Auf dem Weg zur 100 und wie ich einmal fast die GSG 9 in Marsch setzte.

Erstmal der Weg zur Hundert.
Nämlich hundert Beiträge hier bei Kirsten und ihren Stickideen. Das knuffige Aennie-Fuchs-Freebie hat ja sensationell eingeschlagen und so einige Damen haben die Stickdatei so fantasievoll und wirklich wunderschön umgesetzt dass mir vor Neid bald die Augen rausfallen es eine Freude ist, sich da durchzuklicken.
Unter Umständen würde ich mich ja genieren, jetzt noch so einen völlig normal umgesetzten Fuchs zu präsentieren, aber schliesslich dient es einem höheren Ziel:
Nämlich:
„Wenn wir die Hundert knacken, dann lege ich meine neue Stickserie noch 2x als Gewinn obendrauf.“
Sagt Kirsten, nicht ich. (Isch abe gar geine Auto Stickserie,weißtu.)
Also, es ist ja nicht so, dass ich mir irgendwelche Chancen ausrechne auf überhaupt irgendeinen Gewinn, dafür sind die anderen Beiträge viel zu schön, aber egal: Hundert ist doch ein gutes Ziel.
Wo war ich? Ach so:

Dieses war der letzte Streich. Das Füchslein auf Juniors kurzer Urlaubshose- hat er sich ganz selbst alleinig ausgesucht, prima, oder?
So, jetzt schnell ab damit zu Kirsten.

Und nun zur GSG 9.
Also mal ehrlich, wenn man da so zuhause sitzt, selber ganz schniefend und fieberkrank und auf Nachricht vom Krankenhaus, wo die einzige Mutter, die man noch hat, sich das Knie operieren läßt, wartet, und man dann so eine SMS von ihr kriegt:

dann muss man doch die GSG 9 zur Rettung losschicken, oder? Die haben ihr doch Drogen eingetrichtert!!!
Es scheiterte nur daran, dass ich die Telefonnummer von den Schwarzhauben nicht fand. Ich meine, können die nicht maln Telefonbucheintrag machen? Unter G wie GSG 9.  Oder so im Fernsehen: *träller* „Nullhundertneunzigzwodreiachtzwodreiacht- GSG 9, wir lösen ihr Problem, auch wenn sie gar keins hahabeeen *pfeifzwitschertirilier*
Ja, is ja schon gut. (Weiß einer, wie man hier Noten und Herzchen und so in die Schrift einfügen kann? Das tät mir jetzt zur Versinnbildlichung des Blödsinns, den ich hier verzapfe, sehr helfen.)
Super. Jetzt hab ich einen Ohrwurm. *Nullhundertneunzichzwodreiachtzwogrrrmblwtzz*

Shelly rules… äh- rumst!

Endlich kann ich meine Shelly beim Rums zeigen- letzte Woche war ich ja nochnichtmal richtig fähig zum Rumse-gucken, aber nü:

Von dem kleingeringelten Schwarzweiß wird einem allerdings echt übel wenn man draufguckt, da konnte ich unmöglich noch ein Bündchen untendran machen *würg*
Also ich finde ja, dass mir schwarz steht. Mir und meinem Bauch.
Bei blau bin ich mir da nicht so sicher.

Irgendwie haben die körpermittigen Zellen geschlafen, als ich den Befehl: „Körperspannung, hopphopp!“ gegeben habe. Hm.
Mal sehen wie das nachts aussieht:

Schon besser. Also, das schwarze für tagsüber, das blaue für abends. Geht doch. Und das mit der Körperspannung üben wir nochmal, Jungs.
Übrigens ist das Blaue ein Pimp-Shirt. Grundlage: ein Shirt von Hasi&Mausi. Und drauf habe ich, nunja, ich trau mich fast nicht, es zu sagen,… ein Motiv aus einem Kindershirt von Aldi appliziert. Also, ein neues Shirt in 116 gekauft, das Motiv rausgeschnitten, mit Vliesofix aufgebügelt undsoweiter. Ich komm mir so schlecht vor. Das war nicht schön, das funkelnagelneue Shirt zu zerschnippeln. Und überhaupt ist das ganze ja tutti kompletti politisch unkorrekt, um nicht zu sagen echt scheiße.
Eigentlich wollte ich ja ein besserer Mensch werden und nicht mehr so unreflektiert beim Umweltversauen mitmachen.
Dabei könnten Artikel wie dieser hier ein kleines bißchen helfen: Korrekte Klamotten- Es geht auch fair , insbesondere sollte man sich dann diese Firma hier mal genauer angucken: manomama. Die Firma macht mir Spaß, alleine, dass da völlig normale Leute modeln, find ich einfach nur.. gut.
Und, man stelle sich vor: Alles in Deutschland hergestellt. Vom Garn bis zum Knopf und zur fertigen Hose. Kleid. Whatever. Sensationell. „Augschburgdenim“- was für ein Geniestreich. Und dabei nicht halb so teuer, wie ich vermutet hätte- im Gegenteil.
Meine nächste Jeans möchte ich mir dort kaufen (was blöderweise bedeutet, dass es noch ein bißchen dauert, da die nächste Klamottenkaufbudgetierung üblicherweise erst zu meinem Geburtstag erfolgt. Im September. *könk* Super Planung mal wieder. Egal.)
Sollte vorher irgendjemand meinen, mir einen Gutschein schenken zu möchten: Ich bin da ganz offen. Ich mach auch Werbung. Echt jetzt. (Mit „irgendjemand“ meine ich niemandem im speziellen, erst recht nicht meinen Mann, das Thema Weihnachtsgeschenke ist durch, wir verstehen uns. War eher nur so ins blaue reingesprochen, wer weiß, vielleicht hat mein Sohn recht und den Weihnachtsmann gibts doch? Ach, weißte, Eichhörnchen, du redest wirr, halt doch mal die Klappe. Ok.)

Wunschzettel

So, da. Schon isses passiert. Kaum winkt einer mit Stoff, hüpfe ich mit Anlauf in die Falle.
Und da ich in der letzten Zeit ja häufiger mal ziemliches Glück hatte *hust* werd ich jetzt mal übermütig und mache auch hier noch mit. 🙂
http://www.bin-ich-ein-eichhoernchen.de/wp-content/uploads/2013/11/gewinnspiel-banner-300x83.jpg
Bei buttinette kann man sich ein paar Weihnachtswünsche zusammenstellen und mit diesem Wunschzettel dann in den Lostopf springen und auf die Glücksfee hoffen. 🙂
Wenn ich nun also zu den 10 Glückskindern gehören würde, dann bekäme ich von buttinette folgenden Wunschzettel zu Weihnachten erfüllt:
Da ich ja nun im Shellyfieber bin, wünsche ich mir eineinhalb Meter von diesem einfachen schwarzen Jersey, aus dem ich dann gleich zwei Shellys nähen könnte (juhuu!), einmal mit diesem Ringeljersey in grau und, damits nicht zu langweilig wird, die zweite mit Ringeljersey in rot, ohja, das sähe prima aus *freu*.
Dieses schöne Wollfilz-Paket könnte ich sehr gut brauchen um daraus Taschen-Anhänger zusammen mit den Lederresten zu sticken (z.B. aus der Stickserie Speedy Staars von Kunterbunt Design).
Und um endlich mal den letzten größeren Punkt auf meiner ToDo Liste zu schaffen, nämlich die Collegetasche Juniz, bräuchte ich diesen Jeans-Denim. Das wäre endlich der Anfang für die Tasche, die ich mir schon so lange nähen will, die aber immer und immer wieder auf meiner Nähliste scharf rechts überholt wurde.
Also, ihr buttiNetten :-),  eine schöne Aktion habt ihr da, ich hoffe ihr sammelt viele schöne Blogbeiträge und natürlich hoffe ich, das ich zu den Gewinnern gehöre….:-)

Und: ich schwöre feierlich dass ich ein Tunichtgut bin dass ich mir SOFORT einen Lottoschein kaufen werde, wenn ich hierbei auch noch gewinnen sollte. *Daumendrück*

Eben noch schlapp vorm Laptop

und in der nächsten Sekunde fröhlich durch die Wohnung hüpfend:
Ich hab gewoooonnen!!!!

Yippieyayeeey!!!

Die liebe Julia von Julibuntes hatte zur  „Verdammt-viele-Leser“ Verlosung aufgerufen, und da ich da schon lange mitlese, habe ich mich einfach mal angesprochen gefühlt und mich in den Lostopf gesetzt.
Die knuffigen Glücksfeen haben dann genau das richtige getan und mich zusammen mit
Flitzpiepes Turnbeutel-Ebook gezogen, super!

Das passt ja nun auch wirklich wie die Faust aufs Auge, man erinnere sich an das Turnhosenvergesserdrama (unnötig zu erwähnen, dass die erste Turnhose immer noch verschwunden ist, hrrmpf.)
Grundsätzlich hat Herr Sohn ja passend zu seinem Ergobag einen Turnrucksack, der sogar praktischerweise hinterrücks auf den Schulranzen sozusagen aufgeschnallt wird. Hat seine Vorteile, so kann man ihn nicht liegenlassen.
Hat aber auch einen entscheidenden Nachteil: Herr Sohn sieht jeden Freitag aus wie ein Baumwollpflücker oder genauer: Baumwollsackschlepper. Erinnert sich noch jemand an das Bild im Biobuch zum Thema Baumwolle (oder wars im Nähunterricht?) von den schwarzen Baumwollpflückern, die mit turmhohen Säcken auf dem Rücken Richtung Sammelstelle taumeln?
Eben.
Da kann man als Mutter doch nicht ungerührt zugucken, wenn das Kind sich weit vornübergebeugt so abschleppt?
Also, liebe Julia und ihr lieben Glücksfeen: Vielen herzlichen Dank!! Der Gewinn passt prima!
Sobald die Zeit es zulässt (also ehrlicherweise vermutlich erst Ende Januar *verlegengrins*) werde ich dem jungen Mann einen Flitzpiepe-Turnbeutel nähen, auf dass er sich nicht mehr so elend abschleppen muss…

Gesund ist was anderes,

aber wenigstens muss ich nicht mehr schlapp auf dem Sofa rumliegen.
Bilder machen und bearbeiten (womit ich ja schon wieder eins meiner Lieblingsthemen streife: Warum ist es immer noch nicht möglich, ein Photobearbeitungsprogramm zu erfinden, dass mit mir so spricht, dass ich es verstehe? Ich meine, ich wollte ja nur den Hintergrund von den Shirts wegmachen, das kann doch nicht sooo schwer sein. Photoshop ist ein Arschloch!) ging jedenfalls und endlich kann ich mal wieder was zu Made4Boys beisteuern:
(Obwohl ich gerade denke, mein Gott! Wer hat denn noch die Zeit, SOVIELE Links durchzublättern? Das ist ja ein Wahnsinn, wie diese Linkparty gewachsen ist.)
Die Weihnachtsshirts für Söhnchen und Neffen sind fertig:

 Henric in Größe 134/140 für den eigenen Nachwuchs.
 Ebenfalls Henric in Größe 146/152
und Klein Föhr in Größe 122/128 für die Lieblingsneffen.

Ich gehe davon aus, das die Jungs hier nicht mitgucken, wenn doch, dann … äh… ich schick die Shirts zu armen Kindern und es gibt Playmobil zu Weihnachten! So.
Aus den Resten habe ich noch zwei Kurzarm-Shirts für, man ahnt es fast, den großen Urlaub geklöppelt:

Zusammen mit den zwei Ringelhosen nach dem „Shirt und Shorts“ Ebook von Lillesol & Pelle reicht es jetzt langsam mal mit der Urlaubsgarderobe. Zumindest für den Kleinen…:-)
Die Applis auf den Shorts hat sich Junior ganz alleine ausgesucht, ich musste mit ihm alle meine Stickdateien durchgehen *uff*. (Nein, das nicht, nein, weiter, nein, nein, äh- vielleicht doch, nee, das vorher, mach noch mal zurück, ach nee, doch nicht, weiter, nein, nein, nein, doch, das da! … wuuhaaaa!!!)

Nun noch ein kleines Rätselbild:

Wer weiß was wir gestern abend gemacht haben?

Kalauer der Woche:
Ein (mir natürlich nicht näher bekanntes) Ehepaar abends fett und bräsig auf der Couch. Er zappt versehentlich ins Intellektuellen-Fernsehen.
Er: Oh, eine Woody-Allen-Retrospektive. Sie: Am Arsch die Waldfee. Schalt um.

(Auflösung Rätselbild:
„Et Chrisskinnsche bäckt Plätzjer“ hat meine Oma immer gesagt, wenn in der Winterzeit der Abendhimmel so rotgefärbt war.
Zum rot Glühen haben wir unseren Backofen gestern nicht gerade gebracht, aber ein paar Bleche Lebkuchen kamen schon dabei rum.
Wer übrigens wissen möchte wie man Lebkuchen so richtig knackig hart kriegt, damit man ihn schön in den Kaffee tunken kann: Einfach beim Plätzchenbacken anfangen zu staubsaugen und den Küchenwecker überhören. Der Rest kommt dann von allein.)

Berufswahl

Großes Rätselraten, was der Nachwuchs ins Freundebuch unter: „Das will ich werden“ schreiben soll.
Ihm fällt nix ein. Was könnt ich denn werden, Mama?
Wie wäre denn was mit Tieren? Tierarzt zum Beispiel? Du magst doch so gern Tiere.
Kind kommt ganz nah (auf Schielnähe) an mein Gesicht heran und kichert: Neee. Da muß ich den Kühen beim Untersuchen ja den Arm in den Hintern stecken, bääähh!

Laaangweilig

Aber notwendig. Tagelang auf dem Sofa rumgammeln ohne IRGENDWAS zu tun. Heiligs Blechle- so eine schlimme Erkältung hatte ich schon länger nicht mehr (und die scheint auch noch ein bißchen bleiben zu wollen). Zu platt für alles.
Also morgen kein Rums, obwohl die Shelly schon lange fertig ist und auch nix für Made4Boys mit den ganzen Urlaubsshirts UND den Weihnachtsgeschenkshirts, die auch alle schon fertig sind. Ist das früh? Das IST früh!! *harhar* Leider habe ich noch keine andere Idee für Geschenke, den Adventskalender habe ich auch erst zur Hälfte mit Ideen gefüllt (einkaufen gehen kann ich ja grad nicht *hmpf*) und ständig muss ich mir irgendwas aufschreiben, damit ich es nicht vergesse.
Mein Hirn leidet nämlich schon länger unter galoppierender Schwindsucht, ich hab immer die tollsten Ideen und in Nullkommanix sind sie wieder verschwunden.
Also führe ich zur Zeit eine Weihnachtsgeschenkideenliste, eine Adventskalenderideenliste, eine Könnteichmalnähenliste, natürlich eine mussmitnachSingapurliste und meine größte Sorge ist, das ich vergesse, das ich überhaupt eine Liste angelegt habe und wo. Standard bei mir, leider.
Dann stehe ich wieder grübelnd in der Gegend rum und frage mich, was zum Teufel ich eigentlich wollte. Oder bin.

Er ißt es nicht…

…aber immerhin kann er es malen.

„Hier Mama, für dich. Das große Obst- und Gemüsedurcheinander.“
Weil ich nämlich so arg hatsi-und-wauwau-krank bin und da ja Vitamine helfen.
Gutes Kind. Mir gehts schon gleich besser.

N wie Nahrung

 

N wie Nahrung

 

In einer Hinsicht sind sich die meisten Eltern einig: Wir wollen nur das beste Essen für unser Kind. 
Was genau dieses beste Essen nun aber ist, darüber gehen die Meinungen, nun ja,… etwas auseinander.
Brei (selbstgeschrotetes Vollkorn, ungespritzte Äpfel aus dem eigenen Garten, selbstverständlich NIEMALS Zucker *aarrrgghh-der Teufel!*, mit Liebe am Abend vorher angesetzt und langsam zwölf Stunden erwärmt *odersoähnlich*), oder Brei (Milchbreipulver von Alete. Packung auf, Pulver abmessen, Wasser dazu, verrühren, fertig)?
Gemüse (biologisch-dynamisch angebaute Möhren (kann mir mal einer erklären, was dynamisch in dem Zusammenhang eigentlich heisst? Läuft das Gemüse dynamisch im Garten rum?) oder Pastinake aus dem Bioladen, ein Löffelchen kaltgepresstes Rapsöl) oder Gemüse (Deckel vom Glas, Mikrowelle, eine halbe Minute volle Pulle, umrühren, fertig)?
Milch (Tankstelle de Maman, die seit Monaten auf Zwiebeln, Knoblauch, sämtliche blähenden Kohlgemüse verzichtet, niemals Alkohol trinkt *um Gotteswillen!!* und sich nur noch mit geruchlosem Duschgel wäscht, weil die Hebamme ihr verraten hat, dass sie sonst eine Stillirritation riskiert, weil das Kind nicht mehr weiß obs seinen Saugrüssel jetzt an Mama oder die Tante aus der Fa-Werbung hängt- ganz böse!) oder Milch (Prebiotische Anfangsmilch von Milupa, extra Saugfläschchen zur Reduktion von Blähungen, die ständige Auskocherei und bloß kein Stromausfall wenns Kind grad Hunger hat *kreisch!* wer hat schon immer einen Campingkocher und Esbit zur Hand?)?
Hast du dich oben wiedererkannt? Bei Brei oder Brei? Gemüse oder Gemüse? Milch oder Milch?
Gut. Setzen, eins mit Sternchen.
Ich verrat dir was: Es ist völlig wurscht, ob du dein Kind mit selbstgekochtem Gemüse aus dem eigenen Garten fütterst oder ob du ein Babygläschen aufmachst. Ob du stillst oder die Flasche gibst. Das hat was mit deinen persönlichen Ansichten und deiner eigenen Sozialisation zu tun und letzten Endes sind es nur Feinheiten, die aber leider häufig genug für irgendwelche Superschlauen ein Grund sind, sich gegenseitig die Ideologien um die Ohren zu hauen bis es blutet.

Nein, die gekaufte Nahrung ist nicht per se des Teufels. Und nein, du bist nicht automatisch heiliggesprochen, nur weil du dir deinen Herzbändel abrennst, damit das Kind nur ja immer gesunde Vollwertkost bekommt um gesund aufzuwachsen.

Nach dem ganzen Zinnober, das du im Babyalter mit der Ernährung getrieben hast, kommt dann unter Umständen früher oder später DER Alptraum, besonders für die engagierten, allesrichtigmachenwollenden Mamis (so wie mich *hust*): das mäkelige Kind. 
(Alle Streber, deren Kinder einfach alles essen, was man ihnen hinstellt: bitte weitergehen, hier gibt es nix zu lesen für euch.)
Ich habe es hinter mir (oder stecke noch mittendrin, der eine sagt so, der andere so.), ich weiß wovon ich rede. Es macht nicht wirklich Spaß, wenn man sein Kind zu überreden versucht, doch das leckere Möhren-Kohlrabi-Gemüse zu probieren (dann kriegst du auch noch ein Würstchen *flöt*) und das Kind dann, weil es letzten Endes doch ein sehr liebes und folgsames Kind ist (und noch ein Würstchen will…), brav einen Löffel Gemüse in den Mund steckt, um dann einige Sekunden darauf herumzukauen, tapfer herunterzuschlucken und, schlagartig bleich werdend, das Gemüse wieder auf den Teller zu kotzen- nicht ohne alles vorher gegessene (ein paar Kartöffelchen, drei kleine Würstchen plus ein Glas Apfelschorle) wieder mit zurückzubringen.
Mahlzeit.
Das war der Tag an dem wir beschlossen: Am Arsch die Waldfee mit den ganzen Ernährungsratschlägen. Unser Sohn will kein Gemüse? Keinen Reis? Kein Dies, kein Das, kein Jenes? Egal. Er ißt mit Begeisterung Vollkornbrot, je mehr Körner, desto lieber, und als Belag Butter, Salami und Gouda. Joghurt und Milch, Griesbrei und ab und zu mal eine Banane, Kartoffelsuppe, Pfannkuchen, Pizza, Flammkuchen, na also.
Ich bin kein Ernährungsfachleut, aber da scheinen mir doch schon mal wichtige Mineralstoffe, Vitamine und der ganze Kram gesichert zu sein und mangelernährt sieht er auch nicht grad aus. 
Und solange er so einen eingeschränkten Speiseplan hat, brauche ich ihn wenigstens auch nicht mit einer total hippen Bento-Box ausstatten.
(Wer noch nicht weiß, was Bento Boxen sind: bitte anschnallen und hierBilder anschauen. DAS sind Pausenbrote! Achtung: Labile Gemüter könnten anschliessend zum Butterbrot-Harakiri ansetzen.
Allerdings benötigt man zu diesem stylischen Bentokram dringend auch das passende, stylische Kind, das das ganze Zeugs auch wirklich isst. Da waren sie wieder, meine drei Probleme. Wie soll ich aus Vollkornbrot, Salami und Gouda eine Angry Birds-Bento-Box hinkriegen?? Eben. Im übrigen würde ich wirklich, wirklichgerne mal den Inhalt der Bento-Boxen sehen, nachdem sie einen Schulweg inclusive dreimal Ranzen auf, Ranzen ab hinter sich haben. *Harharhar*)
Wo war ich? Ach ja. 
Hab ich also ein schönes Familienleben mit meinem Kind oder bringe ich miese Laune ins Haus, weil ich ständig nölend hinter ihm herrenne und gebetsmühlenartig das gute Essen preise oder, noch schlimmer, mein Lieblingsratschlag folge: Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt, was anderes gibt es nicht, dann gehst du ohne Essen ins Bett. Uaaahhh. Alle superschlauen Besserwisser, die diesen Mist verzapfen: Seid ihr Eltern und liebt ihr euer Kind oder möchtet ihr in Wahrheit lieber Vorsteher in einem Straflager sein, wo ihr eure sadistischen Neigungen ausleben könnt? Nordkorea wäre eine gute Reiseempfehlung für euch.
Ist doch wahr!
Ich muß mir doch nicht ständig völlig unnötigen Streit ans Bein binden, nur um das Kind zu brechen und es davon zu überzeugen, dass es gefälligst das zu essen hat, was ICH gerne mag. Blödsinn, das. Solche Kinder kriegen einen an die Waffel, weil sie ständig gezeigt bekommen, dass sie nicht in Ordnung sind, das ihre eigene Wahrnehmung falsch ist und ihre Meinung unwichtig. Da werden Selbstzweifel gesät und Kinder gedemütigt und alles nur wegen ein paar blöder Erziehungsregeln, die in vielen Fällen zurückgehen auf wirklich gruselige Zeiten. Zum Beispiel solche.
Das ständige „es wird von allem was probiert“ kommt auch aus der Straflagerecke und ist bei uns verbannt. Warum, zum Teufel, soll das Kind jedesmal wieder probieren, wenn es doch bereits gesagt hat, dass es etwas nicht mag? Soll da inzwischen vielleicht ein Wunder geschehen sein oder was? 

Natürlich braucht das Essen, genau wie das Zusammenleben, Regeln, an die wir uns alle halten sollten. Sonst funktioniert es nicht. Im Fall von Nahrung haben sich für uns folgende Regeln etabliert:

Die Mahlzeiten werden zum überwiegenden Teil gemeinsam eingenommen, und sind so ein Teil der familiären Kommunikation. Essen soll Spaß machen und nicht etwas sein, vor dem man Angst haben muss, weil es eh wieder nur Krach gibt.
Es wird nicht zwischen den Mahlzeiten hemmungslos gefuttert damit dann beim Essen nix mehr reinpasst und wir essen uns bei den Mahlzeiten satt.
Niemand wird gezwungen, etwas zu essen, was er nicht mag. (Ausnahme: mein Mann. Zucchini sind Gemüse, kein Unkraut!!!).
Die Essensplanung für die kommende Woche wird gemeinsam gemacht und jeder darf sich etwas wünschen. (Seien wir ehrlich: Der Essensplan ist nur eine ungefähre Richtlinie. Oft kommt wieder was dazwischen, sei es eine Einladung oder eine größere Gemüsespende.)
Auch für alle anderen Regeln gilt: Wir halten uns, soweit es geht, daran, aber Ausnahmen sind völlig normal und in Ordnung.
Und vor allem: wir schreiben unsere Essens- oder sonstigen Regeln NIEMALS auf ein Riesenplakat und hängen sie über den Eßtisch. Oder in den Flur. Das ist so…. Schule.
Oder Supernanny *uärkks*.
Wir sind eine Familie und keine Erziehungsanstalt.

E wie Erziehungsratgeber

E wie Erziehungsratgeber
 
Der durchschnittliche Erziehungsratgeber ist ein Arschloch.
Weil er in den meisten Fällen derart EINFACHE Tips auf Lager hat, dass dich im günstigsten Fall das Gefühl beschleicht, eine völlig unfähige Mutter/Vater zu sein, denn wenn es so einfach ist, wieso bin ausgerechnet ICH dann zu blöd dazu? (Im Normalfall kommt, bevor man sich in diesem miesen Gefühl komplett verliert, die beste Freundin/Mutter/Kusine/die Mädels vom Babytreff/werauchimmer zum Kaffee, die haben/hatten die gleichen Probleme mit ihrer Brut und nach ein bißchen gemeinsamen Jammern, Gegacker und zur allergrößten Not einem Gläschen Prosecco ist die Welt wieder in Ordnung.)
Im ungünstigsten Fall führt die fortwährende Konfrontation mit den zwischen zwei Buchdeckeln lauernden TOTAL einfachen Tricks und vollkommen problemlos anzuwendenden Programmen (gerne zu den Themen: durchschlafen nach drei Wochen, der kleine Gourmet, der Weg zum klugen Kind, *waaahhh*), während die eigene Brut sich mit dem pädagogisch wertvollen Holzspielzeug brüllend die Köppe einschlägt, standhaft nur Schupfnudeln essen will oder nachts grundsätzlich nur einschläft, wenn Mama stundenlang vor dem Bettchen kauernd „Der Mond ist aufgegangen“ singt, während ihre Haare um den Kinderfinger gewickelt sind und gleichzeitig Papa Männchen vor dem Bett macht, dazu, dass man sich müde, hohläugig und zutiefst deprimiert am nächsten Laternenpfahl aufknüpfen will. Und die Brut gleich dazu.
Wer dann kein soziales Netzwerk aka Familie oder Freunde um sich rum hat, die zum Kaffeetrinken vorbeikommen und bei Bedarf die pädagogische Anspruchshaltung auch mal korrigieren helfen (Hast du sie eigentlich noch alle?) oder einfach mal babysitten, Kuchen mitbringen oder die Kotztüte halten, der hat, mit Verlaub: ins Klo gegriffen und tut was? Richtig: Kauft noch einen vollkommen unnützen Erziehungsratgeber.
Ich hab sie natürlich nicht alle selbst gelesen, ich bin ja nicht völlig plemplem (da wäre ich wahrscheinlich auch schon am Laternenmast gelandet, bei dem, was ich schon alles falsch gemacht habe). Aber natürlich habe ich mir auch einen gekauft (nee, eigentlich zwei), den Rest bekam ich geschenkt und nachdem die geschenkten Wälzer ein paar gelangweilte Höflichkeitsjahre in meinem Bücherregal verbrachten, habe ich sie in die Tonne gekickt. Ich habe keinen Platz für so einen Mist.
Was ich also in jahrelangen Studien herausgefunden habe, ist folgendes:
Der richtige Erziehungsratgeber muß in allererster Linie eines sein: Dein Freund.
Er soll dir Mut machen, freundlich zu dir sein, dich wertschätzen und dir nicht eine Lebensweise oder Struktur aufdrücken, die nicht die deine ist. (Es ist völlig wurscht, ob du den Gemüsebrei mittags oder abends gibst- du mußt deinem Kind Essen geben in passender Qualität, zeitlichem Abstand und genügender Menge. Thats it. Die Feinheiten ergeben sich dann schon mit größter Sicherheit aus deinen eigenen Erfahrungswerten. Du bist schliesslich nicht in der blauen Lagunegroß geworden.)
Er soll deinen Fokus lenken auf die Dinge, die wunderbar und gut sind am Familienleben und nicht ständig mit dem Finger in die Dinge pieken, die dich sowieso fertig machen. Er zeigt dir die wunderbare Bandbreite der lustigen, unglaublichen, seltsamen, sensationellen und einzigartigen Verhaltensweisen in der Entwicklung deines Babys/Kleinkindes/Kindes auf und gibt dir genügend Sicherheit, damit du dich an der Entwicklung deines Kindes freuen kannst und nicht hinter jeder Macke gleich einen Logo/Ergo/Psychotherapiefall befürchtest. (Oh mein Gott. Madita-Sophie will nicht mit Fingerfarben malen. ALLE Kinder wollen mit Fingerfarben malen. Herr Doktor, können sie mir eine gute Körpertherapeutin empfehlen?)
Ein guter Erziehungsratgeber spricht DEINE Sprache,- so dass du nicht jedes dritte Wort nachschlagen musst und das Gefühl bekommst, ein verdammter Dummkopf zu sein. Er soll dir Zusammenhänge verständlich erklären, ohne zu theoretisch daherzukommen und vor allem ohne herablassend und oberlehrerhaft zu wirken und dich dadurch klein zu machen.
Für mich persönlich ist dabei ganz wichtig: In einem guten Erziehungsratgeber findest du niemals gephotoshopte Bilder von gecasteten, strahlendweißzähnigen Modelfamilien mit perfekt gekleideten Traumkindern in durchgestylten Mottowohnungen.
Hallo? Ich *wiege zu viel, habe Pickel und in Jogginghosen sehe ich scheiße* aus. Mein *Baby schreit sich völlig unerklärlich die Lunge aus dem Leib, ich bin völlig am Ende und will es manchmal nur noch an die Wand klatschen* (zwischen die Sternchen bitte jeweils den Text deiner Wahl einsetzen) und da soll ich mir ein Buch angucken, in dem strahlend schöne Menschen mir versichern, dass doch alles ganz pipieinfach ist und nach ein, zwei Versuchen sollte das mit dem Schlafen aber doch wirklich zu wuppen sein. Tadaaa! Wenn nicht, dann,… nja. Komisch. Bei allen anderen funktionierts.
Dafuq? Scheiße ist das, ehrlich.
Wenn der Ratgeber dich nicht auf Anhieb anspricht, du die Sprache nicht verstehst oder die Bilder eine künstlich perfekte Welt suggerieren (in der du nicht zufällig auch grad lebst) , dann ist ernicht dein Freund, sondern immer nur das buchgewordene schlechte Gewissen. Die materialisierte Erinnerung an alles, was du vermeintlich NICHT hingekriegt hast auf dem Weg zur goldenen Mama/Papamedaille. Auf dem Nachttisch liegend erinnert er dich immer schön an dein vermeintliches Versagen. (Häähää, du bist schon wieder nicht souverän geblieben, als der Kleine das Nachbarskind zerkratzt hat. Trallalaa, komisch, dass deine Kinder immer so auffallen müssen, woran das wohl liegen mag, häähää. Und wieso malt der Große eigentlich nie so schön bunt, wieso hat die Kleine immer Flecken auf dem Pulli, wieso ißt er kein Obst, wieso haut sie im Kindergarten die anderen Kinder, wieso dies, wieso jenes??? Und immer krank, deine Kinder, immer ist irgendwas anderes, nie geht mal irgendwas gut, immer ist alles so anstrengend, nie…, immer, ….)
Phew! Wer soll denn bei solchen Einflüsterungen gut schlafen können? Weg mit dem Haufen Altpapier!
 
Die beiden Ratgeber, die ich mir damals gekauft habe, habe ich immer noch.
Remo Largoist immer noch mein Freund. Seinem „Babyjahre“ habe ich es zu verdanken, dass ich nach ichweißnichtwievielen Monaten endlich aufgehört habe mit dem Stress von wegen, das Kind muss in seinem eigenen Bett schlafen. Pff. Bullshit.
Er legt die verschiedenen Entwicklungsstufen sehr gut dar und hebt dabei die Individualität des einzelnen Kindes hervor. Er erklärt sehr gut, wie sich die einzelnen Entwicklungsstufen aufeinander aufbauen und macht dabei einigen Mythen den Garaus, vor allem dem äußerst beliebten „Mein Kind war schon mit 14 Monaten trocken (nach dem Motto: kaum gekrabbelt- schon aufs Klo. Aus dem Leben eines Superbabes)“ und meinem zweitliebsten Wut-Thema: „Durchschlafen nach wenigen Wochen“. (Mein liebstes Wutthema ist übrigens: Verwöhn das Baby net, das hört schon auf zu plärren. Arrggl.)
Kann ich uneingeschränkt empfehlen. Das Buch, mein ich.
Wolfgang Bergmannist auch mein Freund. Er hat mehrere Bücher geschrieben, aber die „Gute Autorität“ ist das Beste, trotz der manchmal etwas, naja, pädagogischen Vortragsweise. Warum ist Autorität so wichtig und wie funktioniert sie ohne Druck und Einschüchterung? Das erklärt er sehr verständlich und mit Hilfe von schönen Szenen, bei denen man einerseits gehässig kichern möchte, einem aber andererseits genau das im Hals steckenbleibt, denn: verdammich, woher kennt der mich???
Auch dieser kriegt von mir ein „uneingeschränkt empfehlenswert“
(Es gibt übrigens nur diese eine Note. Für mich. Das oder Tonne. Für dich mögen andere Grundsätze gelten, nimm sie ernst.)
Aber, siehe oben:
Der gute Erziehungsratgeber ist DEIN Freund.
Also guck vorher rein, lies ein paar Seiten und entscheide erst dann, ob du dafür Geld ausgibst.

(Nein, ich bin nicht zu blöd fürs ABC. Mir ist nur halt erstmal was zu E eingefallen. Vielleicht fällt mir noch was ein zu einem anderen Buchstaben. Oder mehreren. Oder garnichts mehr.)