Das gibts nur aufm Dorf

Bild könnte enthalten: eine oder mehrere Personen und Personen, die stehen
Hallo, auf der Fastnachtssitzung in Rod an der Weil im Felsenkeller am 25.02.2017 haben wir auf der Bühne bei einem Auftritt den selbstgebauten Blaulichthelm der Feuerwehr Rod an der Weil getragen. Dieser wurde uns später in der Umkleide entwendet. Da der Helm einen Großen ideellen Wert hat, zumal das Blaulicht noch von einem unseren alten Fahrzeuge ist, wäre es schön, wenn der, der ihn mitgenommen hat ihn wieder bei uns an der Feuerwehr vor die Tür legt, oder uns sonst irgendwie zukommen lässt.
Baut euch doch einfach selbst einen.
In der Umkleide waren den ganzen Abend nur Akteure. Ich finde es extrem unkammeradschaftlich, dass man dort sein Zeug nicht mehr liegen lassen kann. Echt schade. Wir werden die Auftritte in der Umgebung in den kommenden Jahren beobachten und unseren Helm ggf. wieder erkennen.

Ein paar Tage später:

Update 1.3.2017: HELM WIEDER DA!!!
Im Namen der Roder Wehr und der Faschingsabteilung möchte ich mich ganz Herzlich dafür bedanken, das unserem Aufruf folge geleistet wurde. Der Helm wurde heute Morgen vorm Tor der Gemeinde gefunden, zusammen mit einer Kiste Bier und einer Flasche Schnaps. Wir nehmen das als Entschuldigung an. Danke für die Einsicht.

Das Dorf. Da kann man durchaus auch mal Scheiß bauen und wieder in Ordnung bringen.

Wär das schön, wenn eines (nahen) Morgens vorm Lincoln Memorial ein 40-Tonner Budweiser (oder noch besser: Sam Adams) zusammen mit einem Exemplar der amerikanischen Verfassung steht.
Okay, Donald, Entschuldigung angenommen.

Fair oder unfair

Ganz ehrlich, ich hab echt einiges genäht für mich in den letzten Wochen Monaten. Aber ich komm einfach nicht zum Knipsen, bzw geknipst werden.
Im Oktober, an dem schönen Tag bei Aennie in Leipzig habe ich mir eine Matrix- XLse genäht, (angefangen zu nähen und daheim fertig gemacht- wir haben zuviel gebabbelt und gegessen und es war SO schön!) die ich oft und gerne anziehe. Ausserdem noch zwei Lady Rose und vor zwei Wochen eine Lady Comet. Und das ein oder andere einfache Shirt. Aber ich komm nicht zum Knipsen!
Da hab ich ja leider auch nix zum rumsen.
Zum Glück halse ich mir ja immer gerne neue Projekte auf. Das letzte Projekt war: ich will eine Stofftasche (so einen Einkaufsbeutel, nä?) mit dem Ortswappen drauf haben. Das setzt dann so eine Gedankenkette in Gang: Wo krieg ich den Stoff für so eine ganz einfache Stofftasche her? Wieso kauf ich nicht gleich eine ganze Tasche und plotte das Wappen drauf? Wenn ich so einen Einkaufsbeutel habe, dann wollen ganz viele Leute den bestimmt auch haben? Ich hab keine Lust so viele Stoffbeutel zu nähen, wo krieg ich die fair produziert her? Und *schwupp* war ich bei Manomama in Augsburg gelandet. Ich hatte mal gehört, dass die Einkaufsbeutel von dm zum Teil von dort kommen und die Story hinter den Stoffbeuteln gefiel mir. Lediglich die Baumwolle kommt aus kontrolliert biologischem Anbau in Tansania und der Türkei, alles andere wie spinnen, weben, nähen etc findet in deutschland statt, das fand ich klasse. Nach längerem Zaudern habe ich mich dann doch getraut eine Mail hinzuschreiben, ob sie denn die Stoffbeutel auch in geringerer Stückzahl verkaufen und was die denn dann wohl so kosten würden.
Kurze Zeit später war ich im Besitz von fünfzig erstklassigen Stoff-Einkaufsbeuteln. Okay, sie sind nach der Wäsche etwas eingelaufen, aber zum Glück weiß ja keiner, wie groß sie vorher waren…;-)
Aber wie mein Motiv aufbringen? Wer hier länger mitliest, weiß, das ich immer offen gegenüber neuen Techniken bin (mein Mann kriegt grad einen Lachkrampf) aber, ABER! dass diese Techniken verdammenswerterweise immer sehr wenig aufgeschlossen MIR gegenüber sind.
So kommt es, dass ich Monate brauche, um zu kapieren, wie man es schafft, ein Motiv in der Plottersoftware so zu verändern, dass man es einigermaßen als Plotterdatei verwenden kann. Kurz gesagt: ich bin voll der Loser, und nur mit viel Glück und Dusel habe ich es geschafft, endlich meine Einkaufstasche mit den Altweilnauer Wappenlöwen fertigzustellen (selbstverständlich habe ich mich vorher nach Urheberrechten erkundigt…):
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Ich bin immer noch völlig irritiert, wie ich das geschafft habe. Egal, ich habe ein neues Dienstzimmer!
Dienstzimmer? Ja, denn meine Tasche ist mein Dienstzimmer. In ihr/ihm schleppe ich meine Hausschuhe, Kinderspiele, Antragsformulare und Frühstück von Familie zu Familie. In Zukunft nicht nur mit der Heimat im Herzen, sondern auch in der Hand. 🙂

(Lustigerweise wollte ich andere Menschen partizipieren lassen. Ich schnitt also einige Dateien aus, plottete sie auf einige (10) Taschen und nahm sie mit zum Weihnachtsmarkt. Um das Ende vorwegzunehmen: alle sind verkauft worden an Menschen, die sich über die Idee, die Umsetzung und die Qualität der Taschen gefreut haben. Aber ebensoviele Menschen haben geäußert, dass fünf Euro für einen Einkaufsbeutel ja wirklich zu viel sind, wtf? Das bringt mich ohne Umwege zum Nerv des Monats Weihnachten. Was zum Teufel?

Ja, dann nehmt doch eure billigen Aldi, Lidl, Rewe oder Edeka-Taschen, auf dass jeder sieht, dass ihr auch noch Geld bezahlt um Werbung laufen zu dürfen für die größten Discounter und Supermärkte Deutschlands, statt drei (DREI! Nicht dreissig!) Euro mehr auszugeben und damit ein Statement zu setzen für minimal teurere, dafür aber nachhaltig und regional produzierte Produkte mit genau dem Touch „Heimat“ den ihr ansonsten nur in den billigen plastikverpackten Wurstabfällen oder Billigmilchprodukten bejubelt, einfach nur weil irgendein pfiffiger Marketingstratege „Unsere Heimat“ „Regional“ oder „Hofgut Bauernlümmel“ draufgepappt hat.
Boahh- ich reg mich auf, merkt man, oder?
Aber wenn man mal so rumfragt: alle kaufen total bio und am liebsten regional und so. Immer. Klar doch.
Ich kauf seit Monaten unsere Milch beim Bauern, so richtig mit Milchkännchen und abzapfen aus dem großen Kühltank und mache ordentlich Werbung dafür. Montag und Freitag, jeweils zwei Liter. Ich zahl freiwillig einen Euro statt der 20 Cent, die der Bauer von der Molkerei kriegt (aber ich hab das tolle Statement nicht in meinem Facebookaccount geteilt. Ich möchte wissen, wieviele von der „ich würde freiwillig einen Euro für gute Milch vom Bauern zahlen“ Geschwurbelfraktion tatsächlich ihre Milch dort holen. Äh- nein, ich wills nicht wissen.). Und zehn Eier von freilaufenden Hühnern kosten übrigens 2,20.
Und anfangs alle so die Hände zum Himmel „Uhlala, ja, da simmer dabei, dat is prihima“ aber bisher sollte ich noch niemandem was mitbringen.
Das sind dieselben, die fünf Euro für einen fair und regional produzierten, individualisierten Einkaufsbeutel zu teuer finden.
Fair? Unfair!

Drei Nüsse für…

Also, den Film habe ich ja schon seit meiner Teeniezeit nicht mehr gesehen, der hat mir sowas von den Glauben an den strahlenden Prinzen versaut. Nach diesem „Prinz“ mit der unglaublich schlimmen Frisur (ich meine, ehrlich: das sieht doch aus wie irgendwas Totes, Felliges auf den Kopf geklatscht und zurechtgezuppelt. Und das Pony erst… geh mir fort!), war mir klar: was ich am allerwenigsten brauche in meinem Leben ist ein Prinz. Zum Glück, sonst hätte es mich unter Umständen an irgendeinen Hof verschlagen und da ich höfische Gepflogenheiten nur vom Hof meiner Großeltern mit drei Kühen, zwei Schweinen und sieben wilden Kerlen kenne, hätte das möglicherweise größere Verwirrungen nach sich gezogen, also alles gut so. Danke, drei Nüsse für Aschenbrödel!
Trotzdem gehört der Film sogar für mich so ein bißchen zur Weihnachtszeit dazu. Deshalb habe ich mich auch sehr über diesen Kranz gefreut:
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Liebevoll gearbeitet von einer Freundin und überaus begabten Pflanzenkünstlerin. Die Haselnüsse sind auch noch ein bißchen golden angemalt *kreisch*.
Auf unserem kleinen Weihnachtsmarkt letzte Woche konnte man diese und andere Schönheiten kaufen, aber ich war natürlich schon vorher bei ihr und habe mir das schönste Adventsgesteck rausgesucht *gnnnharhar*:
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Auch Keramiken waren im Angebot- nicht nur selbst getöpfert, sondern auch noch doppelt gebrannt, einer der Brände in einem Erdofen (nein, man kanns nicht trinken!). Also sozusagen Loch gebuddelt, Glut rein, Schälchen hinterher, zugeschüttet und erst nach ein paar Stunden wieder rausgeholt, wenn ichs richtig verstanden habe. So ungefähr wie dieses eine Volk, das auf diese Weise einen ganzen Ochsen, gefüllt mit einem Schwein, welches mit einem Truthahn gefüllt ist undsoweiter, HundKatzeMaus, ihr wißt schon, verbuddelt und gart. So halt, nur ohne Tiere. Vegane Keramik:
img_2811Erdacht, getöpfert, gestempelt, gebrannt, güldenes Haselnüsschen dazu- ein perfektes kleines Geschenk, und das für schmale sechs Euro. Das ist doch kein Geld, oder?
Ich rieche andauernd dran, es schnuppert so gut nach Rauch und ist auf der Rückseite ganz matt schwarz von der Kohle in dem Meiler… Erdofen, was auch immer.
Ein Nikolaustellerchen für Junior habe ich auch mitgenommen, das wartet noch auf seinen Einsatz. 🙂
Um meiner Chronistenpflicht nachzukommen, hier noch die restliche Weihnachtsdeko, man beachte den Hausmeister!
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Der Weihnachtsmarkt (also, nur unser Stand natürlich) sah übrigens so aus:
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War ein toller Nachmittag und Abend. Kalt genug, viele Leute und wir haben erstaunlicherweise (das ist sonst nicht so…) ordentlich was verkauft. Da geht das Geld aber immer gerne von einer Hand in die nächste- siehe oben.
Hat sich also rundum gelohnt!
Morgen ist übrigens der erste Türchentag- alle vorbereitet?
Ha! Ich habe einen finnischen Kalender und darf schon seit Sonntag Türchen öffnen- nänänänänänäää!
(Herzlichen Dank dafür nochmal an die erzgebirgische Mäusedoktorin!)
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Man sieht, ich bin kein Türchenabreißer. Und es wäre auch eine Schande, denn dieser finnische Pfadfinderkalender ist GENAU so ein Kalender, wie ich ihn richtig gerne mag. Vornedrauf ein Bild und wenn man das Türchen öffnet, nicht etwa ein völlig anderes Motiv (vornedrauf ein Haus, drin eine Sonne. Oder Schlitten und Tannenbaum. Engel und Stern, sucht euch was aus. Ich mag es nicht, wenn die Motive hinter den Türchen nicht zu dem vornedrauf passen. Lieblos zusammengestoppelt.), nein! es ist genau dieselbe Szene, nur um eine Kleinigkeit bereichert. Bis jetzt hatten wir eine Laterne, eine Schneeburg, Glöckchen und ein Eichhörnchen. Morgens stehen Junior und ich beide erwartungsvoll vor dem Kalender…) Von diesem Kalender hätte ich gerne ein Zehn-Jahres-Abo. Mindestens.

Nicht zu vergessen natürlich die höchstpersönlich mit Kreidestift angemalten Fensterscheiben. Schööön!
Zum Glück gibt es die Vorlagen von Bine Brändle– einfach hinter das Fenster kleben und abzeichnen, außer einem lahmen Arm hat man fast keine Mühe damit und die Fenster sehen hinterher echt schön aus:
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Und was kann schöner sein, als Juniors Lob: Mama, du kannst echt toll abmalen!
Ja, stimmt. Kann ich echt toll. Hmpf.

Wochenende in Bildern

Wie jedes Jahr- die Offenen Gärten im Weiltal, beginnend im Schloß Neuweilnau.

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Im Gewölbekeller ein Wort-Gewand. Wortreich in der Stille des Kellers in Szene gesetzt.
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Das Märchen von der Unke aus den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm.
Genau hinschauen lohnt sich:
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Das ganze Märchen ist auf alte Leinentücher handgestickt. Handgestickt! Das war so liebevoll gestaltet, genau wie die anderen gestickten Werke dieser Dame, ich hätte sie noch stundenlang anschauen (und vor allem: eins mit heim nehmen) mögen.
Draußen gab es noch mehr von ihr: Diverse Sinnsprüche, kleinere Skizzen, Wimpelketten mit schönen Wörtern, alles auf alte Leintücher, Tisch- und Bettwäsche gestickt und an Wäscheleinen quer durch den Schloßgarten gehängt- ich war derart fasziniert, dass ich vergessen habe, die Kunstwerke zu fotografieren, ich Esel! (Und das will was heißen. Normalerweise bin ich eher der Typ „Hä?WoishierKunst?*stapftmittendurch*“ )
Mein nächstes Projekt ist schon mal klar: ich möchte sticken lernen und brauche jetzt dringend ein altes abgegriffenes Stück Leinen. Nur ein einziges Wort möchte ich schaffen (und in meiner Küche aufhängen).
Der Rest des Tages bestand aus den Gärten fremder, kreativer und unglaublich grosszügiger Menschen. Die einen boten Kaffee und Kuchen, beim nächsten gab es Popcorn und ein kniffliges, fantasievolles Filmrätsel zum um die Ecke denken, wieder andere zeigten stolz ihren perfekt gestutzten, unkrautfreien Rasen, umgeben von einem bunten Meer aus Rosen und anderen Blumen. In einem Garten gab es musikalische Dekoration in Form von irischen Volksweisen und im anderen einen literarischen Vortrag, Rosé und Flammkuchen. Die Gartenvielfalt reichte von „Ach, lass wachsen“ bis zur akribischen Bewuchs-Planung, vom Neubau mit angelegtem Grundstück bis zum Fachwerkhaus mit verwinkeltem Gärtchen und überall spürte man die Freude, die Menschen an schönen Dingen haben können, sei es Flora oder Fauna, Kunst oder Musik. Und was für ein Detailreichtum überall! Hach, ich werde ganz poetisch.
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Mit nach Hause reisen durften diese beiden Ameisen, die sich auf unserem Balkon schon sichtlich wohlfühlen:
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Gefertigt von einer Töpfer-Künstlerin aus dem Nachbarort, die ursprünglich 600 Stück davon für eine Ausstellung angefertigt hatte. Da ist keine ist wie die andere…
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Und endlich kann ich auch sowas ähnliches wie Makroaufnahmen machen! Mit dem Gimmick aus dem letzten Yps-Heft den sauteuren edlen Aufsatzlinsen fürs Smartphone geknipst, sehen die Ameisenbeinchen doch aus wie Godzillas bäumeknickende Pranken, oder?

Wie es in den Wald hineinruft…

Anschreiben eins an die Mitgliederverwaltung des kleinen Sportvereins (mich), sechs Wochen nach der Abbuchung des Jahresbeitrags (60,-) :

…da ich schon länger nicht mehr in der Region wohne und ich total vergessen habe meine Mitgliedschaft zu kündigen, mach ich das hiermit (…) Wäre es möglich aus Kulanz den letzten Jahresbeitrag zurück zu überweisen? (…) Bitte um Nachsicht, dass ich diesem Vorgang schon ein paar Jährchen nicht nachgekommen bin…

Anschreiben zwei an die Mitgliederverwaltung des kleinen Sportvereins (mich), sechs Wochen nach der Abbuchung des Jahresbeitrags (60,-) :

Hallo,
mir ist aufgefallen, dass am (…) ein Jahresbeitrag für (…) von meinem Konto eingezogen wurde.
Die letzte Mitgliedschaft eines Familienmitglieds wurde allerdings bereits vor langem gekündigt (wenn ich mich recht erinnere schon vor 2-3 Jahren).
Bitte prüfen Sie die Abbuchung und erstatten Sie kurzfristig den abgebuchten Betrag.
Ich vermute, das auch im letzten Jahr der Beitrag ohne entsprechende Grundlage abgebucht wurde.
Bitte um kurzfristige Rückmeldung!

Ratet, wer seinen Mitgliedsbeitrag problemlos zurückbekommt. ?

Anmerkung: In beiden Fällen ist der kleine Sportverein nachweisbar „im Recht“.
(Und natürlich wird Anschreiben zwei im Rahmen der SEPA-Möglichkeiten ohne weiteren Kommentar die Abbuchung platzen lassen, (kostet den kleinen Sportverein dann 5,58 Rückbelastungsgebühren) insofern kann man fast froh sein, dass ja überhaupt vorher noch eine Kommunikation stattfand, denn der sonst übliche Weg ist: Was? Abbuchung?? Ach, Scheiße, vergessen zu kündigen. Egal, lass ich platzen.
Ich weiß nicht wie oft diese Form der „bequemen Kündigung“ pro Jahr stattfindet, jedes einzelne Mal ist eins zuviel, weil es Geld kostet und Arbeit macht, weil es widerlich rücksichtslos ist und weil es sich verdammtnochmal einfach nicht gehört.)

Da wird sich allenthalben über „die Flüchtlinge“ als Sozialschmarotzer aufgeregt, aber die echten Sozialschmarotzer sitzen ganz woanders.

Ich kann Fasching nicht leiden

Aber kurz vor der Fremdensitzung (für Nichtnarren: Büttenreden, Tänze, Männerballett, Showeinlagen etc. Ist in unserem kleinen Dorf immer noch ziemlich unterhaltsam und bringt von jung bis alt so einiges auf die Bühne- in unserer Kindergruppe immerhin 21 Kids- seufz.) krieg ich dann ja doch immer noch den Rappel und will nicht ganz ohne Verkleidung gehen.
Für alle Rums-Damen, denen es ebenso geht wie mir habe ich hier vielleicht eine Anregung:
Nähkorb auskippen, alles zusammensuchen was sich an eine Kordel binden und um den Hals oder Arm wickeln läßt, was selbstgenähtes an natürlich, einen schiggen Hut auf und schon fühlt man sich ein bißchen verkleidet, aber trotzdem nicht wie der Depp.

Insofern hatte ich ja recht als ich in der KindertanzbetreuerteamWhatsAppgruppe vorher noch ranzte „Nervt net, ich geh als ich!“

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Die Eintrittskarte hatte ich mir um den Hals gehängt und auf die Rückseite den Spruch gepappt:

Heute näh ich,
morgen trenn ich,
übermorgen schneide ich neu zu….

Und auf dem Heimweg war ich sicher wie in Abrahams Schoß, denn: Rollschneider UND Schere griffbereit- damit hätte ich locker im Alleingang ein Tarantinoeskes Gemetzel anrichten können. *irrekichert*

Eröffnung Hexengarten

Das war ich noch schuldig: mein Lieblingsvorbildgarten, der „Hexen- und Heilergarten im Weiltal“ wurde offiziell eröffnet.
Offiziell?? Ach, der WAR noch gar nicht eröffnet? *schluck* (Ich hatte hier schon mal berichtet und jetzt ist er NOCH schöner geworden!)
Wie auch immer, jetzt darf man offiziell diesen wunderbaren Garten und die vielen liebevollen Details entdecken und genießen:
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Ich bin immer wieder erstaunt über die unglaubliche Kreativität mit der hier alle möglichen Elemente verbaut sind. Der alte hölzerne Matratzenrahmen mit verrosteten Sprungfedern ist der Hammer, ich möchte nicht wissen, wieviele von denen in unserer Familie schon weggeschmissen wurden. Und das Wagenrad erst, und die Holzbohlen und Pfosten! *kreisch*:
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Der Schiefer auf den Wegen ist übrigens die alte Dacheindeckung der Laurentiuskirche in Usingen. Sozusagen heiliger Schiefer als Bodenbelag im Hexengarten- ein Schelm, wer Böses dabei denkt…
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„Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenzen“

Ich gebe mir Mühe:
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Nachtschicht

Grundsätzlich sind wir ja gesegnet mit unserem unkomplizierten, sehr selten kranken Kind (womit haben wir dieses Glück verdient? Ich weiß es ehrlich nicht, aber ich bin sehr, sehr froh drum) aber ab und zu erwischt es uns halt auch. Beziehungsweise mich, denn ich habe die „Kindkrank“ Karte gezogen und bin seit Montag der Arbeit ferngeblieben um Fieber zu messen, Medizin zu verabreichen, zu trösten, zum Arzt zu fahren, vorzulesen, Stirn zu kühlen, das Einmaleins der 4 und der 8 und ein Diktat zu üben und ganz allgemein dem Kind durch die noch nicht näher spezifizierte Krankheit zu helfen. Morgen Lunge röntgen um nachzuschauen ob es nicht doch eine Lungenentzündung ist, danach dürfte der Alltag von mir aus wieder Einzug halten.
Macht mir alles garnix aus, aber nachts um eins das Bad zu putzen und Wadenwickel zu machen bringt meinen eigenen Rhythmus dann doch endgültig so aus dem Takt, dass an Schlaf erstmal nicht mehr zu denken ist.
Da kann man genauso gut mal wieder die Reste aus dem Bilderordner zusammenkehren und ein bißchen Blödsinn dazu schreiben.
Mit Rums ist ja heute leider mal wieder nix, das liegt aber nicht am kranken Kind, sondern an meiner Unfähigkeit, meinen neuen Lieblingsschnitt mal zu knipsen. Vielleicht erbarmt sich ja mal einer, das neue Shirt gefällt mir nämlich derart gut, dass ich mir aus den tausend Metern Stoff, die ich mir zum Geburtstag wünsche mindestens noch wenn nicht noch mehr nähen werde!
Leider ist im Bilderordner gar nicht so viel drin zum zusammenkehren, nur ein Geburtstagsshirt für eine Freundin meines Sohnes:
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Da ich ja nicht vorhabe, viele Shirts für Mädchen zu nähen, suchte ich nach einem Gratisschnitt und einen perfekten fand ich bei nEmadA, die das sehr gut ausgestattete Freebook MixMeGirl für ein Mixshirt für Mädchen zur Verfügung gestellt hat.
Das Schnittmuster ist klasse und die Fotoanleitung sehr gut verständlich, also auch und gerade für Anfängerinnen geeignet. Vielen herzlichen Dank dafür!!
Ich habe mir sagen lassen, dass die junge Dame sich seeehr über das Shirt gefreut hat.
Eigentlich nähe ich Shirts ja nur für mich oder Junior, ich bin einfach nicht ordentlich genug um das verkaufen zu können und Zeit habe ich schon gar keine dazu.
Aber da ich in den letzten Monaten schon das ein oder andere Geburtstagsshirt aus Resten für Juniors Freunde genäht hatte, wollte ich nicht ausgerechnet seine beste Freundin leer ausgehen lassen und Reste hatte ich zufällig mal genügend.
Und wo wir schon mal bei Rosa sind:
Die vermutlich einzige rosafarbene Minigolfanlage Hessens Deutschlands der Welt:
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Alle 18 Bahnen sind quietschrosa angestrichen, vermutlich persönlich von der steinalten Dame, die in einem kleinen Holzhäuschen sitzend über die Anlage wacht, die Schläger und Bälle ausgibt, Kaffee kocht und ansonsten vollkommen tiefenentspannt qualmend vor der Hütte sitzt. Und das jeden Tag von März bis Oktober oder so.
Also, wer mal in der Gegend ist: macht Spaß auf den uralten holprigen (hatte ich quietschrosa schon erwähnt?) Bahnen zu versuchen, den Ball Richtung Ziel zu schlagen.
Im übrigen hatte ich natürlich gewonnen in unserer Gruppe. Gegen zwei kleine und zwei große Männer, einer davon mein eigener- hehe.

Saulecker.

„Heute bleibt die Küche kalt, bleib mir fort mit Wienerwald“ oder wie hiess der Slogan aus den Achtzigern? Boah, mir wird nur beim Gedanken an die gequälten Hühnchen aus dem Massenbetrieb schlecht.
Aber egal ob Hühnchen, Schwein oder Rind- eigentlich will ich garnix essen was so leben musste und anschliessend so lieblos und in Massenabfertigung verarbeitet wird, daher habe ich meinen Fleischkonsum (und daher zwangsweise auch den meines Mannes *höhö*) ziemlich reduziert in den letzten Jahren. Ich bin quasi schon halb Vegetarier.
Fleisch und Wurst kaufe ich relativ selten, und dann zu 99% nur noch beim Metzger, aber selbst beim Dorfmetzger musst du inzwischen sehr genau und bei allem nachfragen ob das „Hausmacher“, also vom Metzger selbst hergestellt ist, oder zugekauft. Ich meine, hallo? Zugekauft?? Wie, der Dorfmetzger kauft fertige Wurst und Fleisch von einem Großhändler? Schande!! (Vom persönlich bekannten und selbst geschlachteten Schwein mal ganz zu schweigen. Das da die Schweinehälften von sonstwoher geliefert werden, war mir ja schon klar.)
Man muss dazu wissen: ich komm vom Dorf. Also so richtig vom Dorf. Mit Bauernhöfen, Bäckerei und Metzgerei, barfuß übern Misthaufen laufen, Pferdekutschen und so. (Ok, das mit den Pferdekutschen ist gelogen.) Der Bäcker und der Metzger, das waren noch so ganz eigene Läden, ohne Filialen, mit nem Bäcker, der nachts um drei die ersten Brote in den Ofen schiebt (von denen du um zwölf keins mehr kriegst) oder einem Metzger, der in der blutigen Schürze mit dem Bolzenschußgerät zu uns (genauer: zu unseren Schweinen. Oder mal ner Kuh. Rind. Wasweißich) auf den Hof gestapft kam, wo dann anschliessend die Omma mit dem Holzlöffel das Blut…. uahh, lassen wir das, mir wird schlecht. Wo war ich?
Ach ja. Ich bin in dieser Hinsicht also noch ganz auf das Landleben der Siebziger konditioniert, man verzeihe mir also die Naivität. Das ist vielleicht der Grund dafür dasss ich Schwierigkeiten habe mit Formhinterschinken, viereckig gepressten Hackfleischpaketen im Plastikpariser, Schnitzel für den Toaster oder den „Nur! Heute! Drei! Kilo! Gulasch! Für! Drei! Euro“-Angeboten der Discounter. Sicher bringt mich das nicht auf der Stelle um, aber ehrlich: Ich find das Zeug eklig.
Und ich mag das nicht essen. Mein Mann ist da nicht ganz so pingelig, aber auch er hat lieber gute Qualität auf dem Teller. Wir sind zwar in der wirklich komfortablen Situation, drei Metzger in erreichbarer Nähe zu haben, aber wie gesagt: das Zukaufproblem. Und natürlich der Geschmack. Beim einen Metzger schmeckt nur Hausmacher Salami, Fleischwurst und Fleischsalat, der andere kann bessere Pfefferbeisser und anderes geräuchertes Zeugs machen und der dritte ist eigentlich Privatmann und macht das auf der Basis von: wir kaufen gemeinsam mit mehreren Leuten ein ganzes Rind und teilen uns das dann. (In unserem Kühlschrank lagert gerade Gulasch und Co von einem mir fast persönlich bekannten Rindviech, also ich kenne zumindest den Hof auf dem es lebte, das ist doch fast wieder wie in den Siebzigern *hurra*) Das kommt aber natürlich recht selten vor, ist ja schliesslich viel Arbeit und so weiter.
Als dann Sarah, die nähende Fleischermeisterin, letzte Woche um die Ecke bog mit ihrer neuen Firma „Kalieber„, dachte ich mir, gut, ich werde es meinem Mann heute abend mal zeigen und dann können wir ja mal im Shop stöbern. Aber ungefähr drei Sekunden, nachdem ich Kalieber auf Facebook geliked hatte, schickte mein Mann mir schon eine Bestellbestätigung mit einem breiten Grinsesmiley weiter. Soviel zum Thema „Pawlow“.
Was erzähl ich lang, das Paket kam heute und bis auf die Grillwürste ist schon alles angeknabbert:
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Die Sachen (wir hatten Bierknacker, Pfefferbeisser, Grillwürstchen und Kräuterbutter und eine Schinkenwurst war auch noch ins Paket gehüpft) waren total lecker und ganz eindeutig, ich sags nicht gerne, von besserer Qualität als das was ich sonst hier so kriege.
Preislich sind die Produkte echt ok, natürlich kann man das nicht mit Discounterware vergleichen, aber wer das versucht, kriegt soweiso eins mit der Schippe über. Hat nix kapiert und muss wieder zurück auf Anfang.
Das Porto ist für den Verpackungsaufwand auch völlig in Ordnung. Wollte ich vergleichbare Sachen, müßte ich von uns aus vermutlich in die Kleinmarkthalle fahren, das kostet vom Spritpreis her locker mehr.
Einzig die Umverpackung ist ein kleines Aua, aber für meine Begriffe schon sehr nachhaltig gestaltet. Bevor das Beamen nicht erfunden ist, geht Kühltransport halt noch nicht ohne Styroporbox, da muss man dann durch. Ich bin zu faul, jetzt die CO2 Bilanz zu checken- womit bist du die größere Umweltwutz? Wenn du massig Massenware beim Discounter kaufst oder lieber weniger, dafür gute Qualität und halt in der Styroporbox geliefert? Oder jede Woche mehrere Kilometer mit dem Auto zum Metzger fährst? Man könnte natürlich auch ne größere Bestellung aufgeben und dann einfrieren oder teilen mit jemandem oder so.
Fazit: Da wir ja hier regional verhältnismäßig gut aufgestellt sind (man möchte fast sagen: leider), werden wir das Angebot von Kalieber sicher nicht jede Woche nutzen. Aber nutzen werden wir es ganz sicher. Alleine für die Pfefferbeisser. Bierknacker. Und die Kräuterbutter. Und die Schinkenwurst. Die Grillsaison hat ja noch nicht richtig angefangen, da müssen wir uns noch durch einen Berg verschiedener Grillwürste, Spare ribs und was weiß ich knabbern, aber ich bin sicher: Die sind auch klasse….*schmatz*
Also: ganz klarer Shoppingtip!
(Und nein, das ist keine Werbung, das ist ein ganz und gar freiwilliger und unabhängiger Produkttest. Das ganze Zeug haben wir wie jeder andere auch bezahlt.)
Lassts euch schmecken.

Ein Rentierrudel

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haben wir im Klassenzimmer der 2b letzte Woche gebastelt. Die Kinder basteln jedes Jahr mit Elternhilfe Weihnachtskarten, die dann an eine ortsansässige Firma verkauft werden. Das Geld kommt natürlich den Kindern zugute.
Ich liebe diese anarchischen Rentiere, eins schöner als das andre. Bei einem kleben die Hufe wie Ohrringe an den Ohren, eins sieht aus als hätte es eine Brille auf und bei einem sind die Ohren falschrum wie riesige DrDre-Kopfhörer- Yo Man! Saugeil.
Schade, die Karten hätte ich selber gern zum Verschicken, aber daheim will Junior nicht mehr basteln… hmpf.
Und hier der Beweis, dass auch bei uns die Vorweihnachtszeit losgegangen ist:
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War ein sehr schöner Weihnachtsmarkt mit genau dem richtigen Wetter, den richtigen Besuchern und Mitverkäuferinnen und genau der richtigen Glühweinmenge *hick*
Man fragt sich ja wirklich manchmal ob sich das so richtig lohnt- zwei Tage Arbeit für viereinhalb Stunden Weihnachtsmarkt? Und ob!
Aber bitte, nicht das einer denkt, diese märchenhafte Dekoration wäre auf meinem Mist gewachsen- Nein! Dazu bin ich leider gar nicht fähig.
Aus einer kahlen Garage hat meine Freundin innerhalb kurzer Zeit unter Zuhilfenahme ihres halben Wohnzimmers, ach was,- der halben Hauseinrichtung diesen wunderbaren Stand gezaubert, ich wäre am liebsten drin wohnen geblieben, so schön!
Jetzt tauche ich wieder ab in den Vorweihnachtstrubel und freue mich auf mein erstes Adventstürchen morgen in meinem „Alles-für-Selbermacher“ Adventskalender!
(Vier Adventskalender hängen hier! Einer für die Familie, (in dem natürlich fast nur Sachen für den Kleinen drin sind- ich habe ein Buch auseinandergenommen, bzw kopiert und die einzelnen Seiten mit Rätseln, Spielen und unnützem Wissen in die Säckchen gesteckt, aber ab und zu ist auch was für den Papa drin *hähä*), ein Lego Star Wars Kalender, den Junior sich heiss und innig gewünscht hat, ein Türchenkalender für Papa (von Junior ganz alleine bemalt- aber ich musste die mörderische Aufgabe des Türcheneinritzens bzw schneidens übernehmen. Ich wundere mich bis eben, dass meine Finger noch dran sind wegen des blöden Cutters. Gibt es denn zum Deibel keine Plotterdatei mit der man 24 Türchen ausschneiden bzw perforieren kann? Das ist doch so naheliegend, wieso macht das denn keiner? Muss doch gehen!) und natürlich der schönste von allen, mein Selbermacher- Kalender!!
Auweia, nur noch drei Wochen oder so und meine ToDoListe nur mit Nähaufträgen ist so lang wie Abrahams Bart. Tja, Staubsauger- wir sehen uns wohl länger nicht *harhar* Ich hab wichtigeres zu tun.