Gin Liebe

In diesem Sommer habe ich beschlossen, dass ich das mit dem Alkohol jetzt endlich mal in geordnete Bahnen lenken muss. Es geht ja nicht, dass ich meinem Mann immer die teuren Whiskys wegsaufe, wo die mir ja jetzt gar nicht mal sooooo dolle gut schmecken. Mehr als Glenmorangie brauch ich eigentlich gar nicht.
Ich musste mir also was eigenes suchen, wofür ich mein Doppeljobgehalt sinnlos zum Fenster rauswerfen kann. Da fiel mir der Gin Tonic wieder ein, den wir in Singapur des öfteren geschlürft hatten, der war hier bislang immer nur recht halbherzig aus Gordons Dry und Schweppes zusammengemixt- das sollte doch noch aufzuwerten sein, daher wurde im Sommer erstmal zusammen mit der Ginfreundin ein Gin-Tasting bei der Volkshochschule gebucht.
Hört sich scheiße an, war aber ganz nett. Die Dame (Deutschlands weltbeste und einzige Gin/Whisky/Rum-Sommeliere mit internationaler Sauferfahrung oder so ähnlich, was weiß ich, ich habs mir nicht behalten) hatte einen veritablen Schlagschatten, war aber ganz erträglich. Sie spulte nach einem vergleichsweise winzigen Begrüßungsdrink
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(langt doch grad für den hohlen Zahn) erstmal eine dreiviertel Stunde den Wikipedia-Eintrag über Gin ab nach dem Motto „Was sie schon immer gerne gleich nach dem Hören wieder vergessen wollten“. Zusammengefasst unter der Überschrift: „Sie sind hier schliesslich bei der Volkshochschule, da wird erst gelernt und dann gesoffen“ war das aber schon fast amüsant. img_1837
Ein bißchen fies war, dass der Vortrag vor dem reich gedeckten Probiertisch mit ungefähr hundert Sorten Gin, Tonics und sonstigen Kram stattfand, aber zum Glück hat sie sich noch rechtzeitig besonnen und das Zeug zum Abschuß freigegeben, bevor die Zuhörerschaft sie aus dem Weg schubsen konnte.

Aber dann gings los. Wir durften ALLE Gins auf dem linken Tisch mit jeweils unterschiedlichen Tonics und sonstigem Dekorations-Gelumpe probieren, das waren zehn Stück an der Zahl. Haben wir natürlich locker geschafft. Auf dem rechten Tisch standen auch noch diverse Flaschen, die man auch gerne alle probieren durfte. Ich schätze mal verwegen, das von den Anwesenden an dem Abend niemand mehr gefahren ist…
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Die einzelnen Gins bekamen ganz unterschiedliche Sachen mit ins Glas geworfen, angeblich um den Eigengeschmack zu unterstreichen, ähh- ja. Das ist wieder mal was für Leute mit Milliarden Geschmacksknospen die im Brot noch rausschmecken, welches Reh mal aufs Weizenfeld gepieselt hat. Ich hab leider nur drei Geschmacksknospen, die können nur lecker, naja und bäh.
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Es gab Gin mit Blaubeeren (lecker), mit Gurkenstück (naja), Oliven (bäh), Rosmarin und schwarze Pfefferkörner (bäh), Zitrone (lecker), Orange (lecker), Kakaoschnaps (naja) und Tomate und Basilikum (bäh. BÄH!).
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Letzteres wurde sofort aus meinem Glas exorziert und der Gin kam auf die Todesliste.
Den Rest Zutaten habe ich (wahrscheinlich zu Recht) sofort wieder vergessen. Ach nee, einen gabs noch: „Tea-infused“- das war der einzige, den wir nach einem winzigen Schluck sofort in die Blumenrabatten gekippt haben. Da kippte die Dame eine ganze Flasche Gin auf so einen ekligen Instant-Kaltgetränk-Teebeutel, der Gin färbte sich langsam pink und bis er dran war, nahm er den widerlichen Geschmack nach künstlichem Aroma und Süßstoff an, das war ENTSETZLICH! (Zu diesem Zeitpunkt glaubte ich kurz, jetzt macht sie den Reißverschluß im Genick auf und aus der Haut schlüpft Edward, die Schabe, die die Welt unterknechten will. Was für einen Sinn soll es sonst haben, edlen Gin auf Instant-Tee zu kippen? Ich kanns immer noch nicht fassen. Sommeliere mit internationaler Erfahrung…)
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Boah, ey. Widerlich.
Für den Hausgebrauch beschränke ich mich vermutlich ohnehin auf Tonic und Eiswürfel. Alles andere ist ja eher unpraktisch. Man stelle sich vor, ich möchte einen Caorunn mit einem Orangenscheibchen garnieren. Was mach ich mit dem Rest der Orange? Acht Gintonics hintereinander weg trinken? Neenee, ich lass das ganze Zeug besser weg, beschränke mich auf das wesentliche und fange an, Gin zu sammeln. Und bei Gelegenheit zu trinken.
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The Art Of The Brick

Da mich mal wieder niemand angemailt und Freikarten geboten hat für eine positive Berichterstattung über ihre Ausstellung (obwohl ich echt bis zum Schluß gewartet habe *zähneknirsch*), habe ich die Karten für die Ausstellung „The Art Of The Brick“ im Prototypenmuseum in Hamburg eben selbst gekauft. Pfft.
Nun sind die Worte „Ausstellung“ und „Museum“ normalerweise ohne Umwege dazu geeignet, aus unserem Sohn ein kreischendes, sich am Türrahmen festhaltendes Bündel purer Panik (Naaaaiiiiin, kein Musääuum *blärchwürg*) zu machen. Wenn man aber vernehmlich das Wörtchen „Lego“ dazu ausspricht, sitzt das Kind quasi in der nächsten Sekunde angeschnallt im Auto und brüllt, warum die trödeligen Eltern wieder so lange brauchen und wann, verdammt, man endlich losfahren könne?
Manche Tricks muss man halt einfach kennen *hüstel*
Nun.
Kurz nachdem ich online die Tickets geordert (und bezahlt) hatte, las ich zwei Blogger-Rezensionen (eine von dasnuf, die andere Quelle habe ich leider vergessen) die mir die Lust auf die Ausstellung fast genommen hätten (Tenor: „naja, ganz nett“, „Selbstbeweihräucherung“ und „unerträglich stickig“- puh!)
Aber statt die Karten ins nächste Hamburger Fleet zu schmeißen, sind wir zum Glück trotzdem hingegangen und waren begeistert. Auf die Audiokommentare und die Filmchen des Künstlers haben wir nach dem Hinweis von dasnuf wohlweislich verzichtet und uns einfach nur an den irren Bauwerken gefreut.
Lego Menschen
Ja klar, letzten Endes isses „nur“ Lego- aber was der Künstler daraus gebaut hat, ist schon sehr eindrucksvoll.
Besonders die Interpretationen anderer, „richtiger“ Kunstwerke haben mir total gut gefallen.
Lego Munch
Darauf muss man ja schliesslich auch erst mal kommen.
Am schönsten fand ich, das der nette Mann (Nathan Sawaya heißt er, glaube ich) uns ein Denkmal gesetzt hat. Also, meinem Mann und mir:
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Woher der uns nur kennt?

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Als kleines Dankeschön habe ich ihm am Ausgang, wo man eigene Kunstwerke bauen konnte, auch eine Skulptur geschaffen und für ihn stehen gelassen:
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Die Ausstellung hätte eigentlich am 19.Juli beendet werden sollen, ist jetzt aber bis irgendwas im August verlängert, wer also in den nächsten zweidrei Wochen Zeit hat, in Hamburg ist und Lego mag, könnte sich das gerne ansehen.
Es war übrigens nicht so stickig in der Ausstellung wie vorher befürchtet, es standen überall Ventilatoren rum, das reichte vollkommen.
Allerdings kostet die Ausstellung wirklich richtig, richtig viel Geld. Als wir gingen, kam uns eine Familie mit vier Kindern entgegen- da blieb mir beim Überschlagen des Eintrittspreises mal kurz das Herz stehen.

Um dem ganzen Ausflug die Krone aufzusetzen, haben wir uns im Legoladen in der Innenstadt anschliessend noch Legoträume erfüllt. Jeder von seinem Taschengeld, versteht sich. Auf mein Regal im Wohnzimmer zieht demnächst Wall-E ein
Lego Ideas Disney Pixar 21303 Wall-E [UK Import]
und mein Mann hat sich endlich doch noch den heißbegehrten Mini gekauft
LEGO 10242 - Konstruktionsspielzeug - Mini Cooper
So haben wir auch nach dem Urlaub noch was zum Beschäftigen.

Und jetzt aber nix wie ab unter den….

Ventilatorr!

Jetzt geht das weiter hier

Das schönste am Urlaub ist Zeit haben.
Im Gegensatz dazu waren die letzten Wochen etwas arg angefüllt mit vielen vielen Terminen- schöne und weniger schöne, in der Arbeit und der Freizeit.
Da war der Projektcircus La Luna in der Schule,Zirkus3 Zirkus2 Zirkus1

die EM (die mich echt viel Schlaf gekostet hat)
EM
der Festzug im Nachbarort,
Festzug Riedelbach
die wieder sehr gelungene und amüsante Hofoper
Collage Hofoper
das Kümmern um Harry während das eigentliche Frauchen zu den Proben musste
Collage Harry
um nur einige wenige zu nennen.
Da blieb nur wenig Zeit über, und die habe ich vernünftigerweise dafür verwendet, mir fast die komplette Sommergarderobe neu zu nähen. *höhö* Okay, der Kurze (sagte ich kurz? Wir haben grad zwei paar neue Schuhe in 38 (achtunddreissig!!!) für ihn kaufen müssen *schrei*) hat auch ein paar neue Shirts gekriegt. Natürlich nicht geknipst. Aber für mich waren diesmal vier MaKiras, drei Ebbys, drei Eddas und sogar fünf Sannas. (Für die uneingeweihten: Blusen, Shirts, Shirts und Jerseyhosen.) drin. Dumdideldum….
Da war dann nicht mehr viel Zeit bzw Konzentration zum Schreiben.
Collage Hosen
Obwohl es ganz sicher genug Themen gibt.
Der Zustand der Welt im allgemeinen (gab es in 2016 eigentlich schon mal gute Nachrichten?) oder im speziellen (Trump. IS. Der Milchpreis. Ja, sind denn alle bekloppt geworden?).
Immer wenn ich anfange, über eine Sache nachzudenken, mich aufzuregen um das dann in Schriftform zu bringen, denke ich mir, ach, was solls. Lass mal Pokemon jagen gehen.
Und schon ist alles wieder gut.
Traumato, wo versteckst du dich, du Scheißvieh?!

 

Ja, aber doch nicht so schnell, verdammich!

Ich meinte: „Der Herbst kann jetzt langsam anfangen zu überlegen ob er vielleicht mal einen Fuß vor die Tür setzt um nachzusehen ob der Sommer vielleicht möglicherweise demnächst abreisen möchte“
nicht: „Sommer raus hier, jetzt bin ich dran, mfG: Herbst.“ Und zack! Regenschmuddelgraukaltbäh.
SO war das nicht gemeint! Kaum sagt man mal was im Scherz…
Das bringt mich glatt in Zugzwang, denn ich fürchte heute ist der letzte Rums in dem man ernsthaft noch im sommerlichen Kurzarmshirt auftauchen kann. Hmpf.
Es wird also jeder einsehen dass ich nun unter keinen Umständen mehr mit semiprofessionellen Klamottenfotos aufwarten kann, muss ja schnell gehen, ich muss gleich weg (das erste Treffen der Kinderfaschingsgruppe. Ahhhhrrghh! Da beschwer sich noch einer über Lebkuchen Ende August…) und möchte doch um keinen Preis den letzten Sommerrums verpassen…
Wenigstens passte das Wetter zum Shirt. ?
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Man beachte das Hopfenkaltgetränk in der rechten Hand. Nein, es war nicht alkoholfrei. Ja, es war noch vor ein Uhr mittags. Deutlich davor. ?
Das Schnittmuster ist wieder Ebby von Schnittgeflüster (in 46 mit deutlich reduzierter seitlicher Weite), der Stoff ist „Maribell“ von Lila Lotta, natürlich wieder bezogen über meinen wunderbaren Waschsalon Nähhimmel.
Jetzt aber hopp, die Planung für den Kinderfasching ruft. Was fängt man mit 15 Kindern zwischen fünf und zwölf an, die an Fasching alle auf der winzigen Bühne brillieren wollen??? *heul*

Der Herbst kann kommen

Also von mir aus. Ich wär soweit.
An diesem Wochenende den Sommer gebührend verabschiedet:
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Freitag Viehscheid in Schöllang, Samstag Shoppen und Wandern in und um Oberstdorf, abends ein leckeres Geburtstagsessen in der Alpe Dornach (die Allgäuer Bergkäsesuppe war der Hammer, ich suche noch nach dem Rezept) und heute morgen nach dem Frühstück wieder heim. Übernachtet in einer kleinen, feinen, sehr sauberen Pension in Hinang.
Ein wunderschönes, rundum gelungenes Geburtstagswochenende mit meiner ganzen Familie.
Jetzt habe ich wieder ein Jahr Zeit um auswendig zu lernen, dass ich jetzt 46 bin. Moment, muss erst nachrechnen… stimmt.

Wieder daaahaaa!

Na gut, um ehrlich zu sein: wir waren nie weg.
Die letzten drei Wochen hatten wir es ganz nach dem Motto:
„Summertime- and the living ist easy“
Kein lästiges Koffer ein- und wieder auspacken, jeden Morgen grad so im schlunzigen Nachtgewand den ersten Kaffee unter der Nase rein (ich hasse es, wenn ich mich in Hotels oder Jugendherbergen ERST fertigmachen muss, bevor ich den ersten Kaffee kriege. Das ist die verkehrte Reihenfolge!!), abends nach einem erlebnisreichen Tag auf der eigenen Couch/dem sommerlich warmen Balkon ausspannen, drei zwei ein Weizenbier trinken- herrlich! Das Kind im eigenen Bett, mit dem eigenen Spielzeug, Büchern, CDs, whatever versorgt, kein Gemecker- ein Traum.
Als bekennender Heimscheißer mit einer ähnlich tickenden Familie gesegnet, haben wir es dieses Jahr einfach mal durchgezogen: wir sind die ganzen drei Wochen Sommerurlaub daheimgeblieben! Nein, kein Malle, keine griechische Insel, kein Wanderurlaub in Südfrankreich, kein All-inclusive in der Türkei, kein Almenhopping in Tirol und auch keine Malediven, nix, nada, niente: wir waren daheim.
Ok, ich lüge: wir haben eine Nacht in einer Jugendherberge am Edersee verbracht, weil wir die Wasserspiele am Herkules in Kassel
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und den Besuch des halbleer gelaufenen Edersees
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nicht an einem Tag schaffen wollten.
Das waren einfach zwei Ziele die ein bisschen Zeit verdient hatten.
Alle anderen Ausflüge konnten wir jeweils an einem Tag machen. (Gut, es waren Abenteuer dabei, die hätten für drei Tage gereicht, besonders der Muskelkater: Paddeln auf der Lahn als Survivaltraining für blutige Anfänger, Gruselstufe ganzweitoben. NIE wieder setze ich mich in ein Boot, wenn nicht mindestens ein erfahrener Paddler dabei ist. Und mit erfahren meine ich: ERFAHREN. Wer zum Teufel kommt auf die Idee, mich als Steuerfrau nach hinten zu setzen? Katastrophe! Ehrlich, NIE mehr! *immernochgrummelt*)
Ein bißchen Planung gehört dazu
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und erstaunlicherweise hat das sehr gut geklappt. Ich habe kaum was genäht in den drei Wochen: die Familie war wichtiger. Der Haushalt hat zwar immer mal mit den Fingern geschnipst: Hallo! Hier in der Ecke, da sind so Wollmäuse! Und da drüben, da ist überall Strassendreck verteilt, igitt!! Die Fensterscheiben sind dreckig!! Was ist das für ein grauer Belag auf BüchernAnlageDekozeugsFernseher?? Der Kühlschrank ist leer! Hallo? Hier muss mal einer aufräumen! Haaallooo? Hört mich denn keiner?? *heul*
Nö. Ich hör nix. Meine Männer hörten auch nix, dementsprechend sah es hier am Wochenende aus wie die Sau. Egal.
Wir hatten einen abwechslungsreichen, fröhlichen, spannenden (und langen. Noch nie kam mir mein Urlaub so LANG vor!) Urlaub in einem unfassbar warmen heißen Sommer, ich kann es eigentlich gar nicht glauben.
All die 1000 Places to see before you die die wir versäumt haben, weil wir hier in Hessen unterwegs waren, schauen wir uns dann im Winter im Fernsehen an. Da fährt ja immer irgendeiner mit einer Kamera hin.
Morgen beginnt die Arbeit wieder. Ach, wenn ich mirs recht überlege: ich könnte ein paar freie Tage gebrauchen…

Der Wächterlöwe

Aus dem Singapur-Urlaub mitgebracht hatten wir außer den paar anderen Dekosachen (viel zu wenig, klar, oder??) den Wunsch nach zwei Wächterlöwen für vor die Haustür, am liebsten so welche:
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Leider waren die Biester wesentlich zu groß für die Koffer (ich hätte das Kind dalassen müssen. Oder den Mann.) oder gar das Handgepäck und ehrlicherweise muss ich auch sagen: Passt gar nicht vor die Haustür eines Massa-Fertighauses im ähm,… keine Ahnung, im Nicht-Stil.). Dafür muss der gesamte Außenbereich noch etwas aufbereitet werden, aber dazu zu gegebener Zeit mehr. 🙂
Irgendwo wollte ich sie aber dennoch im Blickfeld haben, aber wie das immer so ist: wenn ich UNBEDINGT eine Idee haben will, dann hab ich keine.
Und gucke da- entdecke ich doch die Verlosung bei Kerstin von elf19 (die ich ab und zu mit meinen Süßspeisen belästige, falls ich denn welche mache. Und sie knipse. Und dann blogge. Also eher selten…)
Sie verloste freundlicherweise einen Gutschein bei prentu, einem holländischen Online-Fotoservice, bei dem ich zum ersten Mal Gartenposter gesehen habe. (Wetterfestes Poster zum Hängen in den Garten. Is klar, oder?) und Zack! hats gemacht und schon hatte ich den gewonnen, juhu!
Ich habe erstmal ein paar Wochen gebraucht und gegrübelt, was ich für ein Foto nehmen möchte (da war doch was…?), aber irgendwann ist der Wächterlöwe dann doch aufgewacht und hat mir einen mit der Tatze übergebraten. Da hätt ich auch selber drauf kommen können, aber manchmal braucht man halt einen kleinen Stoß *aua*.
Ich war zwar ein bißchen dämlich und brauchte beim Eingeben der Gutscheinnummer Hilfe vom Kundenservice, aber der war relativ flott und sehr holländisch-freundlich (am liebsten hätte ich noch länger mit denen gemailt, es schrieb nämlich immer jemand anderes und alle hatten so putzige niederländische Namen wie Kokkeler und Visschedijk *kreisch*) und half mir auch über die niedrigsten intellektuellen Hürden drüber (Ich Depp.)
Und noch dazu bekam ich ausser dem Poster umsonst sogar noch den Rest Porto erlassen obwohl ich soviel Gutschein gar nicht hatte. Nur die Kollegen von GLS waren ein bißchen hitzegeschwächt und haben ein paar Tage länger gebraucht, aber was solls, Poststreik war schlimmer und über sowas beschwer ich mich ja aus Prinzip nicht, die werden ohnehin alle derart mies bezahlt, dass man ja ein schlechtes Gewissen bekommen muss, wenn man was bestellt.
Wo war ich? Ach ja- das GartenBalkonposter.
Und so sieht das nu aus in unserm Garten auf unserm Mini- Balkon:
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Die Farben des Posters sind in Wirklichkeit nicht so quietschgrün, sondern so wie auf dem Originalfoto oben, wahrscheinlich war der Kamera auch zu heiß. Wir freuen uns sehr über das Poster und ich bedanke mich sehrsehrsehr herzlich bei Kerstin und Prentu!!!

Nerv des Monats

Über den Frühling freuen wir uns ja schon ein paar Tage. Es wird früher hell und später dunkel, die Blumen blühen, die Bäume auch *hatschi* und endlich kann man mal wieder ohne Jacke mit dünner Jacke Fleeceweste Tuch Schal Kurzarmshirt Pullover…verdammt, kann das mal fünf Minuten stabil bleiben? Kennt jeder, oder?
Keine andere verdammte Jahreszeit zickt derart mit den Temperaturen rum wie der Frühling. Morgens drei Grad, zwei Stunden später 16, allerdings nicht im 12 Kilometer entfernten Arbeitsort- der Weg von Wohnung zum Kinderspielplatz liegt komplett im sechs Grad kalten Schatten, die verdammte Jacke habe ich natürlich im sonnendurchfluteten Büro (21 Grad) gelassen und das in einen Schneeanzug gepackte Kind fragt erstaunt warum meine Zähne so klappern. Auf dem Spielplatz kämpft sich die Sonne schlußendlich doch noch durch und während ich das krebsrote und schwitzende Kind aus der Fleecehülle pelle, frage ich mich warum zum Teufel ich eigentlich ein verdammtes Unterhemd anhabe?
Ich! Hasse! Es!
Gut, mein Mann behauptet steif und fest, ich hätte in dieser Hinsicht ohnehin ein leicht überempfindliches Temperatursystem. Schatz, es ist ein dreiviertel Grad kälter als vorhin, möchtest du nicht zuhause deine Winterjacke holen? Haha.
Früher (also: Damals, als er mich noch nicht kannte und alles noch schwarzweiß und so), da besaß er wahrscheinlich nur zwei Jacken. Eine Winterjacke und keine Frühlingsjacke. Im Sommer eh keine, und im Herbst geht auch die Winterjacke. Unmöglich! Da musste erst ich kommen, um ihm nahezubringen, dass man auf jeden Fall alleine im Frühling für verschiedene Temperaturen verschiedene Jacken braucht. Ein dicker kuscheliger Wintermantel für die wirklich kalten Eisheiligen, eine normale Winterjacke für morgens, eine dicke Fleecejacke für alle Fälle, eine etwas dünnere für laue Frühlingsabende, eine Jeansjacke für die sonnigen warmen Tage, eine leichte Regenjacke für warme Regentage (mein Alptraum: Regen bei zwanzig Grad mit zu dicker Regenjacke. Nass von beiden Seiten *waaah*), eine gefütterte für kühlere Regentage und natürlich noch die wasserabweisende Leichtjacke (der letzte Schrei, aber über 14 Grad schon wieder zu warm.) Für trockenes, leicht kühles Wetter eine Softshelljacke, gerne auch noch bei leichtem Sprühregen, bei stärkerem Regen auf jeden Fall zu kombinieren mit der dünnen Regenjacke und bei kälterem Wetter mit der dünnen Fleecejacke für untendrunter. Wenn man dann auch noch die verschiedenen Jacken für festliche Anlässe (bei verschiedenen Wetterbedingungen! Eine Einladung zu einer Hochzeit im Mai erfordert im Prinzip ja aus den bekannten Gründen schon mal festliche Jacken in mindestens drei verschiedenen Wärmegraden und Wassersäulen.) dazuzählt, sollte man leicht auf zweiundzwanzig Jacken kommen. Grundausstattung!
Ich besitze aber nur drei. Oder acht. Irgendsowas. Und das zieht eben nach sich, das der Auswahlprozeß manchmal etwas, sagen wir- schwierig ist und ein Fünkchen Geduld von seiten der restlichen Familienmitglieder erfordert. Ein Sonntagsspaziergang im Mai ist da unter Umständen schonmal mit einer genaueren Planung als eine alpine Hochgebirgswanderung verbunden, ehrlich.
Heute: 16 Grad, leicht bedeckt, ein Viertel des Himmels sieht, hm, vielleicht nach Regen aus, da nehme ich zum Kurzarmshirt lieber mal die schwarze Softshell und ein etwas voluminöseres Tuch. Kann losgehen, Schätze! Nach drei Schritten taucht die Sonne auf und läßt ihre Muskeln spielen, puh, ist das warm. Sorry, Jungs, ich muss nochmal kurz rein. Softshell aus, Jeansjacke an, dickes gegen dünnes Halstuch getauscht und raus an die frische Luft wo in diesem Moment ein feiner Sprühregen beginnt, der deutlich kühlere Temperaturen verspricht, also schnell wieder die Jeansjacke gegen die dünne Fleecejacke plus Regenjacke getauscht um dann während des Spaziergangs sämtliche Jacken unterm Arm rumzuschleppen. *umfall*
Wieso erzähl ich das eigentlich? Ach so, die Wanderung auf dem Traumpfad „Hatzenporter Laystieg“ (nein, ich hab nicht geniest, das heißt wirklich so) hätte mich ums Haar ins Grab gebracht, weil ich nur EINE Jacke und KEIN Tuch dabeihatte. Schlimm.
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Wnn man nicht unentwegt mit Jacke aus, Jacke an beschäftigt war, konnte man auch echte Fossilien finden. (Wenn zufällig jemand nochmal da lang geht und den Stein wiedererkennt: bitte bei uns vorbeibringen. Mein Mann hat ihn gefunden und liegengelassen, der Deibel!)
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Bei drei zwei einem leckeren Riesling im Winzerhof Gietzen war mir dann nachher auch fast gar nicht mehr kalt warm wasweißich.
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Fast wie Urlaub, das.

Leben, wo andere Urlaub machen (könnten)

Denn in Wirklichkeit ist es ja leider so, dass der Tourismus in unserer Region in den letzten vierzig Jahren stark nachgelassen hat. Aus einem beliebten Naherholungsgebiet für Gäste „aus dem gesamten Bundesgebiet, verstärkt aber aus dem Ruhrgebiet*. Ein regelmäßiger Bus aus den Niederlanden** fuhr alle zwei Wochen auch Alt- und Neuweilnau an.“ wurde mit der zunehmenden Urlaubsglobalisierung (Türkei! Bali! Malediven! Wandern im Himalaya! Urschreitherapie im Amazonasdelta! Wasweißichnochalles!) ein verschlafenes Dornröschenmittelgebirgsnest, Pensions- oder Hotelbetten gibt es kaum noch und eine nach der anderen Gaststätte gibt auf.
Von (belegten) 16.354 Übernachtungen im Sommerhalbjahr 1965 rutschte die Zahl der Erholungswilligen auf vermutlich null bis fünf Übernachtungen im Sommerhalbjahr 2014 ab. Keine Ahnung, ich weiß nicht, ob überhaupt noch jemand hier Urlaub macht. Also außer mir.
(Viel einschneidender ist für uns Einwohner die Tatsache, dass es von ehemals 15 gastronomischen Betrieben nur noch einen einzigen gibt. Anderthalb. Wuuhäää.)
Wieso erzähl ich das alles eigentlich?
Ach so: falls irgendjemand nach dem Video den Wunsch verspürt, hier mal Urlaub zu machen: Gerne. Bitte Zelt oder Wohnwagen mitbringen. (Eine Person könnte auch auf
unserer Couch schlafen. Eine kleine Person. Kosta nixa.)

Im Ernst: der Regisseur/Kameramann/Cutter übt noch. Aber es ist doch unfassbar was man für tolle Aufnahmen mit einer Kameradrohne machen kann. Da folgt noch mehr. Hoffentlich.

(Zahlen und Zitat zur Tourismusentwicklung entnommen aus „Altweilnau Im Wandel der Geschichte“ von Sabine Preusser, Video von Ralf Preusser via Youtube)
* Sogar der Kloschüsselnzerdeppernde Tatort-Kommissar Peter Faber hat hier schon Urlaub gemacht. Damals war er aber noch kein Kommissar, sondern Hosenscheißer.
** Damals gab es in den Niederlanden noch nicht so eine ausgeprägte Wohnwagenindustrie. Muuharhar.

Nachträgliches Schlußwort

So ein Jahresabschluß kann ja eine feine Sache sein. Alles ordentlich katalogisiert, eingebucht, verschlagwortet, Akte zu, neue Akte auf, tadaaa.
Leider funktioniert das bei mir nicht so wirklich und ich schwanke zwischen hättekönntemüßte und achrutschmirdoch hin und her. Die Wahrheit ist: ich habs nicht so mit dem ordentlichen Ablegen, Sortieren, Einordnen. Alle Gedanken zu einem ordentlichen Jahresabschluß (in Frage/Antwort-Spiel oder in Reimform? Besinnlich oder lustig? Überhaupt nicht oder auf jeden Fall?), die ich mir in den letzten Tagen Wochen so gemacht habe: alles für die Katz. Und woran liegts? Natürlich am schönsten Bremsklotz den man haben kann: La Famiglia.
Da Mann und Kind auch Ferien haben und wir daher seit zwei Wochen täglich aufeinanderhocken (und uns keine Sekunde davon auf den Geist gehen, möchte ich betonen) hatte ich nicht EIN winziges Zeitfensterchen um mir mal in Ruhe Gedanken um Bloggeschreibsel zu machen. Schön, was? Die Zeiten, in denen jeder mal Zeit für sich hatte, waren entweder unterlegt von einem entnervten, über unwillige Computersysteme schimpfenden Gebrebel, vom „DschschBoumBrrrrrrRatttatttatttBffffffkschboing“ aus der Legoecke oder vom Rattern der Nähmaschine.
Das alles zur gleichen Zeit im selben Wohnzimmer- ich bitte euch, da kann sich doch kein Mensch vernünftige Gedanken machen.
Von daher: Machs gut, 2014! Mit den letzten Bildern:
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Der letzte Pulli 2014: Endlich mal ein Eichhörnchenpulli „Made4Boys„- wurde ja auch Zeit… (Henric von Kibadoo in 146/152, seitliche mit doppelter Nahtzugabe weil der Sweat sich nicht sehr dehnt)
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Mamas erste selbstgenähte Hose. (Man beachte das Eichhörnchenkissen unten links. Ganz valiept!) Meine Fresse, was für eine Geburt. Die ist nur halb so bequem, wie sie aussieht. Gut, in einer Hinsicht ist sie klasse: Wenn man zwischen Größe 44 und 46 steht, dann ist egal welche Hose toll, die RUTSCHT statt zu kneifen, danke dafür soweit. Allerdings hätte ich mich nicht lange mit ausmessen aufhalten sollen (und nicht von den Angaben verrückt machen lassen), nach den Größentabelle hätte ich 48/50 zuschneiden müssen *kreisch*, was ich zähneknirschend auch getan habe, nur um dann nachher Zentimeter für Zentimeter wieder enger zu nähen *grrrr*. Außerdem war der Jersey zu schlabbrig. Das hat zur Folge, dass die Hose jetzt einigermaßen sitzt, aber komisch aussieht, macht aber nix, weil: ist Sofahose. In die Oper wollte ich damit ohnehin nicht.
Trotzdem mag ich den Schnitt (Sanna von Näähglück) total gerne und nach dieser „Probehose“ werde ich mir wohl noch die ein oder andere nähen. Diesmal in der richtigen Größe. 🙂
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Ach, richtig: Schnee gab es ja auch. Genau in der richtigen Dosierung und zur richtigen Zeit, wie bestellt mitten in den Ferien:
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Leider werden wir immer noch überwacht. Sogar in unserer eigenen Wohnung. Im Bad!!
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Sieht aus wie eine stinknormale Badezimmerablage? Ha! Guckt mal genauer hin:
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Alfred Hitchcocks „Die NSA-Vögel“.
Wir sind nirgendwo sicher. Laserkanonen im Arbeitsbereich:
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Darth Vader im Bad:
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und die Überwachungskamera im Schlafzimmer:
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Die schrecken vor nix zurück.

Nee, im Ernst: Ich finds ja erstaunlich, wie das Kind immer wieder weltpolitische Entwicklungen aufgreift und spielerisch konstruktiv umsetzt. Oder übt. Na, das kann ja was werden.