Neunter Geburtstag

Unfassbar, wie die Zeit vergeht.
Quasi gestern noch so:
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Und heute muss ich schon Größe 152 nähen:
Geburtstagsshirt 9 Collage
Es war ein kleiner Kampf, bis ich die Worte „cheeky&cool“ auf den Rücken bügeln durfte. Unser Sohn sieht sich ja absolut nicht als cool an, dabei ist er die coolste Socke die wir kennen. Nur glaubt er uns das nicht. Aber schliesslich sind die Viecher auf dem Shirt cool und so wurde das genehmigt.
Besonders cool finde ich ihn ja, weil er seinen völlig eigenen Geschmack hat und so gar nicht dieser grad modernen Definition von „typisch Junge“ entspricht.
Lieber lernt er Golf als Fußball. Die meisten seiner Freunde sind Mädchen (und die nicht so wilden Jungs). Aber alle in der Klasse mögen ihn und wollen seine Freunde sein. Wettkämpfe findet er blöd und wilde „Jungs“spiele lehnt er total ab.
Grusel-, Räuber- oder Abenteuergeschichten mag er überhaupt nicht, in keiner Variante, sondern lieber lustige Sachen wie Tom & Jerry, Jim Knopf, Urmel oder Pink Panther, aber am meisten mag er magische Welten, in denen Zauberei wirkt, Tiere sprechen können und fliegen völlig normal ist. Fernsehserien wie der „Der kleine Prinz„, „Peter Pan„, „Dragons“ und „Mia&Me“ liebt er und schaut und hört sich die Folgen tausendfach an.
Natürlich will er dann auch die entsprechenden Spielsachen dazu haben. Aber da die Spielwarenindustrie fast zwanghaft seit Jahren nicht mehr in der Lage ist KINDERspielzeug herzustellen und es nur noch MÄDCHEN- oder JUNGENspielzeug gibt, hat er ein gewaltiges Problem.
Es gibt zwar magische Spielwelten, (zu denen er natürlich einen Zugang hat per Mundpropaganda, Werbung oder Lego-Katalog) aber bitteschön getrennt für Jungs und Mädchen. Die für Jungs haben aber immer mit Kampf und Konkurrenz zu tun, sind düster und gruselig, (Gottchen, was sind wir Männer nur für ein taffes Volk. *kotz*) es dominieren dunkle Farben, grimmige Gesichter und das Vokabular scheint aus irgendeinem Krieg zu stammen.
Die magischen Welten für Mädchen sind genau gegensätzlich: süßlich-pink-gitzernd gestaltet, alles ist pastellfarbenes Heititei, die sprechen können, kieksen nur, alle Kleider sind ultrakurz und sexy gestaltet (ja, wir Feen sind schon echt heiße Feger), Klamotten und Frisur sind existenziell wichtig und natürlich wimmelt es nur so von glitzernden Einhörnern.
Ich bin sehr, sehr, SEHR!! dankbar für so winzige Emanzipationszeichen (ich wollte schreiben: Fortschritte. Aber hahaha, da gibt es gar keinen Fortschritt. Im Gegenteil: es geht mit Riesenschritten in die falsche Richtung!!) wie die coole Wikingerin Astrid bei Dragons oder den gutherzigen Prinzen Mo bei Mia&Me, die wahnsinnig provokativ die Geschlechtergrenzen in den Serien überschreiten, aber bitte nicht so arg, damit die armen Kleinen keine Traumatisierung erleben müssen.
Aaaargh, merkt irgendjemand dass ich einen riesig dicken Hals habe? Ich kann es nicht so gut ausdrücken, ich bin ja keine Wortakrobatin, aber es macht mich echt stinkig, dass alles so eingeteilt ist in blau und rosa. Das war doch früher nicht so!!
Jetzt kann mein Sohn sich also keine magische Spielwelt wünschen, in der es um sprechende und fliegende Tiere und ihre harmlosen Abenteuer ohne dominierende Düsternis und Kampfeslust geht, weil es die eben nur in „Mädchen“dekoration gibt oder was???

Ihr Spielerfinder könnt mich echt mal so was von am Arsch lecken.
Und alle „Kreisch!!! Rosa-ist-für-Mädchen-Paranoiker“ dazu!
Ist doch wahr.

Zum Geburtstag gab es natürlich auf Wunsch für Junior ausser dem Tauch-U-Boot und Büchern (und einer Eintracht-Ente, aber das ist eine andere Geschichte *grrr*) fast die komplette Spielwelt „Elves“ von Lego. Zum Glück ist in der Familie niemand, der ernsthaft einen Mist von „Mädchenkram“ erzählen würde. (Keiner will Kloppe von mir *harhar*.) Man muss Lego aber auch zugute halten, dass die Gestaltung der Elfenwelt nicht ganz so kitschigsüßlich ist. Es gibt tatsächlich auch normale Farben wie blau und grün und auch hier den geschlechterübergreifenden männlichen Elf Farran. Muss man ja fast dankbar sein für.)
Alles gut also, Kind glücklich.
Bis nach dem Aufbauen des ganzen Krams im Zimmer heute zufällig so eine andere kleine (fünfjährige!) (männliche!!) Kröte zu Besuch kommt, und das absolut erste was er beim Eintritt in das Zimmer sagt, ist:
Da stehen Spielsachen, die sind für Mädchen.
Wtf, you bloody Foola?
Meine inneren Arme wollten ihn erwürgen, aber natürlich war ich gaaanz ruhig, als ich ihm freundlich lächelnd mitteilte:
Das sind Spielsachen für KINDER. Nicht für Mädchen.

Also, Leute. Passt mal ein bißchen auf, was ihr euren Kindern beibringt.
Rosa ist nicht „für Mädchen“. Es ist eine Farbe!
Auch bei Elfen und Feen gibt es Jungs! (Denn mal ehrlich: wenn es nur Mädchen gäbe, wären die schon längst ausgestorben.) Und wenn die schon dabei sind, wieso sollen Jungs dann nicht damit spielen??
Und spielen kann sowieso jedes Menschenkind mit allem worauf es Lust hat, verdammich!
Amen.
Hmpf.

Jetzt bin ich vor lauter Ärgern glatt vom Thema abgekommen:
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Sommerschnipsel

Endlich Sommer! Nee, hier wird nicht übers Wetter gemeckert, ha! Wo kämen wir denn da hin? Das stört uns doch nicht im geringsten, pff.Toffeenosed Fotor
Zwei Geburtstagsgeschenke- bereits verschenkt.

Gut, so ein kleines bißchen sticht einen ob der Hitze dann doch der Hafer und man macht sich zum Affen. Papagei. Wasauchimmer.
Vogel Fotor
(Das Kostüm ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Jede verdammte Feder wurde einzeln angenäht! Verrückt. Sooo heiß war es dann doch nicht…)

Sommer, Sonne, Sonnenschein- da darf der Grill natürlich nicht fehlen. Zum Glück muß ich den hier nicht selbst anwerfen sondern werde immer sehr liebevoll begrillt. Sogar meine Zucchini und Gemüsepäckchen kriege ich fachmännisch zubereitet. Da war es lange Zeit für ein kleines Dankeschöön:
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Passend zum Saisonstart gab es von Luzia Pimpinella die Plotterdatei Grillgranaten, eine echte Granate. Endlich mal Plotterdateien für Männer! Also zumindest für die grillenden Männer…
Und zum fünfzigsten Geburtstag wurde an einen wirklich leidenschaftlichen Griller und Sprüche-Tshirt-Träger ein „Beef Chief“ Shirt verschenkt, dekoriert mit Barbecue-Geschenkanhängern (Dateien aus dem Silhouette-Store). Das (gekaufte) Shirt hatte ich recht schnell fertig, aber für die Anhänger habe ich drei Stunden gebraucht… bekloppt.
Beef Chief Collage

Auf einem sehr sehr heißen Flohmarkt habe ich endlich einen sehr sehr großen Koffer gefunden, juhu! Jetzt fehlt nur noch die sehr sehr große Wohnung um sie um den Koffer herum zu dekorieren:
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Und einen sehr sehr dicken Hals habe ich gekriegt, als ich an einem ebenfalls sehr heißen Tag zu meinem Auto kam:
Autoscheibe Collage
VIER Wochen nach dem Austausch der letzten Scheibe (die wegen eines winzigen Steinschlags im Sichtbereich vor der HU ausgetauscht werden musste, sonst nix TÜV) muss ich schon wieder die Scheibe tauschen lassen. Und nicht die geringste Ahnung, woher dieser verdammte Riß kommt!
Natürlich möchte die Versicherung gerne wissen wiesoweshalbwarum. Na bravo. Ich kann mir schon denken, wo das hinführt.

Zum Schluß die Wiederherstellung der Familienehre.
Ich gebe stolz bekannt, dass unser Sohn im ersten Anlauf das geschafft hat, was seine beiden Eltern in ihrer gesamten Schullaufbahn nicht ein einziges Mal auf die Reihe gekriegt haben.
Siegerurkunde Fotor
Für ihn war das gar nicht so ein großes Ding (kein Wunder, er hat ja auch kein Trauma und tolle Sportlehrer. Hmpf.), ich glaube, er war sogar etwas irritiert, weil wir beide uns sooo sehr über die Siegerurkunde gefreut haben.
Gut, das mit dem goldenen Rahmen und Freibier für alle und Feuerwerk hätten wir bleiben lassen können. War vielleicht in bißchen übertrieben.
Aber Mensch, ist doch wahr. Kann man sich dochma freuen!

Dieser Blogpost wurde übrigens erstellt unter freundlicher Mitwirkung einer (nicht gesponserten! *leider*) Klimaanlage, vor zwei Wochen eingebaut vom ortsansässigen Kälte-und Klimatechniker. (Ich wußte garnicht, dass die ne Homepage haben. Äh- sie haben auch keine. *gacker* Wird noch.)
Herrlich. Seitdem brauch ich nicht mehr übers Wetter meckern. Ich mach einfach die Klima an und setz mich drunter.

Nachtschicht

Grundsätzlich sind wir ja gesegnet mit unserem unkomplizierten, sehr selten kranken Kind (womit haben wir dieses Glück verdient? Ich weiß es ehrlich nicht, aber ich bin sehr, sehr froh drum) aber ab und zu erwischt es uns halt auch. Beziehungsweise mich, denn ich habe die „Kindkrank“ Karte gezogen und bin seit Montag der Arbeit ferngeblieben um Fieber zu messen, Medizin zu verabreichen, zu trösten, zum Arzt zu fahren, vorzulesen, Stirn zu kühlen, das Einmaleins der 4 und der 8 und ein Diktat zu üben und ganz allgemein dem Kind durch die noch nicht näher spezifizierte Krankheit zu helfen. Morgen Lunge röntgen um nachzuschauen ob es nicht doch eine Lungenentzündung ist, danach dürfte der Alltag von mir aus wieder Einzug halten.
Macht mir alles garnix aus, aber nachts um eins das Bad zu putzen und Wadenwickel zu machen bringt meinen eigenen Rhythmus dann doch endgültig so aus dem Takt, dass an Schlaf erstmal nicht mehr zu denken ist.
Da kann man genauso gut mal wieder die Reste aus dem Bilderordner zusammenkehren und ein bißchen Blödsinn dazu schreiben.
Mit Rums ist ja heute leider mal wieder nix, das liegt aber nicht am kranken Kind, sondern an meiner Unfähigkeit, meinen neuen Lieblingsschnitt mal zu knipsen. Vielleicht erbarmt sich ja mal einer, das neue Shirt gefällt mir nämlich derart gut, dass ich mir aus den tausend Metern Stoff, die ich mir zum Geburtstag wünsche mindestens noch wenn nicht noch mehr nähen werde!
Leider ist im Bilderordner gar nicht so viel drin zum zusammenkehren, nur ein Geburtstagsshirt für eine Freundin meines Sohnes:
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Da ich ja nicht vorhabe, viele Shirts für Mädchen zu nähen, suchte ich nach einem Gratisschnitt und einen perfekten fand ich bei nEmadA, die das sehr gut ausgestattete Freebook MixMeGirl für ein Mixshirt für Mädchen zur Verfügung gestellt hat.
Das Schnittmuster ist klasse und die Fotoanleitung sehr gut verständlich, also auch und gerade für Anfängerinnen geeignet. Vielen herzlichen Dank dafür!!
Ich habe mir sagen lassen, dass die junge Dame sich seeehr über das Shirt gefreut hat.
Eigentlich nähe ich Shirts ja nur für mich oder Junior, ich bin einfach nicht ordentlich genug um das verkaufen zu können und Zeit habe ich schon gar keine dazu.
Aber da ich in den letzten Monaten schon das ein oder andere Geburtstagsshirt aus Resten für Juniors Freunde genäht hatte, wollte ich nicht ausgerechnet seine beste Freundin leer ausgehen lassen und Reste hatte ich zufällig mal genügend.
Und wo wir schon mal bei Rosa sind:
Die vermutlich einzige rosafarbene Minigolfanlage Hessens Deutschlands der Welt:
Erster Mai Collage
Alle 18 Bahnen sind quietschrosa angestrichen, vermutlich persönlich von der steinalten Dame, die in einem kleinen Holzhäuschen sitzend über die Anlage wacht, die Schläger und Bälle ausgibt, Kaffee kocht und ansonsten vollkommen tiefenentspannt qualmend vor der Hütte sitzt. Und das jeden Tag von März bis Oktober oder so.
Also, wer mal in der Gegend ist: macht Spaß auf den uralten holprigen (hatte ich quietschrosa schon erwähnt?) Bahnen zu versuchen, den Ball Richtung Ziel zu schlagen.
Im übrigen hatte ich natürlich gewonnen in unserer Gruppe. Gegen zwei kleine und zwei große Männer, einer davon mein eigener- hehe.

Auch hier: Bundesjugendspiele

Selbstverständlich habe ich die Petition zur Abschaffung der Bundesjugendspiele sofort unterschrieben. Das war ich mir schuldig. (Wenn es eine zeitversetzte Parallelwelt gibt, dann sitzt jetzt eine kleine (sagen wir: elfjährige) Dorothee schluchzend hinter der Umkleide, weil sie wieder keine Urkunde bekommen hat und flüstert: Danke, dass du das unterschrieben hast! Und alle so: *mitheul*!)
Und genauso selbstverständlich ist mir sonnenklar, dass die Petition (hier ein sachliches Interview mit der Initiatorin) nicht den Hauch einer Chance auf Erfolg hat. (Dafür gibt es noch immer zuviele Menschen, die glauben, dass gute Leistung nur durch Druck und Zwang entstehen kann, egal in welchem Bereich, und die eine verpflichtende Teilnahme mit anschliessender öffentlicher Demütigung gar nicht als Problem wahrnehmen.)

Warum sonst also habe ich das unterschrieben?
Natürlich zum einen aus der eigenen Erfahrung heraus. Die Bundesjugendspiele waren für mich furchtbar. Allerdings waren sie das erst nach ein paar Jahren. Denn natürlich bin ich wie jedes Kind mit Spaß an der Bewegung in meine „Sportkarriere“ und die ersten BJS gestartet. Nach einigen Malen öffentlicher Blamierung hatte aber auch ich endlich gelernt: Du kannst dich anstrengen, soviel du willst, du kannst es niemals schaffen. Untermauert wurde dieser Eindruck durch die fragwürdigen Methoden einiger Sportlehrer (der beste Sportlehrer, an den ich mich erinnere, war jener, der mich vollkommen ignorierte und mich daher eben auch nicht vor der Klasse fertigmachte, tiefempfundenen Dank dafür). Es brauchte also nur ganz wenige Jahre Sportunterricht und Bundesjugendspiele um die kindliche Freude an der Bewegung umzukehren und zu dem zu zementieren, was auch heute noch meine Einstellung zum Sport bestimmt: Sport ist demütigend und eine Qual. Lass mir die Ruhe mit dem Mist. Schade.
Ich beneide wirklich die Menschen, die es schaffen, durch egal welchen Sport Glückshormone freizusetzen und ja, ich habe es oft und ernsthaft versucht. Aber das einzige was körperliche Anstrengung bei mir freisetzt sind negative Gefühle, wobei „was mach ich hier eigentlich für einen Scheiß“ noch das harmloseste ist. Mein Hirn hat diese enorme innere Ablehnung vollkommen assimiliert und widersetzt sich seit vielen Jahren erfolgreich jedem Versuch der Umprogrammierung. Das hat natürlich eine Vielzahl von Gründen, aber Bundesjugendspiele und Sportunterricht stehen auf der Liste ganz weit oben.

Es ist allerdings zum Glück nicht so, dass ich meinem Sohn diese Art der Demütigung ersparen müßte. Auch an seiner Schule gibt es Bundesjugendspiele, aber die Sportlehrerinnen dort sind freundlich, einfühlsam, motivierend und schaffen es, auch unseren tendenziell eher bewegungsunlustigen Sohn (der Apfel fällt nicht weit…) die Freude an der Bewegung nahe zu bringen. Und da er noch nie (weder zuhause noch in der Schule) an seinen Leistungen gemessen wurde und es hier keinen Erziehungsmist gibt wie „stell dich nicht so an“, „da musst du jetzt durch“ und „dashamwirimmerschongemacht“ deshalb braucht er auch vor den Bundesjugendspielen keine Angst zu haben. Was er für eine Urkunde bekommt, ist ihm noch herzlich egal, er macht einfach gerne mit und freut sich. (Für alle kommenden Bundesjugendspiele hoffe ich, dass wir unserem Sohn genügend Selbstbewusstsein mitgegeben haben, dass er auch weiterhin seinen eigenen Wert nicht an der Punktzahl auf irgendeiner blöden Urkunde bemißt und sie daher auch nicht als demütigend wahrnimmt.)
Trotzdem habe ich unterschrieben, damit die Petition genau da landet, wo sie jetzt gelandet ist: in der öffentlichen Wahrnehmung. Ich bin schon Anfang der Woche darüber gestolpert und war, wenn ich mich recht erinnere, unterhalb der ersten tausend Unterzeichner. Inzwischen sind es 16.000 und es gab sogar in unserer Lokalzeitung Berichte darüber- umso besser. Ich wünsche mir eine sachliche Diskussion über Sinn und Unsinn der Bundesjugendspiele, durchaus verbunden mit einem kritischen Blick in die Vergangenheit als Reichsjugendwettkämpfe und der Frage, welche Bedeutung diese Form des sportlichen Wettkampfs besonders in diesem Zusammenhang heute noch haben soll. Außerdem wünsche ich mir eine Diskussion über die Zukunft: warum keinen (verpflichtenden!) Sporttag mit einem breitgefächerten Angebot verschiedener vor Ort ansässiger Vereine organisieren? Raus aus diesem starren Konzept von Laufen, Werfen, Springen, hin zum Ausprobieren, was macht mir Spaß, wo bin ich gut?
Und bitte, weg mit der albernen Unterschrift des Bundesaugustpräsidenten auf den Urkunden. Warum nicht mal prominente Paten finden, die den Kindern auch was bedeuten? In diesem Jahr unterschreibt vielleicht mal Bastian Schweinsteiger die Teilnehmer(für alle!)urkunden, im nächsten vielleicht Betty Heidler?

Noch ein Wort zu zwei Argumenten der Bundesjugendspiele-Befürworter:
„Da mussten wir alle durch“ ist das beschissenste Argument der Welt. Es hat ungefähr die gleiche Qualifikation wie „dashammerimmerschongemacht“ und wer das sagt, den jage ich höchstpersönlich zu seinen Vorfahren, den Affen, auf den Baum, wo sie offensichtlich gerne sitzen und Bananen futtern möchten. Da wären wir nämlich alle noch, wenn das jeder denken würde.

Und zu den Kindern, die das angeblich so toll finden mit dem Wettbewerb und die sich ja angeblich unablässig mit anderen messen wollen:
Hör zu, Holzkopf: Ja, Kinder machen mal ein Wettrennen, freuen sich unbändig, wenn sie ein Tor schiessen oder im Basketball gewinnen, aber niemals kämen Kinder auf die Idee von großangelegten Wettbewerben mit Punktvergabe, öffentlichen Be- (und Ab)wertungen etc. Das ist ein durch und durch erwachsenes Konzept und wird auch nur durch Erwachsene indoktriniert. Kinder wollen spielen und lernen und am liebsten spielend lernen und nicht ständig andere fertig machen. DAS haben sich Erwachsene ausgedacht!
Kinder, die sich dennoch ständig im Wettbewerb mit anderen Kindern sehen (und davon kenne ich zum Glück nur wenige), haben dagegen möglicherweise schon verinnerlicht, dass sie rein als Person wertlos und nichtsnutzig sind und Liebe und Wertschätzung nur gegen gute Leistungen erfahren. Da haben ehrgeizige Erwachsene offensichtlich schon einiges kaputtgemacht und das ist ein echtes Drama.

Im übrigen müsste man ja nur mal anfangen, eine ähnliche Veranstaltung zum Beispiel im Bereich Mathematik zu etablieren. Jährlich, verpflichtend und mit öffentlicher Wertung versehen.
Herzlichen Glückwunsch, Konstantin hat mit soundsoviel Punkten im Mathewettbewerb eine Ehrenurkunde erhalten, unterzeichnet von Stephen Hawkins und hier, für die Schantalle und den Kevin gibt es eine Teilnehmerurkunde, unterschrieben von Daniela Katzenberger.
Oh, Mist. Gut, dass es keine Parallelwelten gibt, die kleine Dorothee fängt nur bei dem Gedanken an Mathematikwettbewerb schon wieder an zu heulen.

Bücherwurmhölle

Pünktlich zwischen dem Welttag des Buches und der Frankfurter Buchmesse ist es raus: Ich komme in die Hölle. Und zwar in die Bücherwurmhölle, in der man vor jedem Buchstaben des Alphabets tausendfach Kotau machen muss, nachdem man ihn genauso oft blankpolieren musste, selbstverständlich ohne jemals ein vernünftiges Wort, geschweige denn eine Geschichte, zu lesen zu bekommen.

Wenn man den Familienlegenden glauben darf, konnte ich schon vor der Einschulung lesen, keine Ahnung ob das stimmt aber jedenfalls habe ich schon sehr früh sehr viel (und schnell) gelesen. Nachdem ich alle Kinder- und Jugendbücher in meiner Reichweite inhaliert hatte, las ich mich durch die Bücherregale meiner Onkel, die leider nicht mit allzuviel „Literatur“ bestückt waren. Eher mit den zwangsweisen Quartalszusendungen des Bertelsmann-Bücherclubs (warum die da Mitglied waren, weiß der Himmel. Gekauft haben sie da jedenfalls recht selten, gemessen an dem Mist, der da ins Haus geschneit kam. „Da sie keine Bestellung getätigt haben, senden wir ihnen heute eine Auswahl unserer Bestseller zu, viel Spaß damit“. Ich bin wahrscheinlich die einzige Minderjährige der Republik, die sich mit neun schon durch sämtliche Konsalik (!) und Simmel (!!) Romane gelesen hat. Aus purer Verzweiflung! (Wäre genügend Goethe, Heine und Brecht im Haus gewesen, dann wäre das Unglück möglicherweise noch zu verhindern gewesen, aber so? Miese Grundlagenbildung.)
Wo war ich?
Ach ja, die Bücher. Immerhin hat doch ein Teil meiner umfangreichen Familie versucht, in punkto Kinder- und Jugendliteratur zu retten was zu retten ist, und mir zu sämtlichen Geschenkgelegenheiten Bücher geschenkt. Eine Komplettausgabe von Selma Lagerlöf, fast alles von Astrid Lindgren (wo zum Teufel, sind die alle hin?), vieles, was ich leider vergessen habe (ach, nee, kennt jemand „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig?“ Cooles Buch!) und natürlich Michael Ende. Da braucht man ja eigentlich gar nix zu zu sagen, den Mann habe ich ja hier schon mal lobend erwähnt und natürlich zog auch Jim Knopf zeitnah in mein Bücherregal ein, genauer: Weihnachten 1976. (vom Professor)
Die Begeisterung für Bücher versuche ich auch meinem Sohn zu vermitteln, (ich möchte betonen: allein auf weiter Flur, denn der andere Erziehungsberechtigte hält Bücher, die man nicht einschalten und scrollen kann für eine gigantische Baumverschwendung.)
und das gelingt auch in seinem Alter immer noch am besten durch Vorlesen. Abgesehen davon, dass es einfach Spaß macht, zusammen auf dem Sofa zu lümmeln und zu schmökern, habe ich dadurch wenigstens einen kleinen Einfluss auf den Lesestoff. Wer will schon freiwillig „Mia & Me“ vorlesen oder das „1000 Witze Buch“? *blärch*
Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer also. Und was kann es schöneres geben, als dem Sohn genau dasselbe abgegriffene Exemplar vorzulesen, das man als Kind schon geliebt hat? Hach, mir kommen glatt die Tränen vor Rührung. *schnief*
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Ja, gut, abgegriffen ist jetzt vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck…
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„Wieso istn das so bemalt, Mama?“ „Öhm- daran sieht man eben, dass das mein Lieblingsbuch war, das mochte ich so gerne dass ich es sogar verschönert habe.“
*hust*
Hab ich tatsächlich öfter gemacht, fürchte ich.
Es ist zum Beispiel auch so, dass ich auch heute noch als Lesezeichen IMMER Eselsohren in die Seiten mache. Ein schöneres Kompliment kann man einem Buch doch nicht machen, als es vollständig in Besitz zu nehmen und als Eigentum zu kennzeichnen, finde ich. (Es sei denn, es ist Scheiße. Oder ausgeliehen, da mache ich das natürlich nie! Also, nur ganz selten und dann ganz aus Versehen *gulp*).
(Ich frage mich allerdings, wieso ich nicht auch die vielen Druckfehler angekreuzt habe. Ich habe schon zehn oder so gefunden in der Ausgabe, scheinbar war damals meine interne Rechtschreibprüfung noch nicht aktiviert…)
Was will ich eigentlich erzählen?
Ach ja. Gestern abend. Der kleine Grottenolm hat das Buch schon auf dem Schoß, blättert ein paar Seiten vor und beginnt zu lachen: „Li Si ist doof. Du Kaiser bist doof. Jim ist doof. Frau Waas ist doof. Herr Ärmel ist doof.“
„Hallo? Also bitte! Das Buch ist ja wohl nicht doof, was ist denn mit dir los??“
„Nix ist mit mir los- das hast DU alles hier hingeschrieben!“
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Ähem.
Als nächstes lesen wir „Die unendliche Geschichte“. Die ist kaum bemalt.

Der Untergang des Abendlandes

steht kurz bevor. Aber SO kurz, ich weiß es, ich war bei der Verkündigung dabei.
Verkündet hat das die Leiterin der Grundschule meines Sohnes, als sie bekannt gab:
„Ab dem nächsten Schuljahr gibt es an dieser Schule keine Hausaufgaben mehr.“ Bääm!
Und alle so: Heul! Zähneklapper!! Kettenrassel!!! Herzlich willkommen im dritten Höllenkreis von Dantes Inferno, machen sie es sich gemütlich, hier kommen sie nicht mehr raus.

Okay, war gelogen. In Wirklichkeit hat die Leiterin das natürlich nicht so platt verkündet, in dem Shitstorm wäre sie ja glatt ersoffen. Aber sonst stimmt alles.
Unsere Grundschule arbeitet schon länger mit verläßlichem Schultag (keine Ausfallstunden! Kein späterer Schulbeginn!! Paradies!) Wochenplänen, Gruppenarbeiten, Lernfeldern statt sturem Schulbuchabarbeiten und so weiter. Die Kids haben schon seit der ersten Klasse mehr Schulstunden als eigentlich vorgeschrieben, die für lauter tolle Sachen verwendet werden. Eine Bewegungsstunde mittendrin! Büchereistunde! Musikraum! Computerraum!
In Zukunft wird nun der Schultag verlängert um noch fast eine Stunde und die damit gewonnene Zeit wird als Lernzeit für die Vertiefung und Wiederholung des Gelernten verwendet. Und zwar nicht hintendran gehängt, sondern mittendrin integriert, da wo es grade passt und hingehört und wenn die Schüler dann um zwei zuhause sind, haben sie keine Hausaufgaben mehr auf. Jippie! Freiheit! Freizeit! Spielen!
Über den Wochenplan, den die Schüler mit nach Hause bekommen, können die Eltern verfolgen, was sich in der Schule gerade tut, und dort ist auch Platz für kleine Mitteilungen zwischen Eltern und Lehrern, so bekommen die Eltern mit, welcher Schulstoff bearbeitet wird, auch ohne dass sie Hausaufgaben machen müssen. 🙂
Super, dachte ich mir. Das kann ja nur jedem gefallen- wer hat schon gerne diesen Stress, wenn noch Aufgaben zu machen sind, das Kind aber keine Lust hat? Spaß! Natürlich weiß ich, dass es mehr als genug Eltern gibt, die genau das zu ihrem Lebensziel erklären: Nachmittags via Hausaufgaben alles ausbügeln, was die inkompetenten Lehrer vormittags versauen.
Also auf zum Informationsabend, damit nicht nur Meckerer da sitzen und vorher das dicke Kettenhemd an.
Ich mag ja übrigens Elternabende und kann mit diesem ganzen Elternabends-Bashing rein garnichts anfangen. Ist doch eine feine Sache, ich sitz gerne mal auf dem Stühlchen meines Sohnes, die Lehrerin erzählt was sie in der Schule grade machen, die Eltern erzählen, was sie zuhause… nein, Quatsch, manche Eltern erzählen bissi dummes Zeuch, Teegeld, Klassenkasse, wasweißichnochalles werden bezahlt, der Elternbeirat macht die Kuchenliste fürs nächste Schulfest und alle gehen zufrieden heim, wo ich dann feststelle dass ich wieder die Hälfte vergessen hab zu fragen. Hmpf. (Gut, ich muss zugeben, hier aufm Kaff leben nicht so viele müslivegane Schickimickis, die die Inhaltsstoffe der Mittagsverpflegung bis auf die Herkunft des Salzes ausdiskutiert haben wollen, das sähe in Prenzlauer Berg womöglich ein klitzekleines bißchen anders aus, ist halt nur ein Taunuskaff, zum Glück.)
Dieser Elternabend war aber schwierig. Sehr sehr schwierig. Also, jetzt nicht einfach aufstehen zu können, dem Dösbaddel in der letzten Reihe auf die Finger hauen und sagen: Du schreibst jetzt hundertmal „Ich soll mein Kind nicht zum Lernen zwingen“, das fand ich schon schwer. Die ein oder andere Lehrkraft auch, vermute ich.
Eltern gibts…
Einer setzt sich jeden (!) Mittag mindestens (!) eine bis zwei Stunden (!!) mit seinem Kind hin und paukt alles am Tag gelernte durch. Dritte Klasse, klar. So kurz vorm Abi muss man schonmal bissi was tun, sonst wird man ja völlig abgehängt.
Ein anderer scheint einen Zahlenfetisch zu haben und rechnet genau vor, dass bei soundsoviel zusätzlichen Wochenstunden die Lehrkräfte im Endeffekt ja nur 6,5 Minuten mehr Zeit pro Kind hätten und DAS wäre ja so lächerlich, das könne man dann ja gleich bleiben lassen. Wtf?
Ein weiterer sagt allen Ernstes, das sei ja alles schön und nett, aber er könne nicht auf Hausaufgaben verzichten, da sonst die Gefahr bestünde, dass er nicht mitkriegt, wenn das Kind in der Schule absackt. Sein Anspruch an die Leistungen seines Kindes sei dann doch etwas höher als der der Schule *naserümpf*, das müsse er dann eben an den Abenden ausbügeln, da müsse das Kind dann zur Not auch mal mehr Aufgaben als gefordert machen, kommt ja sowieso zuwenig von der Schule- und jetzt auch noch ganz abschaffen? Geht gaaarnicht!
Gut, da habe ich jetzt Verständnis für, wenn ich so nachdenke. Da würde ich aber auch sowas von einem Fass aufmachen, wenn mein Sohn mit einer zwei minus nachhause käme. Oder gar einer drei! In der zweiten Klasse! Da winkt doch das Hauptschulabgangszeugnis (flüster: Liebe Tante, hast du gemerkt, dass ich nicht Dummenschule gesagt habe? *stolzgrins*) schon hämisch aus der Ferne herüber!
Okay, Kind, wo bist du? Komm sofort her, wir müssen pauken!
Kind? Kihiiind?
Mist. Am Ende hängt der schon wieder mit seinen Kumpels ab und spielt. Fährt Fahrrad. Spielt Federball. Wie, der liegt schon im Bett? Statt was Anständiges zu lernen? Sitten sind das hier!

(Wer näheres darüber wissen möchte, findet einen recht guten Artikel zum Thema im neuen Stern.)

Klassenfahrt

Das Kind kommt von der Klassenfahrt zurück. Zwei Übernachtungen aushäusig, im Vorhinein mit den schlimmsten Befürchtungen kinderseits bedacht (die wir offensichtlich mit einem Vorab-Besuch der Jugendherberge ausräumen konnten- es war dann kein unbekannter Feind mehr, sondern nur eine normale Jugendherberge).
Nur gut, dass es nur zwei Übernachtungen waren. Dass das Kind ausserhalb schläft, ist ja normal, aber dass man dann so überhaupt gar nichts hört ist irgendwie doof. Denkt da auch mal jemand an die Eltern?
(Wenigstens konnten wir endlich mal den Hobbit (Teil eins) gucken. Naja. Da hat sich einer aber mächtig Mühe gegeben, die Story wie seeeehr zähen Kaugummi zu ziehen. Und wenn einem so gar nix mehr zu erzählen einfällt, dreht man halt noch eine Kampfszene und noch eine und noch eine…gääähn…) Wo war ich?
Heute morgen durfte ich Junior wieder in Empfang nehmen. War ne halbe Stunde zu früh an der Bushaltestelle und dann kamen sie auch noch zehn MInuten zu spät. Grrr.
Junior kam glücklich und zerzaust rausgehüpft aus dem Bus: Mama, das war sooo toll! Leider hab ich euch gar nicht vermisst.
Zuhause einen erstaunlich gut gepackten Koffer ausgepackt (und alles ist wieder mit zurück gekommen!!), entgegen der Vermutungen waren auch alle Hosen und TShirts getragen (und sehr schmutzig), bis auf die Socken. Beide Paare sehen noch frisch aus und während ich noch überlege ob ich den Geruchstest wagen soll, blickt er mit erstaunten Augen auf die Socken: Ach, da sind sie ja! Leider musste ich die ganze Zeit die selben Socken tragen, weil ich die andern nicht gefunden hatte.
Die Zahnbürste ist eindeutig mehrfach benutzt, allerdings sind beide Handtücher (ein normales und ein Gästetuch) und einer der beiden Waschlappen noch erstaunlich ordentlich gefaltet. Auf meine rhetorisch gemurmelte Frage ob er sich denn garnicht abgetrocknet habe, kommt ein erstauntes: Wieso? Ich hab mich doch auch nicht gewaschen.
Mit anderen Worten: Eine Klassenfahrt genau wie sie sein soll.
Wir sind sehr stolz auf unsern Sohn!
Aber jetzt geht er erstmal duschen.

Mein Muttertag

begann mit dem Zusammenlegen einer Wanne Wäsche und anschliessendem Frühstückstischdecken, während Mann und Sohn auf der Couch rumlungerten und in ihre technischen Devices starrten. Waaahhh!
Nun, man muss fairerweise dazu sagen, dass an den restlichen Sonntagen im Jahr mein Mann den Frühstückstisch deckt, weil seine Frau so früh morgens üblicherweise unmöglich die nötige Hand-Auge-Koordination aufbringt, um die Marmelade unfallfrei zu Tisch zu bringen. Das geht erst nach der ersten Tasse Kaffee (den natürlich auch mein Mann kocht). Wieso ich das Tischdecken ausgerechnet am Muttertag geschafft habe- keine Ahnung.
Was will ich damit sagen?
Ach, geht mir doch fort mit eurem Muttertagskram. Bei uns ist das ganze Jahr Muttertag! Und Vatertag und Kindertag sowieso. Wir tun uns ständig gegenseitig und selbst etwas Gutes, behandeln uns respektvoll, kuscheln andauernd und haben uns lieb, was soll man denn da noch am Muttertag draufsetzen?
Das arme Kind hat schon Tage vorher voll den Stress, weils nicht weiß, was es zum Muttertag schenken soll, eigentlich ständig besseres zu tun hat (spielen!) und diese verdammte Schule nicht im Kunstunterricht für ein Muttertagsgeschenk sorgt (ich hatte mich schon auf einen liebevoll gestalteten Tontopf mit eingepflanzter Feuerbohne gefreut. Pustekuchen. Den wollten sie für ihre Klassendeko. Dabei habe ich einen extra schönen rausgesucht, hmpf.)
Aber da sich ausgerechnet am Tag vorher meine vorletzte Lieblingsgarnele plötzlich in Fischfutter verwandelte (ohne besonderen Grund, möchte ich betonen. Die Biester sind vielleicht empfindlich! Von fünf putzigen rotweiß gestreiften Garnelen die ich zum Geburtstag bekam, haben sich schon Anfang des Jahres drei entleibt (oder entmaterialisiert, gefunden haben wir jedenfalls kein Krümelchen mehr von ihnen), die beiden anderen waren eigentlich ganz fidel, bis Samstag halt. Sollndas? Die waren teuer!
Da war ich echt traurig, denn a) war die wirklich hübsch und b) ist die letzte Garnele jetzt sozusagen der „Last Man Standing“ (bis auf die fünf vier Amanos), das kann ja nun auch keinen Spaß machen so ganz ohne Kumpels und c) sollen die Tiere sich gefälligst bei uns wohlfühlen und nicht ständig wegsterben. Undankbares Volk.) hatte das Kind dann zum Glück noch eine Geschenkidee und malte eilig eine Karte mit einer Garnele drauf. Ich darf mir also von seinem Taschengeld eine kaufen, welche sind noch gleich die teuersten? *muuhaha*
Gut, möglicherweise hat sich das arme Tier nur entleibt um dem Kind einen Fingerzeig zu geben. Dann hätte sie es gut gemeint, aber mächtig übertrieben. Wie dem auch sei, man merkt was ich sagen will?
Muttertag ist voll fürn Arsch, vor allem für Garnelen.
Jetzt darf hier niemand erwähnen, dass am Donnerstag Vatertag ist, sonst kriegt das Kind wieder die Krise. Wie um Himmels willen soll der aber auch verstehen, das man am Muttertag gefälligst dem Mütterlein was zu schenken hat weil man sonst stante pede in die Hölle kommt (in der man ständig und immerzu Muttertagsgeschenke basteln muss ohne Schere und ohne Tesafilm und vor allem ohne eine gute Idee! Oh, was für Schmerzen das sind *aarrghh*), man aber zum Vatertag wiederum nix schenkt weil eben. Nix weil. Weils halt so ist.
Kapiert kein Mensch.
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