitung, Jolijou.
Aaaaber: Die Schnitteile sind OHNE Nahtzugabe gezeichnet. Das führt dazu, dass ich letzte Nacht träumte, ich hätte die komplette Fotobella zu klein zugeschnitten, nix hat gepasst, die Kamera ging nicht rein, ich bin dem Wahnsinn anheimgefallen usw. Wer weiss, was ich noch mache bevor ich anfange Stoff zu zerschneiden? Rischtisch! Ich drucke nochmal alles aus und schneide es MIT Nahtzugabe zu. Sicher ist sicher.
Stoffe, Gurtband, Klett etc sind bestellt. Ich habe mir den My Aunties „Martha“ und „Frieda“ von der Hamburger Liebe bestellt und kanns eigentlich kaum erwarten. *Freu*
Das man sich so über ein einfaches Stück Stoff freuen kann…. Aber wem erzähl ich das eigentlich?

 

5 Gedanken zu „Rabenmutter-Contest

  1. Hey Doro,

    ich find deine Texte auch echt so zum weghauen *lach* da muss man beim Lesen immer gleich grinsen, naja außer bei den Stellen die dein armes Söhnchen betreffen… Wenn’s kommt, dann immer alles auf einmal… :/

    So, aber nun zum Army-Cap – bitte nicht weinen *schon mal Tatüs reich* – es war nicht meine „zwölfzigste Mütze“, es war die Erste *duck* und ich hatte auch Schabrackeneinlage genommen. Das Einnähen des Schildes war doof, muss ich zugeben, aber sonst ging’s super.

    Keine Taschenbaumler wegen Verletzungsgefahr? *Augen verdreh* Die können’s aber auch übertreiben… Aber Schuhe mit Schnürsenkeln dürfen die Kinder schon anziehen, oder haben die da auch Angst…? Die Kinder könnten sich ja dran aufhängen… 😉

    Ganz liebe Grüße
    Sandra

  2. Au man, da leidet das Mamaherz. *weinen* Aber wir sind nun mal Mamas und KEINE Hellseherinnen! Also lass Dich drücken!

    Zu den Mützenschirmen: Nimm mal einfaches Bodenwischtuch vom Discounter. Das ist super stabil und trotzdem waschbar und vor allem vernäht es sich klasse!

    Dann zum verzogenen Jersey guck mal hier zu Frau Kleinkram: http://meinkleinkram.blogspot.de/2012/08/tutorial-fur-schonere-nahte.html

    Liebe Grüße und gute Besserung!
    Sarah

  3. ach ne, Zeckenbisse braucht kein Mensch!!!
    ich hoffe, die Antibiotika schlagen trotzdem schnell an

    und nein, Du bist keine Rabenmutter!

    LG Agnes

  4. Erstmal Kopf hoch. Für eine Rabenmutter braucht es sicher mehr als eine rote Stelle zu übersehen.
    Und zu Anleitungen kann ich dir nur sagen das es mir hift sie laut vorzulesen. Auch wenn mein Mann mich immer ziemlich schräg ansieht wenn ich Nähtexte Gebetsmühlenartig vor mich hin brummele bis ich es geschnallt habe 🙂

    Ich wünsch euch gute Besserung und gutes Gelingen

    LG Sabrina

  5. Dem Söhnchen erst mal weiterhin `Gute Besserung`, ich hoffe er ist wieder relativ fit.
    Deine Texte lese ich immer wieder zu gerne. Einfach köstlich.
    Ich bewundere dich wenn du so lange guckst, wie´s geht. ich hätte schon lange drauflosgeschnippelt und erst hinterher festgestellt, das irgendwas nicht geht, lach.
    LG Silvi

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