Fakten. Fakten. Fakten.

In einigen Blogs konnte man in den letzten Tagen/Wochen „20 Dinge über mich“ lesen.
Sowat is ja nun garnienich mein Ding. Was sollichnda erzählen?
Seit letzter Woche bin ich also am Schreiben, mit mir selber diskutieren und habe ein paar Steine umgedreht auf der Suche nach 20 Dingen über mich: *trommelwirbel*:

Roll away your stone,  I´ll roll on mine.
Together we will see what we will find.
(Dreh du deinen Stein um und ich dreh meinen um.
Zusammen können wir sehen, was wir finden werden.)
Mumford & Sons

1. Ich bin ein Couchpotatoe, Heimscheisser, Balkonurlauber, nenn es wie du willst: Ich bin am allerliebsten DAHEIM. Und zwar mit meiner Familie. Wofür mach ich mir mein Zuhause schnuckelig, wenn ich dann ständig in der Weltgeschichte rumfalle? Wenn wir dann tatsächlich mal wegfahren, bleiben wir in Deutschland und besuchen „la Famiglia“.

2. Für Singapur mache ich eine Ausnahme *höhö*.

3. Ich bin kein Fan, von nichts und niemandem. Auch wenn sie in irgendwas richtig gut sind- sie sind alle nur Menschen, kochen auch nur mit Wasser (selbst wenn sie kochen lassen) und mir ein Autogramm von jemandem geben zu lassen, nur weil er/sie/es „berühmt“ ist, empfände ich als ziemlich schräg. Die können gern eins von mir haben, wenn sies nötig finden. Spaß. Gibts nämlich auch nicht. Wokommwerdenndahindakannjajederkommn.

4. Darum gehe ich auch sehr selten zu einem Konzert. Ein Wahnsinnsgeld auszugeben, nur um nach einer ewigen Wartezeit an der Tür, in einem auf-und abhüpfenden (meist auf meine Füße hüpfend, klar, oder?) Pulk zu stehen, mit einer Horde Basketballspieler vor mir, damit ich nur ja auch nix sehe, ist nun nicht so unbedingt meine Vorstellung von einer erfüllenden Freizeitgestaltung.
Ganz zu schweigen von der Heimfahrt, wenn tausende Autos gleichzeitig denselben Weg nehmen.
Es gibt wirklich grandiose Konzert-DVDs. Da fällt mir auf Anhieb U2, Peter Gabriel, Adele, Loreena McKennitt und Mumford&Sons ein. Und dabei kann man auch noch häkeln!

5. Der größte Unterschied zwischen mir und meiner Mutter: Ich habe 38 graue Haare. Sie war schon mit 38 komplett grau. *Muuharharhar*.

6. Ich war insgesamt fünf Jahre in katholischen Internaten, so richtig mit Nonnen, Quarkspeise zum Nachtisch *blärch*, keine Jungs, immerzu beten und sieben Uhr drin sein und so. Ich habe es nicht nur überlebt, es war auch noch eine ziemlich schöne Zeit. Überhaupt bin ich sehr katholisch geprägt aufgewachsen. Als Kind habe ich mit meiner besten Freundin zusammen im Marienmonat Mai in der Kirche den Rosenkranz vorgebetet.  (Waren wir da schon zwölf??) Also: wirklich. sehr. katholisch.

7. Ich bin trotzdem aus der katholischen Kirche ausgetreten.

8. Ich bin absoluter Durchschnitt. Ich kann nix so richtig gut (deshalb komme ich auch nie in die Verlegenheit mit den Autogrammkarten, puh), dafür aber von vielem ein bißchen und manche Sachen richtig schlecht. Zum Beispiel rechnen oder logisch denken. *schäm*

9. Ich singe im Auto alle Lieder mit und kann auch innerhalb kürzester Zeit die Texte. Leider habe ich eine gar schröckliche Singstimme und taumele immer orientierungslos zwischen den Oktaven hin und her, das ganze ohne eingebautes Echo, also mit gaanz dünnem Stimmchen. Was für ein Drama.

10. Ich bin ein armes *gacker* vaterloses Kind. Als Ausgleich dafür wurden mir sieben Onkel zwischen damals sieben und öhh…*grübelgrübelundstudier*- achtzehn Jahren samt einer Tante sozusagen in die Wiege gelegt. Unter dieser wilden Horde wuchs ich auf einem kleinen Bauernhof im Westerwald auf und wurde, äh,.. also, erstaunlicherweise nicht komplett verrückt. Nur ein bißchen.

11. Ich gucke total wenig Glotze. Ehrlich! Die letzte Serie, die ich nahezu komplett gesehen habe,war „Emergency Room“- die Älteren unter uns erinnern sich? (Moment, war das Bild damals nicht sogar noch schwarz-weiß?) Ungefähr jede zweite „Neues aus der Anstalt“ und „Heute Show“ kriegen wir zufällig mit und ab und zu kommt ja auch mal ein neuer „Inspector Barnaby“, „Lewis“ oder „Kommissar Beck“. Das wars. Da ich eh immer noch nebenher im Internet surfe oder häkele ist es auch eher so die Variante „fernhören“. (Und dann, wenns spannend wird, den Mann nerven: Was war da eben? Was hat der gemacht?? Wieso guckst du jetzt wieder so komisch??)

12. Ich spreche mit vollem Mund, benutze das Besteck verkehrt, fluche wie ein Kesselflicker (gerne auch mit vollem Mund) und könnte mich in High Heels keine zwei Meter weit fortbewegen. (Ich hatte als Kind möglicherweise einen kleinen Überschuß an männlichen Rollenvorbildern. Siehe Punkt 10.)

13. Ich rede zuviel Blödsinn. Besonders in Situationen, in denen ich mich unsicher fühle- also eigentlich immer dann, wenn ich mich unter unbekannten Menschen befinde. Deshalb gehe ich nicht so gerne zu unbekannten Menschen. (Erklärt auch Punkt eins, nech?) Das minimiert die Chancen auf ein Bloggertreffen gerade um, ähm,- hundert Prozent. Sorry, Mädels. Ihr würdet mich teeren und federn und schreien: Wer bist du und was hast du mit dem Eichhörnchen gemacht???

14. Ich bin ü-ber-haupt-nicht entscheidungsfreudig, ich könnte mich ja verkehrt entscheiden. Die Erfahrung lehrt mich: Ich habe recht damit. Ich kann stundenlang darüber nachdenken, was ich jetzt zum Spaziergang für eine Jacke anziehe und werde zielsicher die falsche aussuchen und schwitzen. Oder frieren. Beides ganz, ganz schlimm.

15. Selbst wenn mir der Hungertod drohte- Nie und Nimmer könnte ich Blutwurst essen. Sobald dieses Zeug irgendwo auftaucht, sehe ich meine Oma vor mir, wie sie in einem Eimer das Blut aus der aufgeschlitzten Halsschlagader des eben mittels Bolzenschuß in den Schweinehimmel (hoffentlich) beförderten Schweins auffängt, und mit einem Holzlöffel wild draufloskleppert, damit es nicht stockt. In der kalten Herbstluft bildet sich Dampf über dem Bluteimer und…*grünanlauf* uärks, ich muss aufhören. Ist noch jemandem außer mir schlecht geworden? Eben. Ich werd irgendwann zum Vegetarier.

16. Ich bin total vergeßlich und ein absolutes Chaoskind. Aber so wirklich. Ich lass alles stehen und liegen, wo ich gerade gehe oder stehe. Und in der Sekunde, in der ichs irgendwo stehen lasse, habe ich vergessen, dass ich es JE schon mal gesehen habe. Krank. Aber sowas von.

17. Als Ausgleich dazu habe ich einen Mann, der geradezu zwanghaft alles aufräumt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Und ich meine ALLES. Es bereitet ihm geradezu körperliches Unbehagen, wenn abends nicht alles ordentlich an seinen Platz geräumt ist oder in der Spülmaschine auf die Reinigung wartet.
Das hab ich doch geschickt eingefädelt, oder?

18. Ab Temperaturen unter 15 Grad (plus!) brauche ich beim Autofahren Handschuhe. DICKE Handschuhe, am besten Fäustlinge. Schon seit Jahren nehme ich mir vor, mir mal ein paar richtig kuschlige Fleecefäustlinge zu nähen, damit die Fingerchen am kalten Lenkrad keinen Schaden nehmen, aber ich kriegs nicht auf die Reihe. Bis dahin müssen die häßlichen Aldidinger herhalten.
Aber kalte Finger gehen gar nicht; siehe Punkt 19.

19. Wenn ich friere, krieg ich schlechte Laune. Und zwar schnell.

20. Ich träume manchmal erstaunlich gut strukturierten Mist. Vorletzte Nacht träumte ich von unserem Flug nach Singapur in einer etwas älteren Maschine ohne Sitze, dafür aber mit einer funktionierenden Kaffeemaschine, vor der sich eine längere Menschenschlange bildete.
Trotz aller Bemühungen kann ich mir keine wirklich gute Deutung denken, ich bin ja schliesslich nicht Inigo Imago.

21. Mein heutiges Lieblingsbild muß auch noch dazu. Er kam mir gleich bekannt vor…

Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden.
Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.

14 Gedanken zu „Fakten. Fakten. Fakten.

  1. Pingback: Ei verbibbsch… |

  2. Pingback: Liebe ist |

  3. Bei Nr.21 wäre ich mit dem Smartphone fast vor Lachen vom Klo gekippt. Die frappierende Ähnlichkeit war mir bisher nicht aufgefallen. Wohne schließlich vor Ort. Da ich aber nie zu dem Verein gehört habe (bin nicht mal getauft), kriege ich den ja auch selten zu Gesicht.
    Gruß
    Sara

  4. HERRLICH! Liebste Doro, herzlichen Dank für diesen Einblick, den ich wie jeden deiner Postings sehr genossen hab. Ich freu mich auf mehr!

    GLG, Luci

  5. Liebe Doro,

    danke für die 20 Fakten über dich. Ich hätte auch gerne noch 50-100 weitere. Und entdecke die ein oder andere Gemeinsamkeit, besonders im Hinblick auf „eine Menge ein bißchen aber nichts so richtig gut können“, Menschenphobie und Unsicherheiten. Bei mir war es der Kindergarten, der katholisch und von Nonnen geführt war, und ausgetreten bin ich auch. Allerdings waren die Nonnen dafür durchaus mitverantwortlich ;o)
    Vaterlos war ich auch.
    Bloggertreffen tun allerdings nicht weh, ganz in Ehrlichkeit nicht. Vielleicht kriege ich dich irgendwann davon überzeugt.

    Allerliebste Grüße
    Paula

  6. Liebe Doro,
    mindestens eine Sache kannst du doch richtig gut: Schreiben! Ich danke dir für diesen Post. Zum einen für den Einblick und zum anderen für die kurze Auszeit und das Lächeln, dass jetzt mein Gesicht ziert.
    LG
    Julia

  7. Und, hat`s wehgetan? Ich fühle mich bestens informiert und unterhalten;-)
    Das mit der Blutwurst kenne ich als altes „Bauerskind“ auch sehr gut, bääähhh!
    Wurde früh morgens vor der Schule von schreienden Schweinen geweckt und musste dann an den ausblutenden Hälften immer vorbeilaufen…
    Tatsächlich war ich dann 7 Jahre Vegetarier, aber ein bissl Fleisch braucht der Körper halt doch.
    LG Vanessa

  8. Klasse! Ein toller post 🙂
    Schön, dass Du die Steine umgedreht und was gefunden hast.
    Grüß die 38,
    ich grüße Dich und wünsch Dir ein schönes Wochenende.
    Zu Hause. Beim häkeln. Recht hast Du.
    Petra

  9. LOL! Du bist lustig! Und fürs Lenkrad empfehle ich so eine Schafsfellumantelung. Dann kannst du deine Handschuhe auch mal vergessen oder verlegen, oder von deinem Mann wegräumen lassen 🙂
    LG Sabrina

  10. Hahahahahaaaaaa….du bist ein KNALLER! Schön, daß du dich überwunden hast, und auch deine Macken geschrieben hast! Hihihi…..ich schmeiß mich weg…das passiert mir ja oft, wenn ich dich lese, du „Durchschnittsmensch“! Wenn ich dir ALLES glaube, aber daß du Durchschnitt bist —-> NIEMALS!
    Lieben Gruß
    Gisela

  11. Ach, ich find Dich ja sehr sympathisch.
    Bestimmt, weil da ein paar Parallelen sind.
    Herzlichste Grüße von Nina, die bekleidungstechnisch auch schon die Eiszeit eingeläutet hat.

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