Nur mal so

Vorneweg: ja, ich weiß, es gibt wichtigere Dinge im Leben als Rechtschreibung und ich gehe auf meinem Blog ja auch sehr kreativ damit um. Aber.
Ein Freund, Vorstandskollege und sehr aktiver Mensch ist kürzlich gestorben und heute waren die Traueranzeigen der Familie und der Vereine in der Zeitung.
Jo, mag sein, dass ich da besonders empfindlich bin, aber um es mal plakativ zu sagen:
Alter, das geht sowas von überhaupt gar nicht.

unser Aktives Mitglied statt unser aktives Mitglied
Geräteart statt Gerätewart
u statt und
Beistzer statt Beisitzer
Kammeraden statt Kameraden.

Ich weiß nun nicht, ob die Kollegen des betreffenden Vereins die Anzeige so abgeliefert haben, oder ob der Setzer in der Druckerei besoffen war. Ich finde es auch völlig in Ordnung, dass nicht jeder die korrekte Rechtschreibung beherrscht, gar keine Frage, darum gehts mir nicht. Ich bin ja selber bekanntlich nur so halb gut in Zeichensetzung, die dass/das-Regel wird mein Tod sein irgendwann und Rechnen kann ich ja überhaupt nicht.
Aber von einer Zeitung und einer Druckerei, deren Haupthandwerkszeug die deutsche Sprache ist, erwarte ich korrektes Deutsch. Schon grad in einer Traueranzeige! Und wenn die eine Anzeige mit Fehlern geliefert bekommen, dann erwarte ich, dass die diese Fehler korrigieren. Ich dachte ernsthaft, dafür kriegen die Geld. (Und wenn sie eine Anzeige ohne Fehler geliefert bekommen, dann erwarte ich dass sie keine reinmachen, by the way.)
Unsere eigene Anzeige habe ich dreimal korrigieren lassen (es war ein Rechtschreibfehler drin, der in meinem Original nicht war (!) und dann passte die Größe nicht).
Dabei komme ich mir ja eigentlich immer ein bißchen blöd vor, wenn ich die Korrekturabzüge genauestens prüfe, denn eigentlich bin ich davon ausgegangen dass eine Grundvoraussetzung für das Arbeiten bei einer Zeitung/Druckerei der korrekte Umgang mit der deutschen Sprache ist. Die müssen doch ihr Handwerkszeug beherrschen, oder was.
Da kann ich im Moment echt nur den Kopf drüber schütteln.
Wenn das meine Anzeige wäre, würde ich mich glatt weigern die zu bezahlen.

Und nur falls einer auf Ideen kommt: Wer in meine Todesanzige solche dmlichen Rechtschreibfeler reinmacht, den werde ich nächtens heimsuchen bis an sein Lebensede. Mit raselnden Ketten und fiel Huibuh. Doppelschwör.

Nerv des Monats Juni

Nein, nicht das Wetter. Auch nicht die EM. (Da kann ich wenigstens immer gut bei zuschneiden und nähen.)
Nein, es sind die jährlich (wenn man Glück hat. Manche (Also wir. Hmpf.) haben Pech, da gibts das halbjährlich) wiederkehrenden Schulveranstaltungen namens „Klassenfest“.
Wer noch kein Kind in Kindergarten oder Grundschule hat, bekommts kurz erklärt, alle anderen verdrehen jetzt ohnehin schon die Augen und wissen GENAU was ich meine.
Klassenfest ist die Veranstaltung, die rührige Elternbeiratsmitglieder jährlich (oder halbjährlich) für die Kinder UND ELTERN der Klasse auf die Beine stellen, damit man (bitte jeweils den passenden Text einsetzen:) sich mal kennenlernt/mal wiedersieht/mal was schööönes zusammen macht, jeweils begleitet von einem motivierenden breiten Strahlen über alle vier Backen. Vier, weils ja meistens zwei sind. Zwei Elternbeirätinnen, meine ich. Moahhh- ich krieg Puls wenn ich nur dran denke.
Wo war ich? Ach ja.
Bei uns werden meist Outdoor-Aktivitäten ausgesucht (Drachensteigen. Geocaching. Wandern. Picknick. Vater-Kind-Zelten.) die allen gaaanz viel Spaß machen, weil es doch so schön ist, zusammen zu sein und etwas Lustiges/lehrreiches/spannendes zu erleben, vielleicht noch ein Lied gemeinsam zu singen und *indieHändchenklatsch* ach, ist das nicht toll, so gemeinsam?

Nein. Ist es nicht. Im Gegenteil, es nervt absolut!
Erst die wochenlange Terminsucherei, jeden dritten Tag eine Mail vom Elternbeirat mit der flötengleich vorgetragenen Bitte um Eintrag in die Doodle-Liste *die Eltern von Lea-Sophie, Justyn und Franz möchten sich bitte noch eintragen, damit wir die Terminfindung abschliessen können, wir freuen uns schon ganz arg auf unser Klassenfest tiriliii*, dann die Auswahl, was wir wohl alle gemeinsam unternehmen möchten (Garnix *grummel*), entweder einen Nachmittag auf den Bauernhof, oder eine Wanderung mit Picknick oder oder oder siehe oben.
Am Tag des Ausflugs dann diverse WhatsApp von den Helden die zu feige sind, vorher abzusagen *sorryyyy, wir sind soooo traurig, aber leider hat Ramona-Teresa akuten Brechdurchfall bekommen und wir hängen auch schon über der Schüssel, wir können  leider nicht kommen, so schaaaade!* und schlußendlich wandert ein Grüppchen von höchstens halber Klassenstärke tapfer durch den strömenden Regen, sich gegenseitig versichernd dass es doch nix schöneres gibt, als ein Klassenfest, wenn alle so zusammen sind, sooo schön.
Oh Mann. Also, mal ganz abgesehen davon, dass die Kinder aus Juniors Klasse verstreut aus glaube ich sechs oder acht Käffern kommen, von denen ich vier vermutlich noch nie betreten habe, weil sie einfach am Arsch der Welt in der völlig anderen Richtung liegen, ist es nun mal ehrlicherweise auch so, dass mich achtzig Prozent der Eltern aus der Klasse nicht so ganz arg interessieren. Klingt hart, ist aber so. Es gibt einige Eltern, mit denen hat man öfter zu tun, mit manchen ist man befreundet, aber den großen Teil der Eltern wird man nach der Grundschulzeit vermutlich nie wiedersehen.
Wieso, zum Teufel, soll ich mit denen ständig Ausflüge machen? Ich will keinen Ausflug machen mit dem dummschwätzenden breitbeinig eierkraulenden Sportwagenbesitzer, nicht mit der ganzheitlich interessierten Friseurin (Homöopathie für Haar und Hund) und auch nicht mit der exaltierten Pamela-Anderson-Lookalike-Gewinnerin die mir dringend ihre Nageldesignerin empfehlen will.
Danke, es reicht mir völlig wenn ich die ganzen Vögel und ihre blöden Fragen am Elternabend ertragen muss, da muss ich doch mit denen nicht noch gitarrespielend ums Lagerfeuer tanzen, oder was?
Und mal ehrlich- die wollen auch alle nicht wirklich mit dieser dicken feldwebeligen Erzieherin ihre Freizeit verbringen, also mit mir. Die tun nur alle so nett, genauso wie ich so nett tue und ich HASSE solche Veranstaltungen.
Wenn ich also einen Wunsch ans Universum freihätte (wie mir die esoterisch veranlagte, leicht verhärmt wirkende Mutter von drei Kanaillen versichert *aber nur, wenn grad kein Chemtrail-Day ist, sonst kommen die Wünsche nicht durch, weißt du?*) dann würde ich mir für alle Elternbeiräte dieser (meiner) Welt eine Teilamnesie wünschen, was gemeinsame Ausflüge betrifft.
Elternabende: Ja.
Klassenkasse einsammeln: Na gut.
Gesamtschulveranstaltungen: nur wenn es hundertjährige Jubiläen zu feiern gilt.
Klassenveranstaltungen plus Eltern: was ist das?

Ich hatte übrigens leider, leider Nähkurs am Klassenfest und konnte dann nicht teilnehmen. Sorry. Aber manchmal muss man echt ein Arsch sein. Junior war mit Freunden mit. (Zumindest bis es nicht aufhörte zu schütten, da war es vorbei mit dem Wandertag.) Fürs erste sind wir durch. Nur noch ein Schuljahr!

Ach du Scheiße, mir wird grad klar, dass da ja schon wieder bald die Weihnachtsfeier auf der Matte steht. Wollen wir gemeinsam Schlittenfahren oder eine Winterwanderung oder gemeinsam Plätzchenbacken? Neiiiiiin! *wimmer*

(„Vater-Kind-Zelten“ ist übrigens bei uns eine besonders perverse Form von „Klassen“fest. Mein armer Mann musste in den vier (!) Kindergartenjahren viermal mit Junior und allen anderen Kindern und Vätern auf einem Sportplatz mitten in der Pampa campen. Von nachmittags bis zum nächsten Morgen und das war natürlich alles eine hochpädagogische Veranstaltung. Wir stärken die Vater-Kind-Beziehung durch verschiedene Kleinkind-affine Partyspiele (im brandneuen Jack-Wolfskin-Outdoor-Outfit mit brennenden Zweigen wild ums Lagerfeuer rasende Kinder vor der Kollision bewahren, den Nachwuchs vom Verzehr giftiger Blätter abhalten und so ähnlich). Sämtliche anwesenden Väter brachten dieses Abenteuer nur unter Zuhilfenahme größerer Mengen alkoholhaltiger Getränke zum Ende (ich hörte, es seien mehr Bierkästen als Kinder anwesend gewesen…) und „nach dem Ausschlafen und gemütlichen gemeinsamen Frühstück“ standen Mann und Kind spätestens um 7:00 wieder auf der Matte. Jo.
Puh.

Man flüsterte mir kürzlich, in der weiterführenen Schule seien solche Zwangsaktivitäten nicht mehr üblich. Seitdem denke ich darüber nach, ob ein Kind mit gutem Notendurchschnitt wohl gleich von der dritten in die fünfte Klasse wechseln kann…

(Natürlich sind alle hier beschriebenen Charaktere frei erfunden und alle Eltern aus Juniors Klasse sind total nette, intelligente und liebe Leute, mit denen ich am liebsten allesamt in einer RiesenWG wohnen möchte. Hust.)

Wenn ich groß bin, werd ich Spießer.

Kennt man noch die Bausparwerbung mit Papa und Tochter?
Da brauchen wir hier garnicht drauf warten, das ist schon längst soweit.

Sohn bekommt eine Auswahl Second-Hand-Jeans, sOliver und so. Den kritischen Blicken hält längst nicht jede stand, aber den Vogel schiesst er mit der hier ab:
Lumpen Fotor
„Die will ich nicht. Die ist kaputt.“ Meinen Einwand, das sei so gewollt und schon so gekauft, quittiert er mit großen Augen: „Was? Das ist keine Hose, das sind Lum-pen. Lum-PEN, Mama, das zieh ich nicht an!!“ (Genauso betont: Lum-PEN!)

Mein Gott, was ist mit dem Kind passiert? Ich hätte damals ohne zu zögern meine beste Freundin für so eine Hose verkauft (Sorry, Simone!) und er will sie in den Lumpensack stecken?
Stattdessen präferiert er diese Hose (die ich als lange, aber unerklärlicherweise sehr enge Hose neugekauft hatte- ich meine, wieso müssen die neunjährigen Jungs schon knallenge Jeans tragen, wer kommt auf so eine perverse Idee? Was soll das? Aber nix zu machen dieses Jahr: alle Jeans knalleng. Hmpf.) die ich abgeschnitten und umgenäht habe:
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Unfassbar, oder?
Damit die Hose wenigstens ein bisschen freaky ist, habe ich sie innendrin nicht versäubert. (und alle so: cooooool!) Miihihi- ich fühle mich total konspirativ…
Da kommen dann wenigstens vielleicht ein paar Fransen raus. Das hat er bis jetzt noch nicht entdeckt, sonst fliegt die auch gleich raus aus dem Kleiderschrank…
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fair.können.glänzen

Ich fände das ja eine sehr schöne Beschreibung meiner Person, aber leider ist es nur die Adresse der 3×3 m auf denen ich grade mein Stühlchen stehen habe.
Moment, ich ziehe mal um ins Schlafzimmer….: „drache.leiht.fichte“. Ich brauch grad keine Fichte, vielen Dank. Mal sehen was das Bad sagt…: „fehlen.verstärken.oben“. Hallo? Bei mir fehlt GAR nix, schon garnicht obenrum! Gut, gehen wir mal in die Küche und gucken da nach: „rosine.grauem.noch“. Woahh- das ist spooky! Meinem Mann grauts tatsächlich vor Rosinen!
Und, oh, heilige Scheiße! Die Eingangstür steht genau auf: „bemerkt.erbe.keines“.
Aaarrgglll- sogar die Matrix weiß, das es hier nix zu erben gibt. *heul*
Und alle jetzt so: Hä?
Ok,ok. Wer noch nicht weiß was los ist, bitte mal hier entlang: what3words.
Irgendwelche Verrückten haben die ganze Welt in (57 Billionen) 3×3 Meter große Quadrate eingeteilt und jedes dieser Quadrate mit einer Kombination aus drei Wörtern adressiert.
Das heisst, du kannst dich mitten auf einem Acker verabreden und schickst deinen Kumpels einfach nur die drei Wörter, die sie dann in ihr Navi eingeben und schwupp-schöne neue Welt, die totale Überwachung, jaja, ich weiß. Stimmt schon, macht aber trotzdem Spaß.
Whatever, die Einsatzmöglichkeiten sind jedenfalls atemberaubend. Man stelle sich vor, wenn man irgendwo im Wald einen Schatz verbuddelt muss man sich nicht mehr merken, „hinter der dritten Eiche links vierzehn Schritte diametral zum Sonnenstand und dann noch zwei zurück“, nein, es ist viel easier: auf der angeflämmten Schatzkarte steht nur: „berühmtesten.vermissen.abdeckt“ und schon weiß man, dass der Schatz in einem Wäldchen an der Rue de Tonnerre kurz vor Molosmes liegt. So einfach.

Die Reichstagskuppel firmiert übrigens unter anderem unter: „hell.gefleckt.begehbar“. Wie wahr! Oder auch: „wirken.dabei.farblos“. Ach nee, Moment, das bezieht sich jetzt sicher auf den Raum für die Schwätzer unterhalb der Kuppel. Passt ja auch.
Und auf dem höchsten Punkt der Erde? „geschäftsmodell.heckleuchte.erfahrungen“.
Uh! Da weiß doch irgendjemand GENAU Bescheid. Der Mount Everest ist ja schon seit vielen Jahren ein Geschäftsmodell für kaputte Heckleuchten auf Selbsterfahrungstrip.
Da hat entweder irgendjemand eine groooße Portion schrägen Humor, oder wir werden tatsächlich von der „stammelf.veraltet.angelegte“ regiert.
(Was hat der D-beschissene-FB mit der Area 51 zu tun? 😳Es ist alles eine große Verschwörung! *kreisch* )

Gibts Wichtigeres als Nähen?

Natürlich gibt es das:
Harry Potter Fotor
Ein unfassbar winziges Kerlchen, kann noch nicht mal richtig bellen, aber wickelt die ganze Familie um den Finger. Mühelos.
Das Welpenschulbuch sagt: Den Welpen während der Mahlzeiten ignorieren, auch wenn er noch so süß fiept und spielen will, also alle so: *ignorierignorierverdammtistdersüßignorierignorier* So schnell hatten wir noch nie fertig gegessen…

Ausgerechnet heute, als Harry Potter (ernsthaft. Als er geboren wurde, hatte er eine Zickzackblesse über den Augen, die ist zwar inzwischen ausgefranst, aber der Name ist geblieben.) bei uns (also bei meiner Mutter) einzog, hatte ich Schultütennähkurs, hmpf. Der war aber auch sehr schön, kreativ und kurzweilig. Die Damen haben sehr schöne Schultüten für den werten Nachwuchs gezaubert:
Schultueten Fotor
Wir fassen zusammen: Nähen ist nicht das Wichtigste auf der Welt. Aber ein sehr sehr tolles Hobby. 😊 Und jetzt wird mit dem Hund gespielt.

Wochenende in Bildern

Wie jedes Jahr- die Offenen Gärten im Weiltal, beginnend im Schloß Neuweilnau.

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Im Gewölbekeller ein Wort-Gewand. Wortreich in der Stille des Kellers in Szene gesetzt.
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Das Märchen von der Unke aus den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm.
Genau hinschauen lohnt sich:
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Das ganze Märchen ist auf alte Leinentücher handgestickt. Handgestickt! Das war so liebevoll gestaltet, genau wie die anderen gestickten Werke dieser Dame, ich hätte sie noch stundenlang anschauen (und vor allem: eins mit heim nehmen) mögen.
Draußen gab es noch mehr von ihr: Diverse Sinnsprüche, kleinere Skizzen, Wimpelketten mit schönen Wörtern, alles auf alte Leintücher, Tisch- und Bettwäsche gestickt und an Wäscheleinen quer durch den Schloßgarten gehängt- ich war derart fasziniert, dass ich vergessen habe, die Kunstwerke zu fotografieren, ich Esel! (Und das will was heißen. Normalerweise bin ich eher der Typ „Hä?WoishierKunst?*stapftmittendurch*“ )
Mein nächstes Projekt ist schon mal klar: ich möchte sticken lernen und brauche jetzt dringend ein altes abgegriffenes Stück Leinen. Nur ein einziges Wort möchte ich schaffen (und in meiner Küche aufhängen).
Der Rest des Tages bestand aus den Gärten fremder, kreativer und unglaublich grosszügiger Menschen. Die einen boten Kaffee und Kuchen, beim nächsten gab es Popcorn und ein kniffliges, fantasievolles Filmrätsel zum um die Ecke denken, wieder andere zeigten stolz ihren perfekt gestutzten, unkrautfreien Rasen, umgeben von einem bunten Meer aus Rosen und anderen Blumen. In einem Garten gab es musikalische Dekoration in Form von irischen Volksweisen und im anderen einen literarischen Vortrag, Rosé und Flammkuchen. Die Gartenvielfalt reichte von „Ach, lass wachsen“ bis zur akribischen Bewuchs-Planung, vom Neubau mit angelegtem Grundstück bis zum Fachwerkhaus mit verwinkeltem Gärtchen und überall spürte man die Freude, die Menschen an schönen Dingen haben können, sei es Flora oder Fauna, Kunst oder Musik. Und was für ein Detailreichtum überall! Hach, ich werde ganz poetisch.
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Mit nach Hause reisen durften diese beiden Ameisen, die sich auf unserem Balkon schon sichtlich wohlfühlen:
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Gefertigt von einer Töpfer-Künstlerin aus dem Nachbarort, die ursprünglich 600 Stück davon für eine Ausstellung angefertigt hatte. Da ist keine ist wie die andere…
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Und endlich kann ich auch sowas ähnliches wie Makroaufnahmen machen! Mit dem Gimmick aus dem letzten Yps-Heft den sauteuren edlen Aufsatzlinsen fürs Smartphone geknipst, sehen die Ameisenbeinchen doch aus wie Godzillas bäumeknickende Pranken, oder?

Nerv des Monats April, äh-

Mai, es ist ja schon fast Mai vorbei, ups. Das ging aber schnell *staun*.
Also, der Nerv des Monats Mai ist folgendermaßen: nix.
Ich tu mir ja fast schon selbst leid, aber ich hatte schon länger nix mehr zum richtig aufregen, fluchen und aus der Haut fahren. So ein Scheiß.
Na gut, also, da ist dieser miese fiese Fersensporn der mich schon seit Ende letzten Jahres am aufrechten und schnellen Gang hindert und die Liste der am häufigsten täglich eingenommenen Nahrungsmittel um 2-(4-Isobutylphenyl)propionsäure erweitert hat, aber wenn ich den Tagesablauf in Richtung „möglichst wenig bewegen“ austariere, tut es fast gar nicht sehr weh. Das kommt meiner angeborenen Sportunlust sehr entgegen (und an der Nähmaschine sitzen ist ja eins meiner liebsten Hobbys), allerdings brauche ich mich bald nicht mehr fragen, wie man sich wohl als weiblicher „Jabba, the Hutt“ fühlt- ich probiere es einfach aus.
(Hmpf. Erfinder dieser Welt: tut euch zusammen und erfindet endlich den virtuellen Sport! Wer sich das Training nur intensiv genug vorstellt baut Fett ab, Muskeln auf und gewinnt Ausdauer und Kraft, hurra!)
Ja, ist ja gut. Wenns nicht mehr wehtut, geh ich wieder in den Wald, ich versprechs. (Ich verspreche, ich werde versuchen, es zu können. Hat ein großer Philosoph hier im Haus mal gesagt.) Allerdings kann ich auch guten Gewissens behaupten, dass ich ohnehin im Moment für Sport keine Zeit habe. Sehr spontan (und nur für die letzten zwei Wochen) bin ich mal auf Fulltimejob umgeschwenkt, das gibt ein völlig neues Aha-Erlebnis: wann, zum Teufel, kaufen eigentlich Leute ein die so einen nine-to-five-Job haben? Wann putzen sie die Wohnung, wann das Klo, wann färben sie sich die Haare und wann gehen sie ihren Hobbys nach? (Wie kann zum Beispiel jemand jede Woche was für sich nähen, der voll arbeitet, eine Firma und drei Kinder hat, Sarah? Du musst irgendwo einen Zeitumkehrer haben…)
Neben meinem normalen 15-Stunden-die-Woche-Pädagogik-Job mache ich mein Hobby sozusagen zum Beruf, und packe für den Onlineshop des Nähhimmels Päckchen mit Stoff, Webbändern und allem Zubehör was man so zum Nähen brauchen kann. Das macht Spaß (ich lerne alle Stoffe mit Vornamen kennen! Am liebsten sind mir die Stoffnamenerfinder von Swafing. Sweat, Sommersweat und passendes Bündchen namens Maike, Eike und Heike.😳 Ich will sofort wissen, was für ein Zeug die rauchen…) Und erst die tollen Webbänder. Die Vliese. Die Gurtbänder, Zackenlitzen, Paspeln, Nähgarne, SnapPaps, Spitzen und und und… waaaahhhh! Ich liebe das Zeug und entdecke ständig neue tolle Sachen!😍) und ist neben der normalen Arbeit gut zu handeln. Normal nur zweimal die Woche, aber blöderweise war da diese Rabattaktion und die viermillionen Bestellungen und nun, ich hätte die letzten beiden Wochen dort übernachten können und packen, packen, packen, packen, packen,….
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(und das ist nur ein winziger Bruchteil…)
Letzte Nacht habe ich von lila Kunstleder, schwarzem Fleece und buntem Jersey geträumt und immer wenn ich was abgeschnitten hatte ist es geschrumpft und war zu klein und ach, Scheiße, nochmal abschneiden und nochmal…. So kann man seine grauen Zellen nachts auch beschäftigen, puh.
Trotzdem alles nix für den Nerv des Monats. Auch der motorisierte Halbaffe Motorradfahrer nicht, der uns heute auf dem Zebrastreifen fast umgefahren hätte. Da kann man ja schon mal die Nerven verlieren, wenn so ein blöder Bus mitten in der Landschaft einfach anhält und den halt mit Vollgas überholen. Kann ja keiner wissen, das da irgend so ein Depp einen Zebrastreifen auf die Gass gepinselt hat UND sich da auch noch Fußgänger tummeln. Ts.
Namaste 🙏, mein eiliger Freund, überfahr mich ruhig. Im nächsten Leben werde ich der Nagel sein, der deinen durchdrehenden Reifen bei Höchstgeschwindigkeit zum Platzen bringt, und dann sehen wir uns wieder, du Arsch!! Ommmmmm..

Garten Eden

Passend zu Christi Himmelfahrt rumst es heute mal ganz paradiesisch bei mir.
Als die fleissige Susanne von Hamburger Liebe vor einiger Zeit ihre neue Kollektion „Eden“ vorstellte, war endlich mal wieder ein passendes Design für mich dabei, juhu! (Ich mag die meisten Designs ja total gerne, besonders die Jungsdesigns hängen fast alle in Juniors Schrank, auch wenn ich mich manchmal frage, welches Waschmittel zum Teufel die Stoffe brauchen, vielleicht gemahlenes Einhorn-Horn mit etwas Feenstaub? Besonders die Jerseys waren ratzfatz verwaschen und nein, ich nehme nie Weichspüler, ja ich nehme immer Colorwaschmittel und nein, die genähten Klamotten landen nie im Trockner. Trotzdem verwaschen. Hmpf.)
Nunja. Nach der „Happy“ Kollektion, Elephant Love und einigen Designs aus der Kamehameha Serie gibt es mit Eden also wieder eine Serie mit Stoffen, die mir auf Anhieb soo gut gefallen, also glühte in den letzten zwei Wochen die Nähmaschine…:
Eves Apple braun Collage
Eves Apple Popeline, Schnittmuster Blusenshirt von Lillesol & Pelle in harrchhtnvirrrzsch *hust*
Eves Apple tuerkis Collage
Eves Apple Jersey türkis, Schnittmuster Frau Edda von Hedi näht
Show up Collage
und nochmal ein Blusenshirt nach L & P, diesmal in „Show up“ Popeline taupe.
Und alle drei zusammen:
Eden Collage
Das ist doch mal einen Rums wert, oder?
So, Schluß jetzt, die Flasche Sekt wartet und ich stoße mit dem besten aller Ehemänner auf die letzten elf Jahre an. Erstaunlich, dass er es so gut mit mir aushält…❤️
Prost!

Guten Abend, gut Nacht…

…mihit Rosen bedahacht, mihit Näglein behesteckt, schluhupf uhunter die Deck…*träller*

Demnächst, ich würde sagen, irgendwann im Laufe des Jahres brauchen wir eine neue Matratze. (Matratze. Das sieht doch falsch aus? Mattratze. Matraze. Mattrattze. Mir gefällt Mattratze am besten. Passt ja auch: Man ist matt und möchte ratzen… *muuharhar*)
Wo war ich? Ach ja, die neue Matratze. Eine für zwei Personen, gewichtsmäßig könnten es auch drei sein, egal. 160 auf 200 (NEIN! Nicht unser Gewicht, das sind die Maße! *hmpf*) hat sich im Alltag bewährt, auch wenn sich ab und an ein Wicht dazwischenquetscht.
Unsere Alte war vor fast zehn Jahren ein Verzweiflungskauf bei Matratzen Concord oder Outlet oder wie die ganzen Firmen heißen, die sich in den Städten in bester Vorbeifahrlage präsentieren und mit Kampfpreisen ins Innere locken (ich will gar keinen Kampfpreis. Ich will eine gute Matratze!) und innen dafür sorgen dass man sich in kürzester Zeit wieder hinauswünscht weil man mit Begriffen wie Latex und Federkern (Taschen- oder Bonnell?), Viscoschaum, Naturlatex, Kaltschaum (oder doch lieber linksgerührte Warmverschäumung?) und 13-Zonen-Wohlfühl-Scheißndreckchen zugeballert wird, dass man sich vorkommt wie in den böhmischen Dörfern und alle sprechen nur Luganda. Blödsinn das.
Ich habe mich schon immer gefragt, wie zum Teufel man so ein extrem kompliziertes Geschäftsmodell aufrechterhalten kann- die Kunden rennen doch eher weg bei dem Fremdwortgewitter. Also ich jetzt jedenfalls. Was jetzt unbedingt so raffiniert an der Anpassung einer Matratze sein soll, hat sich mir auch nie erschlossen. Die meisten Leute sind doch eher unkompliziert beim Schlafen- sonst würden sie doch nur mit ihrer eigenen Matratze in den Urlaub ins All-inclusive-Hotel reisen, oder was. Aber daheim muss es die super-duper-angepasste Mehrzonentrallalamatratze sein, weil sonst der zarte Rücken jault? Naja.
(Dafuq? Mit wird grade klar, was das für ein Mega-Markt ist, WOW! 80 Millionen Leute wollen alle paar Jahre eine  neue Matratze haben- verdammich, wieso habe ich keine Matratzenfirma?)

Also, die schaurige Wahrheit ist: wir schlafen inzwischen schon seit Jahren auf einer ziemlich maroden, ehemals federkernigen (heute fühlt es sich eher nach kaputtem Trampolin an) „Billig“matratze (für damals schlappe 500 Euro- hallo?). Es gab sogar eine Winter- und eine Sommerseite. Leider kann ich die nicht mehr auseinanderhalten, weil irgendwann mal das Zettelchen verblasst war. Wir haben also gerade eine fifty-fifty Chance auf der falschen Seite zu liegen, was ja in einem deutschen Beamtenhaushalt eigentlich garnicht geht. (Ich weiß aber nicht genau, woher denn die Matratze wissen soll, ob Sommer oder Winter…. jaja, schon gut.) Abgesehen davon habe ich sie eh schon seit drei Jahren nicht mehr gedreht.
Denn ich muss zugeben, auf meiner Seite hat die Matratze in Ausstiegshöhe eine wesentlich tiefere Kuhle, mein Mann bedankt sich, wenn er die nach dem Drehen abkriegt…(Vermutlich weil ich morgens erstmal noch benebelt ein paar Minütchen sitzenbleibe, während mein Gatte fröhlich aus dem Bett hüpft, noch bevor der Wecker den ersten Millisekundenton von sich gegeben hat. *moahh!* ) Die innen eingesperrten Federn quietschen so unheilvoll, als wollten sie beim nächsten Drehen Harakiri durch Selbststrangulation begehen. Und zumindest bei uns ist die Matratze vermutlich auch der Grund für die beginnende senile Bettflucht: Rückenschmerzen durch das „lange“ Liegen!
Inzwischen nervt also das kaputte Matratzending, ich will was Neues. Sozusagen lieber wieder Rosen statt Näglein, um den Titel mal wieder einzubringen. (Ich WEISS das die Näglein eigentlich Nelken sind…)
Also gut. Es ist soweit, eine neue Matratze muss her. Der Alptraumeinkauf schlechthin und eins weiß ich: Nie wieder ein Matratzenoutlet. Der Möbelschwede war auch nicht besser- das Zurückbringen der höllisch unbequemen Matratze damals war auch kein Spaß. Dann mache ich mich doch lieber im Internet auf die Suche (Probeliegen im Matratzenhaus wird ohnehin überbewertet.) nach einer schicken Matratze. Mit Lieferung, Rückgaberecht und Abholung bei Rückgabe. Und vor allem: Made in Germany. Wenn man dann auch noch gut drauf schlafen kann, wäre es perfekt.
Seufz, ich sehe schon: Das wird wieder ein Mehrteiler.
To be continued…

Nährathon…

in den letzten Tagen, aber endlich isses fertig *freu*
Für die Konfirmation meines Patenkindes am Sonntag habe ich mir ein komplettes Outfit genäht. Ok, bis auf die Schuhe, wir wollen ja mal nicht übertreiben…Konfi Outfit Collage
Aber Kleid (schwarze Federn auf eierschalenfarbenem Grund- da fühl ich mich auch mal endlich wie eine Feder. Nicht so leicht, aber so zerzaust *brüller*), Jacke (schwarzer, in sich gemusterter Strickjersey) und Handtasche (Snap Pap in braun, schwarze Baumwollstoffe) sind selbstgenäht, yes!!
Kleid Federn Collage
Kleid nach dem Schnittmuster „Kleid oder Shirt“ von Allerlieblichst, größenmäßig großzügig ans Körperchen angepasst (also 46plus).
Jacke nach dem Schnittmuster Ebby Cardigan von Schnittgeflüster, auch in 46, allerdings etwas Weite und Länge weggenommen.
Die Stoffe wie immer aus dem Nähhimmel. (Hatte ich erwähnt, dass ich da demnächst Nähkurse gebe? Ich, juhu! Guckstu hier, könnt ihr euch alle anmelden und ich bringe euch (oder euren Kindern) das Nähen bei! Also denen, die es noch nicht können. Wisster Bescheid.)
Da ich mir vor kurzem erst neue Schuhe in braun gekauft hatte, und die natürlich unter ALLEN Umständen angezogen werden müssen (Kennt ihr.),  musste natürlich das ganze Outfit darauf abgestimmt werden, ist klar, oder? Inklusive Handtasche, und die find ich ja mal wirklich total gelungen:
Clutch SnapPap Collage
Cool, was? Schnittmuster Clutch von der zweiten Taschenspieler CD, so einfach zu nähen, dass ich mich getraut habe, endlich mal das Snap Pap anzuschneiden. Ich hatte bisher immer Bedenken wegen des Wendens, aber wenn man die Wendeöffnung entsprechend groß läßt, geht das schon. Ich hatte aber auch nur ein Außenteil aus Snap Pap geschnitten, gefiel mir besser. Beim Aufpressen der Feder in der 160 Grad heißen Transferpresse wartete ich schon auf die stinkenden Dampfwölkchen, aber unfassbar: selbst das geht! Das ist echt ein Teufelszeug.
So- passt das zusammen oder passt das zusammen? Ich bin jedenfalls hochzufrieden und freue mich auf einen Konfisonntag in bequemen, aber „schiggen“ Klamotten.

Die erste „Probe“-Clutch sah übrigens so aus:
Clutch schwarz Collage
Genäht für die ganz normale Feier oder das Ausgehen (hö? wo geh ich denn mal aus? *muuuharharhar*), wenn man nur Schlüssel, Geld, Handy braucht. Taschentücher passen auch noch dazu, brauch ich auch grad in enormen Mengen wegen des verdammten Heuschnupfens *schnief*

Sodele, das Nähen der Klamotten hat ja schonmal besser geklappt als das Backen…

Und ab damit zu Rums.