Die Reise beginnt. Teil 1: Die Gefährten

Cooler Titel, wa?
Die Verteilung der Rollen ist noch nicht ganz klar, aber der Kleine ist auf jeden Fall ein Hobbit. Ein vorwitziger frecher Hobbit, also vermutlich Pippin. Oder Merry.
Mein Mann ist auf jeden Fall Gandalf der Graue. Nicht so weise, aber so grau (im Gesicht). Muuhahaha.
Er ist in unserer Familie der Vorsichtige, der jedes lauernde Abenteuer erstmal auf seine Gefährlichkeit abklopft, also quasi der Gegenpart zu seiner völlig naivdussligen Frau, die mit dem Gedankenmachen häufig erst anfängt, wenn sie schon in den Brunnen gepurzelt ist. Als Bedenkenträger trägt er also gerade akut einige Bedenken bezüglich der Länge der Flugreise, der Temperatur im Ankunftsland und ganz allgemein gesprochen, der Fremdheit des Zielorts und der sich daraus möglicherweise ergebenden mangelnden Familienkompatibilität mit sich herum, befindet sich aber in einer gemeinen Zwangslage, denn: alles gebucht, es gibt kein Zurück. Und alleine fliegen lassen wollte er uns auch nicht, das macht doofes Familienheimweh. Da beißt er sich lieber durch. Allerdings hat er etwas aus dieser Situation etwas gelernt: Ich darf nicht mehr bei solchen Gewinnspielen mitmachen. Nur noch, wenn Bargeld lockt.
Nachdem wir nun also Koffer gepackt, alles aufgeräumt, bis auf den Tannenbaum alles entadventet, überall Staub gewischt, alles gewaschen, Betten frisch bezogen, Staub gesaugt, Müll weggeräumt, gebadet, geduscht, rasiert und alle Reste in die Koffer gepackt haben, sind wir fertig und es könnte losgehen. Blöderweise geht der Flug erst sehr spät abends. Hmpf.
Genügend Zeit um noch die Maus zu gucken, Wii zu spielen, das Kind zum Spielzeug einpacken nötigen, verschiedene Teile aus dem Koffer wieder raus räumen um andere reinzutun und solche Sachen. Was man halt so macht vor einem Urlaub.
Dann sitzen die Gefährten (so sie sie denn finden) in einer Boeing 777-300 in einer Dreier-Reihe, ganz familiär sozusagen. Dass die Schwiegereltern gestern beim Abschiedskaffee fragten, was sie denn ganz praktisch machen sollten, wenn der unwahrscheinliche Fall einträte, das wir nicht mehr zurückkämen (Versicherungen, Beerdigungen und so, was man dann halt so alles organisieren muss als ZurückgeHinterbliebener*grrrmbl*), hat mich auch nur ein ganz kleines bißchen aus meiner Fassung geschubst. Gulp. Wo war ich? Ach ja, bei der Boing :-). Als wir das letzte Mal geflogen sind (vor zehn Jahren!) da gab es so kleine rechteckige Heftchen, in denen alles drin war, Ticket, Bordkarte undsoweiter. Heutzutage kriegt man das per Mail geschickt, muss sich das selbst ausdrucken und hoffen, dass der Drucker dann noch genug Tinte hat. An was man alles denken muß. Demnächst muß man die Kisten auch noch selber fliegen. Wie aufregend!
Einmal Herzrasen hatte ich heute übrigens schon, mit der eingeworfenen Dosis Betablocker sollte die Herzfrequenz bis morgen früh aber bitte einigermaßen im Entspannungsmodus bleiben. An der Größe des Medikamentenbeutels merkt man übrigens sehr genau das Alter der Gefährten, zumindest der zwei Drittel über 1,70.
Früher, ja, früher war alles anders. Da hatte man mal ein paar Aspirin dabei für durchzechte Nächte und das wars. Und heute? Betablocker, Blutdruckmittel, Ibuprofen für den Arm, ASS für den erkältungsbedingten Brummschädel, Nasenspray, antibakterielle Hautcreme gegen Ausschlag, Fenistil gegen Mückenstiche, Hydrocortison falls es ganz schlimm kommt, Rosacea-Hautcreme, Aknestift undsoweiter.
Beim Blick ins Medikamententäschchen frage ich mich also:
Wird das ein Geriatrieausflug?
Man darf gespannt sein.
Für den Fall, das Gefahr im Verzug ist, habe ich mein KopfindenSandsteck-Kostüm eingepackt:

Da kann ja nix passieren.

9 Gedanken zu „Die Reise beginnt. Teil 1: Die Gefährten

  1. Ich musste gerade ganz dolle Lachen – du schreibst wirklich so schön, dass mir jetzt die bauchmuskeln weh tun :-))
    Ich wünsche euch eine tolle Reise und bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht 🙂

    lg

    melly

  2. Also wenn Gandalf der Graue sooooolche Bedenken hatte, hättet Ihr auch mit uns tauschen können! Wir hätten auch nur 3 Sitze im Flugzeug gebraucht… ;-)))))))

    Aber da Ihr ja jetzt schon unterwegs seid, wünsche ich Euch einen gaaaaanz tollen Urlaub!

    Liebe Grüße
    Nele E.

  3. Na, auf den Reisebericht bin auf jeden Fall sehr gespannt. Ich wünsche euch einen superdupertollen Urlaub und daß ihr gesund und erholt und voll mit schönen Erinnerungen zurück kommt. Guten Rutsch, liebste Grüße, Bine

  4. Ach Doro, ich wünsche euch ganz viel Spaß und werde derweil die erheiternden Posts vermissen. Singapur zur Weihnachtszeit ist wunderschön, ich durfte das auch schon mal erleben, leider nur als „overnight“-Stop auf dem Rückweg von Bali. Wir hätten gern mehr gesehen, die Reise dorthin sogar schon auf dem Plan, doch dann kam ein Kind dazwischen…
    Und die Bedenken wegen des Fluges kann ich mehr als gut verstehen, muss ich mich – ausgestattet mit genügend Flugangst für einen mittelgroßen Familienclan – doch selbst in ein paar Tagen in eine solche Sardinenbüchse quetschen. Naja, müssen ist jetzt leider das falsche Wort 😊, war ja eher freiwillig.
    Ich wünsche euch jedenfalls eine tolle Zeit, einen gigantischen Jahreswechsel und jede Menge Abenteuer, von denen du bitte in altgewohnter Manier hinterher berichtest.
    LG Tanja

  5. Liebe Doro,
    Toll dein Bilderrätsel.
    Ich hoffe, dass du den Nagelknipser nicht vergessen hast,
    wünsche euch einen schönen Urlaub
    und auch dass ihr gut wieder hier ankommt.
    Bin schon gespannt auf deinen Urlaubspost.
    Guten Flug, guten Rutsch und
    liebe Grüße
    Nähoma

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