Wie ich einmal meine Stoffkisten aufräumte.

Da starrte ich also neulich so in meine Stoffkiste(n) hinein und dachte, da muss was geschehen, die sind ja derart unordentlich, man findet ja nix mehr!
Aber: Aufräumen ist ja im Prinzip sowas von igitt, da muss ich mir immer ein Brückchen bauen.
Mein Brückchen waren in dem Fall drei Freund/innen meines Sohnes die auch so schöne Kuscheltiere nähen wollten. Die drei Großen kennen sich quasi noch aus dem Bauch heraus, also aus dem Geburtsvorbereitungskurs, und seitdem treffen wir uns alle paar Wochen zum Spielen und Quatschen und die Mamas kriegen Sekt. Also zumindest seit nach der Stillzeit :-))
Gute Vorbereitung ist alles, also die Schnittmuster und Getränkebecher schon mal paratgemacht, die Stoffkisten rausgezerrt, eine zweite Nähmaschine geliehen und los gings. Das Stoffaussuchen dauerte etwas länger (geht also nicht nur mir so!) und mit etwas Hilfe der Mütter beim Zuschneiden konnte schon bald die Nähmaschine geentert werden. An der einen Maschine eine junge Dame unter meiner Anleitung, an der zweiten Maschine die andere Dame unter Juniors fachkundigen Anleitung- super hat er das gemacht! (Abgesehen davon, dass die beiden im Eifer des Gegackersfechts die Ohren verkehrtrum genäht hatten, war aber meine Schuld, weil ichs nicht richtig erklärt hatte. Hmpf. So lernten die Nachwuchsnäher aber gleich den allerwichtigsten Nähschritt: Wie trenne ich eine Naht auf ohne den Stoff zu atomisieren.)
Mit Hilfe der Zeitlupentaste liess sich das Nähen auch ohne größere Schwierigkeiten bewältigen und die Kids hatten in relativ kurzer Zeit tolle Nähergebnisse. Wenn ich daran denke, was ich damals im Nähunterricht für laaaangweilige Nähte üben musste, geradeaus und rechtwinklig, Biesen und Falten, Knopflöcher und solchen Mist. Brrrr. Kein Wunder, dass ich danach fünfunfzwanzig Jahre streikte. Allerdings kann ich halt auch jetzt noch keine gerade Naht. Aber dafür schön bunt, ha!

Den meisten Spaß machte aber wahrscheinlich das Stopfen…
Während sich die Nähkünstler dann vom anstrengenden Nähen beim Spielen im Zimmer erholten, bekam der Kleinste im Bunde auch noch seine Katze mit selbstausgesuchten Stoffen fertiggenäht und nach drei Matratzennähten (wenn mir das mal einer vor einem halben Jahr erzählt hätte, wie flott ich heute Matratzennähte hinkriege (ich sagte: flott. Nicht schön!) dem hätte ich eine Matratze hinterhergeschmissen) konnten alle ihre Tiere stolz in Empfang nehmen:

Hund, Hase, Katze, Bär (den hatte Junior aber letzte Woche schon genäht, weil heute war er ja Lehrer!)
Ich mag die ToffeeNosedFriends ja auch gerne in dezentem Leinen, aber so bunt gefallen sie mir fast noch besser, vor allem weil die Kids ein richtig gutes Händchen bei der Stoffwahl hatten.
Und nachdem alle Nähschüler sich einmal quer durch die Stoff- und Restevorräte gewühlt hatten (es gibt NICHTS schöneres, als sich durch Stoffberge zu wühlen!), hatte ich heute abend ENDLICH die langersehnte Ausrede, dieselben mal wieder aufzuräumen und jetzt bin ich ganz verliebt in meine ordentlichen Stoffkisten. Eine für die großen Stücke und eine für die Reste, unterteilt in zwei Stapel: kleiner als DIN A5 und größer als DIN A5. (Ich brauche dringend noch eine Kiste für die Jerseys. Die quellen raus.) Der dritte Stapel namens „althäßlichwinzig“ kam in den Müll, aber da hätte man bei genauerer Betrachtung sicher auch noch was draus machen können *kreisch*. Achwas, man muss auch mal loslassen können….

Während die Nähmaschinen im Osterurlaub waren, habe ich mich mal an einem Minion versucht, mit mäßigem Erfolg:

Das Gesicht habe ich ums Verplatzen nicht hingekriegt und an der Brille bin ich auch gescheitert. Die Anleitung war zwar englisch, aber ich hab sie im Prinzip doch kapiert (bis aufs Gesicht und die Brille eben). Macht aber nix, Junior hat sich sehr über das zusätzliche Osterei gefreut und ihn gleich adoptiert. Uff.

7 Gedanken zu „Wie ich einmal meine Stoffkisten aufräumte.

  1. die stoffrestefreunde sind abolut spitze, liebe doro. du und noch was: minions sind total dankbare bastelobjekte. gelb, glatze, blaue hosen. der rest ist ziemlich egal, man erkennt sie sowieso anhand der eben genannten merkmale 🙂
    gggglg nelli

  2. Vielen lieben Dank für die Rettung meiner Sonntag-Morgen-Laune!

    Wenn ich bei dir vorbeischaue, dann hat das Muffel-Gen einfach keine Chance… *g*

    Außerdem bahnt sich gerade die Erkenntnis Bahn, dass ich mir auch mal wieder das eine oder andere Brückchen bauen müsste! *hust*

    Die Ergebnisse euer Schüler sind fantastisch und ich nehme an, dass du mächtig stolz auf den Junior bist! 🙂

    Was ein Minion ist, musste ich gerade erstmal nachsehen gehen, aber wozu gibt es Suchmaschinen?
    Ah, okay, den Film kannte ich nicht. Nur dem Namen nach.
    Ich finde allerdings auch, dass man ihn hervorragend erkennen kann, auch wenn ich ihn vorher nicht kannte… 😉
    In die blaue Katze mit dem Regenbogennäschen habe ich mich gerade verliebt… ♥
    Aber sie sind alle toll!

    Und DU hast eine aufgeräumte Kiste (oder zwei oder drei) – guter Deal, würde ich meinen.

    Dir einen schönen Sonntag,
    lieben Gruß
    Sabine

    • Du kennst die Minions nicht??? Falls du mal Zeit und Lust zum Filmgucken hast: die beiden Filme lohnen sich wirklich, wir fanden sie seeeeehr lustig (und ich gucke sehr sehr wenig Filme).
      Die gehören in die Kategorie „kannmanimmerwiedergucken“. :-))
      Liebe Grüße und auch einen schönen Sonntag!

  3. stoffmarkt? na, da wäre ja jetzt wieder platz für…. *renn*
    hier regnets heute und die Magengrippe regiert, ich geh lieber auf die couch!
    einen schönen Sonntag auch dir,
    liebe Grüsse!

  4. Wenn ich Sonntags Früh um 7 gackernd mit meinem Kaffee im Eßzimmer sitze ( wie, so früh?Ja, heute ist Stoffmarkt, ich brauche eigentlich nichts, aber gucken geht immer höhö), dann liegt das nur an der schon zum grölen verleitenden Post- Überschrift “ wie ich einmal meine Stoffkisten aufräumte“. Das passiert bei mir auch so selten, daß es schon einen eigenen Posttitel verdient. Wo war ich? Achso, Kaffee. Der sorgt zumindest für so wache Augen, daß ich die süßen Kuschelfreunde schon erkennen kann. Toll geworden. Und den Minion kann man auch ohne Kaffee erkennen, also beschwer dich nicht.
    Liebste Grüße,
    Bine

  5. Liebe Doro,
    Klasse, wie dein Lehrer seine Schüler zum Erfolg führte
    und dein Minion ist viiiiel schöner als der echte,
    denn der hat keine Hosenträger.
    Schönes Wochenende und Liebe Grüße
    Nähoma

    • stimmt, die haben latzhosen an, aber der latz ist nicht so gut zu erkennen *schnüff*. egal, ist auch so schön. einen schönen sonntag dir!

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