The Art Of The Brick

Da mich mal wieder niemand angemailt und Freikarten geboten hat für eine positive Berichterstattung über ihre Ausstellung (obwohl ich echt bis zum Schluß gewartet habe *zähneknirsch*), habe ich die Karten für die Ausstellung „The Art Of The Brick“ im Prototypenmuseum in Hamburg eben selbst gekauft. Pfft.
Nun sind die Worte „Ausstellung“ und „Museum“ normalerweise ohne Umwege dazu geeignet, aus unserem Sohn ein kreischendes, sich am Türrahmen festhaltendes Bündel purer Panik (Naaaaiiiiin, kein Musääuum *blärchwürg*) zu machen. Wenn man aber vernehmlich das Wörtchen „Lego“ dazu ausspricht, sitzt das Kind quasi in der nächsten Sekunde angeschnallt im Auto und brüllt, warum die trödeligen Eltern wieder so lange brauchen und wann, verdammt, man endlich losfahren könne?
Manche Tricks muss man halt einfach kennen *hüstel*
Nun.
Kurz nachdem ich online die Tickets geordert (und bezahlt) hatte, las ich zwei Blogger-Rezensionen (eine von dasnuf, die andere Quelle habe ich leider vergessen) die mir die Lust auf die Ausstellung fast genommen hätten (Tenor: „naja, ganz nett“, „Selbstbeweihräucherung“ und „unerträglich stickig“- puh!)
Aber statt die Karten ins nächste Hamburger Fleet zu schmeißen, sind wir zum Glück trotzdem hingegangen und waren begeistert. Auf die Audiokommentare und die Filmchen des Künstlers haben wir nach dem Hinweis von dasnuf wohlweislich verzichtet und uns einfach nur an den irren Bauwerken gefreut.
Lego Menschen
Ja klar, letzten Endes isses „nur“ Lego- aber was der Künstler daraus gebaut hat, ist schon sehr eindrucksvoll.
Besonders die Interpretationen anderer, „richtiger“ Kunstwerke haben mir total gut gefallen.
Lego Munch
Darauf muss man ja schliesslich auch erst mal kommen.
Am schönsten fand ich, das der nette Mann (Nathan Sawaya heißt er, glaube ich) uns ein Denkmal gesetzt hat. Also, meinem Mann und mir:
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Woher der uns nur kennt?

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Als kleines Dankeschön habe ich ihm am Ausgang, wo man eigene Kunstwerke bauen konnte, auch eine Skulptur geschaffen und für ihn stehen gelassen:
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Die Ausstellung hätte eigentlich am 19.Juli beendet werden sollen, ist jetzt aber bis irgendwas im August verlängert, wer also in den nächsten zweidrei Wochen Zeit hat, in Hamburg ist und Lego mag, könnte sich das gerne ansehen.
Es war übrigens nicht so stickig in der Ausstellung wie vorher befürchtet, es standen überall Ventilatoren rum, das reichte vollkommen.
Allerdings kostet die Ausstellung wirklich richtig, richtig viel Geld. Als wir gingen, kam uns eine Familie mit vier Kindern entgegen- da blieb mir beim Überschlagen des Eintrittspreises mal kurz das Herz stehen.

Um dem ganzen Ausflug die Krone aufzusetzen, haben wir uns im Legoladen in der Innenstadt anschliessend noch Legoträume erfüllt. Jeder von seinem Taschengeld, versteht sich. Auf mein Regal im Wohnzimmer zieht demnächst Wall-E ein
Lego Ideas Disney Pixar 21303 Wall-E [UK Import]
und mein Mann hat sich endlich doch noch den heißbegehrten Mini gekauft
LEGO 10242 - Konstruktionsspielzeug - Mini Cooper
So haben wir auch nach dem Urlaub noch was zum Beschäftigen.

Und jetzt aber nix wie ab unter den….

Ventilatorr!

Jetzt geht das weiter hier

Das schönste am Urlaub ist Zeit haben.
Im Gegensatz dazu waren die letzten Wochen etwas arg angefüllt mit vielen vielen Terminen- schöne und weniger schöne, in der Arbeit und der Freizeit.
Da war der Projektcircus La Luna in der Schule,Zirkus3 Zirkus2 Zirkus1

die EM (die mich echt viel Schlaf gekostet hat)
EM
der Festzug im Nachbarort,
Festzug Riedelbach
die wieder sehr gelungene und amüsante Hofoper
Collage Hofoper
das Kümmern um Harry während das eigentliche Frauchen zu den Proben musste
Collage Harry
um nur einige wenige zu nennen.
Da blieb nur wenig Zeit über, und die habe ich vernünftigerweise dafür verwendet, mir fast die komplette Sommergarderobe neu zu nähen. *höhö* Okay, der Kurze (sagte ich kurz? Wir haben grad zwei paar neue Schuhe in 38 (achtunddreissig!!!) für ihn kaufen müssen *schrei*) hat auch ein paar neue Shirts gekriegt. Natürlich nicht geknipst. Aber für mich waren diesmal vier MaKiras, drei Ebbys, drei Eddas und sogar fünf Sannas. (Für die uneingeweihten: Blusen, Shirts, Shirts und Jerseyhosen.) drin. Dumdideldum….
Da war dann nicht mehr viel Zeit bzw Konzentration zum Schreiben.
Collage Hosen
Obwohl es ganz sicher genug Themen gibt.
Der Zustand der Welt im allgemeinen (gab es in 2016 eigentlich schon mal gute Nachrichten?) oder im speziellen (Trump. IS. Der Milchpreis. Ja, sind denn alle bekloppt geworden?).
Immer wenn ich anfange, über eine Sache nachzudenken, mich aufzuregen um das dann in Schriftform zu bringen, denke ich mir, ach, was solls. Lass mal Pokemon jagen gehen.
Und schon ist alles wieder gut.
Traumato, wo versteckst du dich, du Scheißvieh?!

 

Nur mal so

Vorneweg: ja, ich weiß, es gibt wichtigere Dinge im Leben als Rechtschreibung und ich gehe auf meinem Blog ja auch sehr kreativ damit um. Aber.
Ein Freund, Vorstandskollege und sehr aktiver Mensch ist kürzlich gestorben und heute waren die Traueranzeigen der Familie und der Vereine in der Zeitung.
Jo, mag sein, dass ich da besonders empfindlich bin, aber um es mal plakativ zu sagen:
Alter, das geht sowas von überhaupt gar nicht.

unser Aktives Mitglied statt unser aktives Mitglied
Geräteart statt Gerätewart
u statt und
Beistzer statt Beisitzer
Kammeraden statt Kameraden.

Ich weiß nun nicht, ob die Kollegen des betreffenden Vereins die Anzeige so abgeliefert haben, oder ob der Setzer in der Druckerei besoffen war. Ich finde es auch völlig in Ordnung, dass nicht jeder die korrekte Rechtschreibung beherrscht, gar keine Frage, darum gehts mir nicht. Ich bin ja selber bekanntlich nur so halb gut in Zeichensetzung, die dass/das-Regel wird mein Tod sein irgendwann und Rechnen kann ich ja überhaupt nicht.
Aber von einer Zeitung und einer Druckerei, deren Haupthandwerkszeug die deutsche Sprache ist, erwarte ich korrektes Deutsch. Schon grad in einer Traueranzeige! Und wenn die eine Anzeige mit Fehlern geliefert bekommen, dann erwarte ich, dass die diese Fehler korrigieren. Ich dachte ernsthaft, dafür kriegen die Geld. (Und wenn sie eine Anzeige ohne Fehler geliefert bekommen, dann erwarte ich dass sie keine reinmachen, by the way.)
Unsere eigene Anzeige habe ich dreimal korrigieren lassen (es war ein Rechtschreibfehler drin, der in meinem Original nicht war (!) und dann passte die Größe nicht).
Dabei komme ich mir ja eigentlich immer ein bißchen blöd vor, wenn ich die Korrekturabzüge genauestens prüfe, denn eigentlich bin ich davon ausgegangen dass eine Grundvoraussetzung für das Arbeiten bei einer Zeitung/Druckerei der korrekte Umgang mit der deutschen Sprache ist. Die müssen doch ihr Handwerkszeug beherrschen, oder was.
Da kann ich im Moment echt nur den Kopf drüber schütteln.
Wenn das meine Anzeige wäre, würde ich mich glatt weigern die zu bezahlen.

Und nur falls einer auf Ideen kommt: Wer in meine Todesanzige solche dmlichen Rechtschreibfeler reinmacht, den werde ich nächtens heimsuchen bis an sein Lebensede. Mit raselnden Ketten und fiel Huibuh. Doppelschwör.

Nerv des Monats Juni

Nein, nicht das Wetter. Auch nicht die EM. (Da kann ich wenigstens immer gut bei zuschneiden und nähen.)
Nein, es sind die jährlich (wenn man Glück hat. Manche (Also wir. Hmpf.) haben Pech, da gibts das halbjährlich) wiederkehrenden Schulveranstaltungen namens „Klassenfest“.
Wer noch kein Kind in Kindergarten oder Grundschule hat, bekommts kurz erklärt, alle anderen verdrehen jetzt ohnehin schon die Augen und wissen GENAU was ich meine.
Klassenfest ist die Veranstaltung, die rührige Elternbeiratsmitglieder jährlich (oder halbjährlich) für die Kinder UND ELTERN der Klasse auf die Beine stellen, damit man (bitte jeweils den passenden Text einsetzen:) sich mal kennenlernt/mal wiedersieht/mal was schööönes zusammen macht, jeweils begleitet von einem motivierenden breiten Strahlen über alle vier Backen. Vier, weils ja meistens zwei sind. Zwei Elternbeirätinnen, meine ich. Moahhh- ich krieg Puls wenn ich nur dran denke.
Wo war ich? Ach ja.
Bei uns werden meist Outdoor-Aktivitäten ausgesucht (Drachensteigen. Geocaching. Wandern. Picknick. Vater-Kind-Zelten.) die allen gaaanz viel Spaß machen, weil es doch so schön ist, zusammen zu sein und etwas Lustiges/lehrreiches/spannendes zu erleben, vielleicht noch ein Lied gemeinsam zu singen und *indieHändchenklatsch* ach, ist das nicht toll, so gemeinsam?

Nein. Ist es nicht. Im Gegenteil, es nervt absolut!
Erst die wochenlange Terminsucherei, jeden dritten Tag eine Mail vom Elternbeirat mit der flötengleich vorgetragenen Bitte um Eintrag in die Doodle-Liste *die Eltern von Lea-Sophie, Justyn und Franz möchten sich bitte noch eintragen, damit wir die Terminfindung abschliessen können, wir freuen uns schon ganz arg auf unser Klassenfest tiriliii*, dann die Auswahl, was wir wohl alle gemeinsam unternehmen möchten (Garnix *grummel*), entweder einen Nachmittag auf den Bauernhof, oder eine Wanderung mit Picknick oder oder oder siehe oben.
Am Tag des Ausflugs dann diverse WhatsApp von den Helden die zu feige sind, vorher abzusagen *sorryyyy, wir sind soooo traurig, aber leider hat Ramona-Teresa akuten Brechdurchfall bekommen und wir hängen auch schon über der Schüssel, wir können  leider nicht kommen, so schaaaade!* und schlußendlich wandert ein Grüppchen von höchstens halber Klassenstärke tapfer durch den strömenden Regen, sich gegenseitig versichernd dass es doch nix schöneres gibt, als ein Klassenfest, wenn alle so zusammen sind, sooo schön.
Oh Mann. Also, mal ganz abgesehen davon, dass die Kinder aus Juniors Klasse verstreut aus glaube ich sechs oder acht Käffern kommen, von denen ich vier vermutlich noch nie betreten habe, weil sie einfach am Arsch der Welt in der völlig anderen Richtung liegen, ist es nun mal ehrlicherweise auch so, dass mich achtzig Prozent der Eltern aus der Klasse nicht so ganz arg interessieren. Klingt hart, ist aber so. Es gibt einige Eltern, mit denen hat man öfter zu tun, mit manchen ist man befreundet, aber den großen Teil der Eltern wird man nach der Grundschulzeit vermutlich nie wiedersehen.
Wieso, zum Teufel, soll ich mit denen ständig Ausflüge machen? Ich will keinen Ausflug machen mit dem dummschwätzenden breitbeinig eierkraulenden Sportwagenbesitzer, nicht mit der ganzheitlich interessierten Friseurin (Homöopathie für Haar und Hund) und auch nicht mit der exaltierten Pamela-Anderson-Lookalike-Gewinnerin die mir dringend ihre Nageldesignerin empfehlen will.
Danke, es reicht mir völlig wenn ich die ganzen Vögel und ihre blöden Fragen am Elternabend ertragen muss, da muss ich doch mit denen nicht noch gitarrespielend ums Lagerfeuer tanzen, oder was?
Und mal ehrlich- die wollen auch alle nicht wirklich mit dieser dicken feldwebeligen Erzieherin ihre Freizeit verbringen, also mit mir. Die tun nur alle so nett, genauso wie ich so nett tue und ich HASSE solche Veranstaltungen.
Wenn ich also einen Wunsch ans Universum freihätte (wie mir die esoterisch veranlagte, leicht verhärmt wirkende Mutter von drei Kanaillen versichert *aber nur, wenn grad kein Chemtrail-Day ist, sonst kommen die Wünsche nicht durch, weißt du?*) dann würde ich mir für alle Elternbeiräte dieser (meiner) Welt eine Teilamnesie wünschen, was gemeinsame Ausflüge betrifft.
Elternabende: Ja.
Klassenkasse einsammeln: Na gut.
Gesamtschulveranstaltungen: nur wenn es hundertjährige Jubiläen zu feiern gilt.
Klassenveranstaltungen plus Eltern: was ist das?

Ich hatte übrigens leider, leider Nähkurs am Klassenfest und konnte dann nicht teilnehmen. Sorry. Aber manchmal muss man echt ein Arsch sein. Junior war mit Freunden mit. (Zumindest bis es nicht aufhörte zu schütten, da war es vorbei mit dem Wandertag.) Fürs erste sind wir durch. Nur noch ein Schuljahr!

Ach du Scheiße, mir wird grad klar, dass da ja schon wieder bald die Weihnachtsfeier auf der Matte steht. Wollen wir gemeinsam Schlittenfahren oder eine Winterwanderung oder gemeinsam Plätzchenbacken? Neiiiiiin! *wimmer*

(„Vater-Kind-Zelten“ ist übrigens bei uns eine besonders perverse Form von „Klassen“fest. Mein armer Mann musste in den vier (!) Kindergartenjahren viermal mit Junior und allen anderen Kindern und Vätern auf einem Sportplatz mitten in der Pampa campen. Von nachmittags bis zum nächsten Morgen und das war natürlich alles eine hochpädagogische Veranstaltung. Wir stärken die Vater-Kind-Beziehung durch verschiedene Kleinkind-affine Partyspiele (im brandneuen Jack-Wolfskin-Outdoor-Outfit mit brennenden Zweigen wild ums Lagerfeuer rasende Kinder vor der Kollision bewahren, den Nachwuchs vom Verzehr giftiger Blätter abhalten und so ähnlich). Sämtliche anwesenden Väter brachten dieses Abenteuer nur unter Zuhilfenahme größerer Mengen alkoholhaltiger Getränke zum Ende (ich hörte, es seien mehr Bierkästen als Kinder anwesend gewesen…) und „nach dem Ausschlafen und gemütlichen gemeinsamen Frühstück“ standen Mann und Kind spätestens um 7:00 wieder auf der Matte. Jo.
Puh.

Man flüsterte mir kürzlich, in der weiterführenen Schule seien solche Zwangsaktivitäten nicht mehr üblich. Seitdem denke ich darüber nach, ob ein Kind mit gutem Notendurchschnitt wohl gleich von der dritten in die fünfte Klasse wechseln kann…

(Natürlich sind alle hier beschriebenen Charaktere frei erfunden und alle Eltern aus Juniors Klasse sind total nette, intelligente und liebe Leute, mit denen ich am liebsten allesamt in einer RiesenWG wohnen möchte. Hust.)

Wenn ich groß bin, werd ich Spießer.

Kennt man noch die Bausparwerbung mit Papa und Tochter?
Da brauchen wir hier garnicht drauf warten, das ist schon längst soweit.

Sohn bekommt eine Auswahl Second-Hand-Jeans, sOliver und so. Den kritischen Blicken hält längst nicht jede stand, aber den Vogel schiesst er mit der hier ab:
Lumpen Fotor
„Die will ich nicht. Die ist kaputt.“ Meinen Einwand, das sei so gewollt und schon so gekauft, quittiert er mit großen Augen: „Was? Das ist keine Hose, das sind Lum-pen. Lum-PEN, Mama, das zieh ich nicht an!!“ (Genauso betont: Lum-PEN!)

Mein Gott, was ist mit dem Kind passiert? Ich hätte damals ohne zu zögern meine beste Freundin für so eine Hose verkauft (Sorry, Simone!) und er will sie in den Lumpensack stecken?
Stattdessen präferiert er diese Hose (die ich als lange, aber unerklärlicherweise sehr enge Hose neugekauft hatte- ich meine, wieso müssen die neunjährigen Jungs schon knallenge Jeans tragen, wer kommt auf so eine perverse Idee? Was soll das? Aber nix zu machen dieses Jahr: alle Jeans knalleng. Hmpf.) die ich abgeschnitten und umgenäht habe:
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Unfassbar, oder?
Damit die Hose wenigstens ein bisschen freaky ist, habe ich sie innendrin nicht versäubert. (und alle so: cooooool!) Miihihi- ich fühle mich total konspirativ…
Da kommen dann wenigstens vielleicht ein paar Fransen raus. Das hat er bis jetzt noch nicht entdeckt, sonst fliegt die auch gleich raus aus dem Kleiderschrank…
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fair.können.glänzen

Ich fände das ja eine sehr schöne Beschreibung meiner Person, aber leider ist es nur die Adresse der 3×3 m auf denen ich grade mein Stühlchen stehen habe.
Moment, ich ziehe mal um ins Schlafzimmer….: „drache.leiht.fichte“. Ich brauch grad keine Fichte, vielen Dank. Mal sehen was das Bad sagt…: „fehlen.verstärken.oben“. Hallo? Bei mir fehlt GAR nix, schon garnicht obenrum! Gut, gehen wir mal in die Küche und gucken da nach: „rosine.grauem.noch“. Woahh- das ist spooky! Meinem Mann grauts tatsächlich vor Rosinen!
Und, oh, heilige Scheiße! Die Eingangstür steht genau auf: „bemerkt.erbe.keines“.
Aaarrgglll- sogar die Matrix weiß, das es hier nix zu erben gibt. *heul*
Und alle jetzt so: Hä?
Ok,ok. Wer noch nicht weiß was los ist, bitte mal hier entlang: what3words.
Irgendwelche Verrückten haben die ganze Welt in (57 Billionen) 3×3 Meter große Quadrate eingeteilt und jedes dieser Quadrate mit einer Kombination aus drei Wörtern adressiert.
Das heisst, du kannst dich mitten auf einem Acker verabreden und schickst deinen Kumpels einfach nur die drei Wörter, die sie dann in ihr Navi eingeben und schwupp-schöne neue Welt, die totale Überwachung, jaja, ich weiß. Stimmt schon, macht aber trotzdem Spaß.
Whatever, die Einsatzmöglichkeiten sind jedenfalls atemberaubend. Man stelle sich vor, wenn man irgendwo im Wald einen Schatz verbuddelt muss man sich nicht mehr merken, „hinter der dritten Eiche links vierzehn Schritte diametral zum Sonnenstand und dann noch zwei zurück“, nein, es ist viel easier: auf der angeflämmten Schatzkarte steht nur: „berühmtesten.vermissen.abdeckt“ und schon weiß man, dass der Schatz in einem Wäldchen an der Rue de Tonnerre kurz vor Molosmes liegt. So einfach.

Die Reichstagskuppel firmiert übrigens unter anderem unter: „hell.gefleckt.begehbar“. Wie wahr! Oder auch: „wirken.dabei.farblos“. Ach nee, Moment, das bezieht sich jetzt sicher auf den Raum für die Schwätzer unterhalb der Kuppel. Passt ja auch.
Und auf dem höchsten Punkt der Erde? „geschäftsmodell.heckleuchte.erfahrungen“.
Uh! Da weiß doch irgendjemand GENAU Bescheid. Der Mount Everest ist ja schon seit vielen Jahren ein Geschäftsmodell für kaputte Heckleuchten auf Selbsterfahrungstrip.
Da hat entweder irgendjemand eine groooße Portion schrägen Humor, oder wir werden tatsächlich von der „stammelf.veraltet.angelegte“ regiert.
(Was hat der D-beschissene-FB mit der Area 51 zu tun? ?Es ist alles eine große Verschwörung! *kreisch* )

Gibts Wichtigeres als Nähen?

Natürlich gibt es das:
Harry Potter Fotor
Ein unfassbar winziges Kerlchen, kann noch nicht mal richtig bellen, aber wickelt die ganze Familie um den Finger. Mühelos.
Das Welpenschulbuch sagt: Den Welpen während der Mahlzeiten ignorieren, auch wenn er noch so süß fiept und spielen will, also alle so: *ignorierignorierverdammtistdersüßignorierignorier* So schnell hatten wir noch nie fertig gegessen…

Ausgerechnet heute, als Harry Potter (ernsthaft. Als er geboren wurde, hatte er eine Zickzackblesse über den Augen, die ist zwar inzwischen ausgefranst, aber der Name ist geblieben.) bei uns (also bei meiner Mutter) einzog, hatte ich Schultütennähkurs, hmpf. Der war aber auch sehr schön, kreativ und kurzweilig. Die Damen haben sehr schöne Schultüten für den werten Nachwuchs gezaubert:
Schultueten Fotor
Wir fassen zusammen: Nähen ist nicht das Wichtigste auf der Welt. Aber ein sehr sehr tolles Hobby. ? Und jetzt wird mit dem Hund gespielt.

Wochenende in Bildern

Wie jedes Jahr- die Offenen Gärten im Weiltal, beginnend im Schloß Neuweilnau.

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Im Gewölbekeller ein Wort-Gewand. Wortreich in der Stille des Kellers in Szene gesetzt.
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Das Märchen von der Unke aus den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm.
Genau hinschauen lohnt sich:
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Das ganze Märchen ist auf alte Leinentücher handgestickt. Handgestickt! Das war so liebevoll gestaltet, genau wie die anderen gestickten Werke dieser Dame, ich hätte sie noch stundenlang anschauen (und vor allem: eins mit heim nehmen) mögen.
Draußen gab es noch mehr von ihr: Diverse Sinnsprüche, kleinere Skizzen, Wimpelketten mit schönen Wörtern, alles auf alte Leintücher, Tisch- und Bettwäsche gestickt und an Wäscheleinen quer durch den Schloßgarten gehängt- ich war derart fasziniert, dass ich vergessen habe, die Kunstwerke zu fotografieren, ich Esel! (Und das will was heißen. Normalerweise bin ich eher der Typ „Hä?WoishierKunst?*stapftmittendurch*“ )
Mein nächstes Projekt ist schon mal klar: ich möchte sticken lernen und brauche jetzt dringend ein altes abgegriffenes Stück Leinen. Nur ein einziges Wort möchte ich schaffen (und in meiner Küche aufhängen).
Der Rest des Tages bestand aus den Gärten fremder, kreativer und unglaublich grosszügiger Menschen. Die einen boten Kaffee und Kuchen, beim nächsten gab es Popcorn und ein kniffliges, fantasievolles Filmrätsel zum um die Ecke denken, wieder andere zeigten stolz ihren perfekt gestutzten, unkrautfreien Rasen, umgeben von einem bunten Meer aus Rosen und anderen Blumen. In einem Garten gab es musikalische Dekoration in Form von irischen Volksweisen und im anderen einen literarischen Vortrag, Rosé und Flammkuchen. Die Gartenvielfalt reichte von „Ach, lass wachsen“ bis zur akribischen Bewuchs-Planung, vom Neubau mit angelegtem Grundstück bis zum Fachwerkhaus mit verwinkeltem Gärtchen und überall spürte man die Freude, die Menschen an schönen Dingen haben können, sei es Flora oder Fauna, Kunst oder Musik. Und was für ein Detailreichtum überall! Hach, ich werde ganz poetisch.
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Mit nach Hause reisen durften diese beiden Ameisen, die sich auf unserem Balkon schon sichtlich wohlfühlen:
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Gefertigt von einer Töpfer-Künstlerin aus dem Nachbarort, die ursprünglich 600 Stück davon für eine Ausstellung angefertigt hatte. Da ist keine ist wie die andere…
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Und endlich kann ich auch sowas ähnliches wie Makroaufnahmen machen! Mit dem Gimmick aus dem letzten Yps-Heft den sauteuren edlen Aufsatzlinsen fürs Smartphone geknipst, sehen die Ameisenbeinchen doch aus wie Godzillas bäumeknickende Pranken, oder?

Nerv des Monats April, äh-

Mai, es ist ja schon fast Mai vorbei, ups. Das ging aber schnell *staun*.
Also, der Nerv des Monats Mai ist folgendermaßen: nix.
Ich tu mir ja fast schon selbst leid, aber ich hatte schon länger nix mehr zum richtig aufregen, fluchen und aus der Haut fahren. So ein Scheiß.
Na gut, also, da ist dieser miese fiese Fersensporn der mich schon seit Ende letzten Jahres am aufrechten und schnellen Gang hindert und die Liste der am häufigsten täglich eingenommenen Nahrungsmittel um 2-(4-Isobutylphenyl)propionsäure erweitert hat, aber wenn ich den Tagesablauf in Richtung „möglichst wenig bewegen“ austariere, tut es fast gar nicht sehr weh. Das kommt meiner angeborenen Sportunlust sehr entgegen (und an der Nähmaschine sitzen ist ja eins meiner liebsten Hobbys), allerdings brauche ich mich bald nicht mehr fragen, wie man sich wohl als weiblicher „Jabba, the Hutt“ fühlt- ich probiere es einfach aus.
(Hmpf. Erfinder dieser Welt: tut euch zusammen und erfindet endlich den virtuellen Sport! Wer sich das Training nur intensiv genug vorstellt baut Fett ab, Muskeln auf und gewinnt Ausdauer und Kraft, hurra!)
Ja, ist ja gut. Wenns nicht mehr wehtut, geh ich wieder in den Wald, ich versprechs. (Ich verspreche, ich werde versuchen, es zu können. Hat ein großer Philosoph hier im Haus mal gesagt.) Allerdings kann ich auch guten Gewissens behaupten, dass ich ohnehin im Moment für Sport keine Zeit habe. Sehr spontan (und nur für die letzten zwei Wochen) bin ich mal auf Fulltimejob umgeschwenkt, das gibt ein völlig neues Aha-Erlebnis: wann, zum Teufel, kaufen eigentlich Leute ein die so einen nine-to-five-Job haben? Wann putzen sie die Wohnung, wann das Klo, wann färben sie sich die Haare und wann gehen sie ihren Hobbys nach? (Wie kann zum Beispiel jemand jede Woche was für sich nähen, der voll arbeitet, eine Firma und drei Kinder hat, Sarah? Du musst irgendwo einen Zeitumkehrer haben…)
Neben meinem normalen 15-Stunden-die-Woche-Pädagogik-Job mache ich mein Hobby sozusagen zum Beruf, und packe für den Onlineshop des Nähhimmels Päckchen mit Stoff, Webbändern und allem Zubehör was man so zum Nähen brauchen kann. Das macht Spaß (ich lerne alle Stoffe mit Vornamen kennen! Am liebsten sind mir die Stoffnamenerfinder von Swafing. Sweat, Sommersweat und passendes Bündchen namens Maike, Eike und Heike.? Ich will sofort wissen, was für ein Zeug die rauchen…) Und erst die tollen Webbänder. Die Vliese. Die Gurtbänder, Zackenlitzen, Paspeln, Nähgarne, SnapPaps, Spitzen und und und… waaaahhhh! Ich liebe das Zeug und entdecke ständig neue tolle Sachen!?) und ist neben der normalen Arbeit gut zu handeln. Normal nur zweimal die Woche, aber blöderweise war da diese Rabattaktion und die viermillionen Bestellungen und nun, ich hätte die letzten beiden Wochen dort übernachten können und packen, packen, packen, packen, packen,….
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(und das ist nur ein winziger Bruchteil…)
Letzte Nacht habe ich von lila Kunstleder, schwarzem Fleece und buntem Jersey geträumt und immer wenn ich was abgeschnitten hatte ist es geschrumpft und war zu klein und ach, Scheiße, nochmal abschneiden und nochmal…. So kann man seine grauen Zellen nachts auch beschäftigen, puh.
Trotzdem alles nix für den Nerv des Monats. Auch der motorisierte Halbaffe Motorradfahrer nicht, der uns heute auf dem Zebrastreifen fast umgefahren hätte. Da kann man ja schon mal die Nerven verlieren, wenn so ein blöder Bus mitten in der Landschaft einfach anhält und den halt mit Vollgas überholen. Kann ja keiner wissen, das da irgend so ein Depp einen Zebrastreifen auf die Gass gepinselt hat UND sich da auch noch Fußgänger tummeln. Ts.
Namaste ?, mein eiliger Freund, überfahr mich ruhig. Im nächsten Leben werde ich der Nagel sein, der deinen durchdrehenden Reifen bei Höchstgeschwindigkeit zum Platzen bringt, und dann sehen wir uns wieder, du Arsch!! Ommmmmm..

Garten Eden

Passend zu Christi Himmelfahrt rumst es heute mal ganz paradiesisch bei mir.
Als die fleissige Susanne von Hamburger Liebe vor einiger Zeit ihre neue Kollektion „Eden“ vorstellte, war endlich mal wieder ein passendes Design für mich dabei, juhu! (Ich mag die meisten Designs ja total gerne, besonders die Jungsdesigns hängen fast alle in Juniors Schrank, auch wenn ich mich manchmal frage, welches Waschmittel zum Teufel die Stoffe brauchen, vielleicht gemahlenes Einhorn-Horn mit etwas Feenstaub? Besonders die Jerseys waren ratzfatz verwaschen und nein, ich nehme nie Weichspüler, ja ich nehme immer Colorwaschmittel und nein, die genähten Klamotten landen nie im Trockner. Trotzdem verwaschen. Hmpf.)
Nunja. Nach der „Happy“ Kollektion, Elephant Love und einigen Designs aus der Kamehameha Serie gibt es mit Eden also wieder eine Serie mit Stoffen, die mir auf Anhieb soo gut gefallen, also glühte in den letzten zwei Wochen die Nähmaschine…:
Eves Apple braun Collage
Eves Apple Popeline, Schnittmuster Blusenshirt von Lillesol & Pelle in harrchhtnvirrrzsch *hust*
Eves Apple tuerkis Collage
Eves Apple Jersey türkis, Schnittmuster Frau Edda von Hedi näht
Show up Collage
und nochmal ein Blusenshirt nach L & P, diesmal in „Show up“ Popeline taupe.
Und alle drei zusammen:
Eden Collage
Das ist doch mal einen Rums wert, oder?
So, Schluß jetzt, die Flasche Sekt wartet und ich stoße mit dem besten aller Ehemänner auf die letzten elf Jahre an. Erstaunlich, dass er es so gut mit mir aushält…❤️
Prost!